Sicherheitsgespräch in Waldmünchen: Aufklärungsquote liegt über dem Durchschnitt

Von Johannes Lesser · 30. April 2025 um 05:00

„Die eineinhalb Stunden vergehen wie im Flug.“ So lautete das Urteil des Waldmünchener Bürgermeisters Markus Ackermann nachdem die Beamten der Polizeistation Waldmünchen den Sicherheitsbericht für das Jahr 2024 vorgestellt hatten. Die Zahlen sind dabei positiv.

„Die Sicherheitslage kann als hervorragend bezeichnet werden“, heißt es im Fazit wörtlich. Das Sicherheitsgespräch fand am Dienstagvormittag im Sitzungssaal des Waldmünchner Rathauses statt. Von Seiten der Polizei stellten der stellvertretende Leiter der Station Waldmünchen, Stefan Iglhaut, die zukünftige Leiterin Bianca Drechsel, und Josef Weindl, der stellvertretende Leiter aus Furth im Wald, den Bericht vor. Waldmünchen, Rötz, Gleißenberg, Schönthal, Tiefenbach und Treffelstein sind die Kommunen im Gebiet der Polizeistation. Ihre Bürgermeister hörten den Ausführungen der drei Hauptkommissare zu.

Zahl der Delikte steigt leicht

Insgesamt 1620 Mal rückten die Beamten aus. „Das ist für 20 Leute doch ordentlich“, sagte Iglhaut. Die Anzahl der Delikte – also der Rechtsverstöße – stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht an. 415 waren es 2024, ein Plus von 31 Fällen. Damit liegt sie gemessen an der Gesamtbevölkerung nach wie vor deutlich unter dem Bayern- und auch dem Oberpfalzschnitt. Ebenso positiv sieht es bei der Aufklärungsquote aus. Die liegt mit 74 Prozent zehn Punkte über dem bayerischen Durchschnitt. Ein Grund für den leichten Anstieg der Zahlen sei beispielsweise eine Serie von Autoaufbrüchen in Rötz gewesen. Bis zu acht Fälle gingen darauf zurück.

Einen weiteren deutlichen Anstieg gab es im Bereich der Auslandskriminalität. 119 Fälle 2024 bedeuten nahezu eine Verdopplung innerhalb der letzten fünf Jahre. Darunter falle auch das Thema der falschen Schockanrufe. Mit ihnen würden teils Schäden im fünfstelligen Bereich entstehen, so Iglhaut. „Die Leute haben Jahre und Jahrzehnte gespart und dann werden sie so abgezogen“, ärgerte sich Weindl.

Deutliches Plus bei der Straßenkriminalität

Bei der Frage nach der Nationalität der Täter gebe es keine größeren Auffälligkeiten. Bei 137 der 415 Straftaten sei die sowieso unbekannt. Deutlicher ist da die Statistik in Bezug auf das Geschlecht der Täter. So waren mehr als drei Viertel männlich. Ein deutliches Plus – 19 Delikte mehr – gab es im Bereich der Straßenkriminalität.

Ein gegensätzliches Bild zeigte sich beim Rauschgift (minus zwölf). Als Begründung nannte Iglhaut die teilweise Legalisierung von Cannabis. Darüber hinaus gab es im Jahr 2024 18 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt. „Das ist immer noch zu viel“, so der Hauptkommissar.

Auch Vergehen im Straßenverkehr wurden statistisch erfasst. Erfreulich dabei: Wie auch im Jahr 2023 gab es im Gebiet keinen Verkehrsunfall mit Todesfolge. Acht Verletzte bei Unfällen unter Alkoholeinfluss seien laut Igelhaut jedoch „zu viel“ und zugleich der Höchstwert der vergangenen Jahre. Um hier gegenzusteuern, brachte Drechsel die „klassischen Alkoholkontrollen“ ins Spiel. Zudem sei bei den Fahrten unter Alkoholeinfluss auffällig, dass auch die Jüngeren „wieder trinken“ würden.

Mit 63 Stundenkilometern zu schnell unterwegs

Als Höchstwert bei einer Kontrolle nannte Iglhaut einen Fahrer, der mit 3,02 Promille im Blut unterwegs war. Als weitere „herausragende Werte“ führten die Beamten einen Raser an, der mit 163 Stundenkilometern unterwegs war – erlaubt waren 100 – und einen, der das Tempolimit innerorts um 35 Stundenkilometer überschritt.

„Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist gut“, schloss Hauptkommissar Weindl ab und Bürgermeister Ackermann ergänzte, dass dieses auch einen Teil zur Lebensqualität im Ort ausmache.