Wolfgang Kürzinger will sich für die Freien Wähler erneut zur Wahl als Bürgermeister stellen

Von Mittelbayerische Zeitung · 29. April 2025 um 19:00

„Ich bin bereit für Vollzeit im Rathaus.“ Die Freien Wähler in Waldmünchen blickten auf ihrer Jahresversammlung am Montagabend nicht nur auf das vergangene Jahr zurück. Sie gaben lieferten auch die Antwort auf die Frage, wer für sie im kommenden Jahr ins Rathaus einziehen soll.

Die Ankündigung der Jahresversammlung war wie gewohnt schlicht – und trotzdem ahnten viele Mitglieder etwas, als Vorsitzender Siegfried Wagner rund 25 von ihnen sowie Freunde der Freien Wähler Waldmünchen im Gasthaus Meier willkommen hieß. Unter ihnen waren auch die Ehrenbürger Siegfried Wagner senior und Walter Urban, Landtagsabgeordneter Julian Preidl sowie alle Stadträte der Freien Wähler.

In seinem Bericht über die Vereinsarbeit ließ Wagner das vergangene Jahr Revue passieren. Neben dem alljährlichen Fischessen und der Kirchweihfahrt, nahm man auch wieder mit einem Stand am Christkindlmarkt teil. In den letzten Wochen habe man sich innerhalb der Vorstandschaft zudem mit den Kommunalwahlen 2026 beschäftigt, die langsam ihre Schatten vorauswerfen.

Dritter Bürgermeister Wolfgang Kürzinger sprach über die Arbeit des Stadtrats im abgelaufenen Jahr. Die EU-React-Projekte seien weitgehend umgesetzt, demnächst folge der Saubrunnenplatz. Zusätzlich habe die Stadt baulich viel vor, so werde derzeit die Heimkehrerstraße saniert und Teil zwei der Ortsdurchfahrt in Geigant durch das Staatliche Bauamt, stehe in den Startlöchern. Im Bereich der Kindergärten sei man hervorragend aufgestellt.

Beide Vorsitzende bestätigt

Bei den Schulen stehe mit der Ganztagsbetreuung in Waldmünchen und Geigant ebenfalls eine große Investition ins Haus. Trotzdem, so der Bürgermeister-Stellvertreter, sei die Haushaltsentwicklung gut, neue Schulden gebe es nicht, was sehr erfreulich sei.

Im Anschluss erfolgte die Neuwahl der Vorstandschaft. Siegfried Wagner und Wolfgang Kürzinger wurden einstimmig in ihren Ämtern als 1. und 2. Vorsitzender bestätigt, ebenso Lena Wagner als Kassenwartin.

Auch den Kassenprüfern Thomas Bierl und Marion Deml wurde erneut das Vertrauen ausgesprochen. Das Amt des Schriftführers wurde mit Dieter Müller neu besetzt, nachdem sich Vorgänger Florian Kehl nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Siegfried Wagner dankte ihm für das langjährige Engagement mit einem Präsent. Walter Urban, Christian Pfaffl, Milena Ring und Matthias Heimann komplettieren die Vorstandschaft als Beisitzer.

Angespannte Haushaltssituation beschäftigt die Landespolitik

In seinen Grußworten erzählte MdL Julian Preidl von verschiedenen Terminen, die er in letzter Zeit in und um Waldmünchen wahrgenommen hatte. Erst vor zwei Wochen hatte er an einer Übung der Stadtwehr teilgenommen und dabei wertvolle Erfahrungen und Einblicke gesammelt. Bei der Politik auf Landesebene sei derzeit vor allem die angespannte Haushaltssituation ein Thema, es müsse gespart werden – „und das nicht am falschen Eck“, so der Kötztinger. Für die Kommunalwahl 2026 sehe der Abgeordnete die Waldmünchner „bestens aufgestellt“.

Im anschließenden Dialog mit den Anwesenden konnte Preidl einige Fragen klären und neue Themen aufnehmen, die „der Basis“ auf den Nägeln brennen. Gemeinsam mit Stadträtin Anja Kürzinger berichtete er, dass die Finanzierung des Mehrgenerationenhauses zwar vorerst gesichert sei. Unklar sei hingegen, wie lange. Nach weiteren Fragen und Anregungen zum Thema Migration und Soziales übergab er das Wort schließlich wieder an Vorsitzenden Siegfried Wagner.

Zuspruch überzeugte ihn

Dieser konnte im Punkt „Sonstiges“ nun endlich die Frage aller Fragen klären und Wolfgang Kürzinger erneut als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 vorstellen. Unter großem Applaus trat dieser ans Rednerpult und bestätigte die von Wagner angekündigte Nachricht. „Wahnsinnig viel positive Resonanz und Zuspruch“, eine Bürgermeister-Vertretung im vergangenen Jahr und viel Freude an der Verantwortung hätten ihn davon überzeugt, sich ein weiteres Mal zur Wahl zu stellen.

Der 53-jährige ist Vollzeit in einer Führungsposition bei der Agentur für Arbeit tätig. Dort habe er sich viel in Management und Führung weitergebildet. Der familieneigene landwirtschaftliche Betrieb in Prosdorf sei gut aufgestellt und mit einer Landwirtschaftsmeisterin und einem weiteren Mitarbeiter eigenständig organisiert.

„In den vergangenen fünf Jahren habe ich nicht einen Fehltag zu verbuchen – ich bin bereit für Vollzeit im Rathaus“, sagte Kürzinger entschlossen. „Wolfgang will’s!“, sagte er und lächelte. Über die Reihen der Freien Wähler hinaus müsse man gemeinsam für die Kommune eintreten und sie voranbringen. Und das auch in kommenden, schwierigen Zeiten. „Zusammen mit der Bevölkerung das Bestmögliche für Waldmünchen erreichen“, so Wolfgang Kürzinger, sei der Plan. Die Nominierung des Kandidaten sowie seines Teams soll in einer gesonderten Versammlung im Herbst offiziell erfolgen.