Erster Tag macht Lust auf mehr: Durchwachsenes Wetter aber großartige Stimmung

Von Alexander Frimberger · 22. Mai 2025 um 19:30

Die Landesgartenschau (LGS) geht los. „Endlich“, sprechen mir LGS-Geschäftsführerin Claudia Knoll und Bürgermeister Sandro Bauer später am Morgen ins Mikrofon. Endlich, denke auch ich, als ich mich auf den Weg zur Eröffnung mache.

Nach dem Aufstehen aber erst einmal ein banger Blick aus dem Fenster. Es soll regnen, haben die Wetterfrösche die letzten Tage gemeldet. Ein Glück, dass sie nicht Recht behalten haben. Es hängen zwar dicke schwarze Wolken am Himmel aber das Wetter hält.

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Schon bevor die Tore um neun Uhr für Besucher öffnen, herrscht rege und vor allem gut gelaunte Betriebsamkeit. Ehrenamtliche Mitarbeiter, unglaubliche 200 haben sich für diese wichtige Aufgabe gemeldet, schwören sich auf den Tag ein. Ich kann mich den Worten, die Umweltminister Thorsten Glauber später bei seinem Grußwort für sie hat, nur anschließen: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie in viele glückliche Gesichter blicken.“ Punkt neun Uhr geht es los: Besucher Nummer eins ist ein sichtlich überraschter Matthias Gebhard aus Pemfling, schüttelt die Hände von Knoll und Bauer und bekommt Präsente.

Miniköche spenden Applaus

Weitere Gäste passieren den Eingang und werden von den Miniköchen des Landkreises mit Applaus begrüßt. Um zehn Uhr hat sich der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder angekündigt, um dem Festakt beizuwohnen und natürlich auch das Blumenband durchzuschneiden und die LGS so zu eröffnen. Fröhlich plaudernd schlendern Besucher und Ehrengäste über den beeindruckenden Brückenring zur Parkarena. Bei allen geht dort der Blick nach oben.

Am Stand der österreichischen Partnerstadt Furth bei Göttweig bekam Söder eine Doppel-Magnum geschenkt. - Foto: Alexander Frimberger

Die spektakuläre Dachkonstruktion lässt niemanden kalt, das Staunen ist groß. Davon lässt sich auch Söder anstecken, spricht von einer halben Allianzarena, davon, dass es so etwas nicht einmal in München gibt und erklärt Furth im Wald für die Dauer der Landesgartenschau zur Hauptstadt der Oberpfalz. Seine launige Rede wird von zahlreichen Lachern begleitet. So wie Bauer zuvor und alle weiteren Redner danach, betont auch Söder die gute Freundschaft zu den tschechischen Nachbarn und wie wichtig das gemeinsame Handeln im Herzen Europas ist. Sätze, die man nur vorbehaltlos unterstreichen kann.

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Nachdem er das Blumenband durchschnitten hat und damit die LGS eröffnet ist, speit der Further Drache Feuer und lässt sein schönstes Brüllen hören. Wieder wandern alle Blicke nach oben und es wird auch denen klar, die Fanny vorher nicht kannten, warum der bayerische Landesvater Furth auch als Showstadt bezeichnet hat.

Die Miniköche reichten Häppchen. - Foto: Alexander Frimberger

Der Rundgang beginnt, beim ersten Stopp holt sich die Entourage aus Ehrengästen bei der Geistlichkeit ihren Segen ab. Dekan Ralf Heidenreich und die evangelische Dekanin Ulrike Dittmar sprechen einen Wettersegen. Und der wirkt, die Regenschirme bleiben den ganzen Vormittag zu. Zweiter Stopp: Weinstand der Partnergemeinde Furth bei Göttweig in Österreich. Söder bekommt eine Doppel-Magnum Grüner Veltliner gereicht. Er nimmt die drei Liter Flasche mit den Worten an: „Eigentlich trinke ich nur Cola light“.

Auch Hoheiten waren da. - Foto: Alexander Frimberger

Später, als er schon wieder im Auto sitzt, steht sich die Prominenz am Stand fest und genehmigt sich den ein oder anderen Schluck. Man kann sich gut vorstellen, dass man in den kommenden 137 Tagen dort anregende Gespräche mit alten und neuen Freunden führen kann. Söder gibt sich volksnah, genießt scheinbar das Bad in der Menge, macht Selfies und schüttelt Hände. Hotelier und Vorsitzender der Bewegung Landgenuss, Andreas Brunner, reicht einen Korb mit regionalen Produkten. „Ich werde heute nur Sachen aus dem Landkreis Cham essen“, sagt der Beschenkte und probiert auch gleich einmal, was ihm die Miniköche anbieten.

Karikaturen von Söder

Alfred Bruckner, Vorsitzender des Further Kulturvereins Freiraum, die einen tollen Ausstellungs-Pavillon bei der Parkarena haben, erzählt mir mit einem breiten Grinsen, dass Söders Mitarbeiter darin Karikaturen ihres Chefs entdeckt und diese fotografiert haben. Apropos Grinsen. Das bekomme ich auch nicht mehr aus dem Gesicht. Als der offizielle Teil vorüber ist, schlendere ich noch ein wenig über das Gelände, erfreue mich an Blumenpracht und tollen Ausstellungsbeiträgen, sehe ersten Vorführungen zu, oder lausche einem Gitarristen am Wegesrand. Die Besucher nutzen eifrig die Angebote, entspannen auf Bänken und anderen Sitzgelegenheiten. Mein Fazit: Wenn das heute bei durchwachsenem Wetter schon so ein Erfolg war, dann kann sich Furth im Wald auf einen außergewöhnlichen Sommer freuen, der, wie sich Landrat Franz Löffler in Bezug auf die LGS ausgedrückt hat, „in die Geschichte der Stadt eingehen wird.“

Feenwesen XXL - Foto: Alexander Frimberger