Hammer-Attacke in Regensburg aus Heimtücke? 41-Jähriger droht Psychiatrie

Im Juli soll der Prozess um zwei Vorfälle am Silvestertag starten. Das Schwurgericht entscheidet in dem Fall aber nicht über Schuld oder Unschuld. Es geht um die dauerhafte Unterbringung der Frau, die damals in Regensburgeine ältere Dame mit einem Hammer angriff. Das Erscheinen eines Zeugen beendete damals offenbar die Tat.
Mit einem Eisenhammer schlägt eine 41-Jährige am Silvestertag aus dem Nichts auf eine Seniorin ein. Das Opfer überlebt die brutale Attacke in der Friedrich-Ebert-Straße in Regensburg nur ganz knapp. Wochenlang verbringt die über 80 Jahre alte Frau in einer Klinik und auf Reha. Sie leidet bis heute unter den Folgen. Nun soll der laut Gutachtern offenbar psychisch kranken Angreiferin der Prozess gemacht werden. Um Strafe geht es dabei allerdings nicht.
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Tatort am letzten Tag des vergangenen Jahres war ein Wohnblock in der Friedrich-Ebert-Straße. Nach MZ-Recherchen soll die 41-Jährige unweit des Eingangs zu einem der Mehrfamilienhäuser am Boden gekauert haben. Das Opfer schenkte ihr offenbar keine Beachtung. Erst, als die Seniorin die Haustür aufgesperrt hatte und im Flur stand, soll sie bemerkt haben, dass hinter ihr noch wer ins Haus kam. Wie Ermittler der Regensburger Kripo feststellten, soll die Beschuldigte zunächst versucht haben, der Seniorin ihren Schlüssel zu entreißen. Die ältere Dame ging dabei zu Boden.
Zeuge beendet grausamen Angriff im Hausflur
Unmittelbar nach dem versuchten Raub sollen die über 80-Jährige mehrere wuchtige Schläge an Kopf und auch Schulter getroffen haben. Das Tatwerkzeug, ein Hammer, wurde von der Polizei sichergestellt. Neu ist, dass die Angreiferin offenbar erst von ihrem wehrlosen Opfer abließ, als ein Zeuge dazu kam. Die 41-Jährige flüchtete zunächst, konnte aber von eilends alarmierten Polizeistreifen unweit des Wohnblocks verhaftet werden.
Es war nicht die erste Attacke der Beschuldigten an jenem Tag. Weniger als fünf Stunden zuvor soll sie einen Mann an einer Tankstelle in der Kirchmeierstraße angegriffen haben, so die Ermittler. Auf Bitten der Frau hin soll ein 44-Jähriger ihr Zigaretten und eine Kopfschmerztablette gegeben haben. Dennoch schlug sie danach mit einem Spielzeugschwert auf den Mann ein. Der kam allerdings glimpflicher davon: Eine Beule am Kopf, eine kaputte Brille und Schäden an seinem Auto waren die Folgen.
Die 41-Jährige kam nach ihrer Festnahme zunächst in U-Haft. Das Amtsgericht sah dringenden Tatverdacht wegen versuchten Totschlags und erließ am Neujahrstag Haftbefehl. Nur einen Tag später stellte jedoch ein psychiatrischer Gutachter fest, dass die Frau womöglich im Wahn handelte – daraufhin wurde sie in die Psychiatrie verlegt. Wie Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher auf aktuelle Nachfrage bestätigt, wartet die 41-Jährige dort bis heute auf ihren Prozess.
Für das Verfahren hat das Schwurgericht vier Verhandlungstage bis Ende Juli angesetzt.
Ruth Koller, Sprecherin der Landgerichts in Regensburg
Der startet Anfang Juli, wie Landgerichtssprecherin Ruth Koller nun erklärte. Die Vorwürfe in der Antragsschrift der Staatsanwaltschaft Regensburg lauten auf versuchten Mord aus Heimtücke und Grausamkeit, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung. Eine Strafe aber erwartet die Beschuldigte deswegen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht: Denn zum Tatzeitpunkt, so die Annahme der Staatsanwaltschaft, soll ihre Steuerungsfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung, unter der sie seit längerer Zeit litt, aufgehoben gewesen sein.
Vorwürfe des Ex-Ehemannes werden noch geprüft
Vorwürfe des bereits geschiedenen Ehemannes der Frau sind weiter Gegenstand laufender Ermittlungen, so Rauscher. Der Mann will die Polizei am Abend und in der Nacht vor Silvester vor der 41-Jährigen gewarnt haben. Er hatte schwere Vorwürfe erhoben, wonach mehrere Beamte am Telefon einfach aufgelegt hätten. Das mündete in einem Vorermittlungsverfahren, „das noch nicht abgeschlossen ist“, sagte der Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft.