Auf einen Kaffee mit einer Olympiasiegerin: Laura Dahlmeier zu Besuch in Cham

Für Laura Dahlmeier ist es nichts Neues, im Mittelpunkt zu stehen. Als eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen ist sie das Rampenlicht gewohnt. Auch auf der Straße wird sie häufig erkannt, erzählt die Olympiasiegerin. Doch was sie gleich zu Beginn des Interviews am Rande der Chamer Stadthalle in einem Café sieht, das hatte sie so auch noch nicht erlebt.
Ein Laura-Dahlmeier-Drink wird auf der Karte angeboten. Mit Ananas, Mango und natürlich ohne Alkohol. Ein echtes Sportlergetränk eben. „Coole Sache, das ist ja wirklich eine Ehre“, sagt sie.
Doch wie kommt Laura Dahlmeier überhaupt nach Cham? „Ich bin heute als AOK-Botschafterin hier und halte später auch noch einen Vortrag über die Bedeutung von Sport für die eigene Gesundheit“, erklärt sie. Bewegung sei nämlich nicht nur gesund, sondern mache auch eine Menge Spaß.
Und die 31-Jährige weiß, vielleicht so gut wie keine andere Frau im Landkreis, wovon sie redet. Als Biathletin gewann Dahlmeier nicht nur die Weltmeisterschaft, sondern sogar olympisches Gold in Südkorea. „Ich konnte im Biathlon alles erreichen, was ich mir jemals hätte erträumen können“, fasst sie ihre Karriere zusammen.
Eine neue Herausforderung
Eine Karriere, die Dahlmeier vor sechs Jahren überraschend beendete. Die Frage nach dem Warum, hat sie nach eigenen Worten „schon viel zu oft gestellt bekommen“. Ich stelle sie trotzdem. „Es gibt mehr im Leben als Biathlon, außerdem wollte ich auch mal was anderes ausprobieren“, sagt die 31-Jährige.
Nach ihrem Karriereende habe sie für alles in ihrem Alltag plötzlich mehr Zeit gehabt. Vor allem das sogenannte Trail-Running mache ihr seitdem besonders viel Spaß. Eine Trend-Sportart, die es auch hier in der Region immer öfters gibt. Zum Beispiel am Arber. „Davon habe ich schon gehört“, so Dahlmeier und ergänzt: „Die Zeit dafür habe ich aber noch nicht gefunden.“
Außerdem sei die ehemalige Biathletin vorsichtig mit zu anspruchsvollen Zielen in der Bergsportart. „Ich will nicht wieder meinem Ehrgeiz zum Opfer fallen und zu viel Anstrengung da reininvestieren“, erklärt Dahlmeier.
Wo wir schon in der Region sind: Kennt Laura Dahlmeier eigentlich den Skilangläufer Albert Kuchler aus Bad Kötzting? „Klar, man spricht ja nicht ohne Grund von einer großen Wintersportfamilie.“ Trotzdem wäre es laut ihr übertrieben zu behaupten, „dass wir uns super gut kennen“. Aber den Wintersport verfolge sie nach eigenen Worten natürlich weiter und da sei ja auch ab und zu Kuchler präsent.
Komplett weg vom Biathlon kam Dahlmeier nie. Als Fernseh-Expertin für das ZDF begleitet sie die Saison immer noch – nur halt aus einer anderen Perspektive. „Es ist schon schön, mal unter einem Regenschirm die Rennen zu verfolgen“, scherzt Dahlmeier. Außerdem sei die neue Sichtweise auf die Schießstände und den Ablauf „eine spannende Sache“.
Es fällt mir wirklich schwer, einfach mal stillzusitzen und nichts zu tun.
Laura Dahlmeier, Ex-Biathletin
Das Wort „spannend“ fällt immer dann sehr oft, wenn man mit der Olympiasiegerin über Sport und Bewegung spricht. Schon als Kind sei sie sehr aktiv gewesen. Auch ihre Eltern trifft wohl eine gewisse Schuld an ihrem Bewegungsdrang, erklärt Dahlmeier: „Wir sind oft in den Bergen unterwegs gewesen, von klein auf.“
Und die Folgen davon merkt die 31-Jährige auch heute noch. „Es fällt mir wirklich schwer, einfach mal stillzusitzen und nichts zu tun“, so Dahlmeier. Und auch an einem Tag wie diesem, wo sie nach eigenen Worten rund sieben Stunden Autofahrt hinter sich hat, versuche sie noch, „hier und da ein kleines Workout einzubauen.“
„Der Mensch ist geboren, um sich zu bewegen“, ist sich Dahlmeier sicher. Mit ihrer Expertise und ihrer jahrelangen Profi-Erfahrung wolle sie jetzt anderen Leuten helfen. Deshalb sei sie auch AOK-Botschafterin geworden. „Vielleicht kann ich auch Unternehmen helfen, dass sie Bewegung und Sport als Priorität im eigenen Betrieb sehen“, sagt Dahlmeier.
Außerdem könne sie hier ihre Biathlon-Erfahrungen optimal einbringen: „Auch im echten Leben gibt es viele Herausforderungen zu meistern, bis alle Schüsse auf die Scheibe sitzen.“ Um den Leuten das zu vermitteln, „dafür bin ich heute hier in Cham.“ Und zwar zum allerersten Mal, wie die Olympiasiegerin verrät.
Einen Eindruck von der Stadt konnte sie sich aber nur begrenzt machen: „Ich kann bisher leider nur das beurteilen, was ich vom Auto aus gesehen habe.“ Zumindest die Chamer Stadthalle habe es ihr vom Design her aber angetan, erklärt die 31-Jährige.
Bald ein Auftritt in Furth im Wald
Schon am 6. September wird sie nach eigenen Worten wieder in die Region kommen. Dann hat sie nämlich einen Auftritt auf der Landesgartenschau in Furth. „Natürlich wird dann wieder Bewegung und Sport im Vordergrund stehen“, so Dahlmeier. Auch auf den weltberühmten Further Drachen sei sie schon gespannt.
Beim Verlassen der Cafeteria bleibt Laura Dahlmeier plötzlich stehen, hält kurz inne, kneift die Augen zusammen und drückt ab. Nein, Laura Dahlmeier gibt nicht ihr Blitz-Comeback im Biathlon, sondern schießt ein Foto mit dem Handy – vom Laura-Dahlmeier-Drink.