Kampf ums Krankenhaus: Bürger fordern eigenes Gutachten für die Mainburger Klinik

Von Wolfgang Abeltshauser · 21. Mai 2025 um 11:28

In der Bürgerversammlung in Mainburg (Landkreis Kelheim) fordern Bürgerinnen und Bürger weitere Schritte für den Erhalt des Krankenhauses - es ist nicht das einzige Thema, das die Mainburger in diesen Tagen bewegt.

Bei der Versammlung in der Mainburger Stadthalle ergriff Werner Hampel das Wort, der im Januar eine große Demonstration zum Erhalt des Krankenhauses in der ursprünglichen Form auf die Beine gestellt hatte. Er formulierte einen Antrag an den Stadtrat: Die Kommune solle eine eigenständige Studie zum Erhalt der Klinik in Auftrag geben, um damit die Chancen zur Rettung des Hauses auszuloten. Außerdem solle untersucht werden, inwieweit Kooperationen mit anderen Krankenhäusern möglich sind.

Bürgermeister Helmut Fichtner will prüfen lassen, auf welche Weise mit dem Antrag umgegangen werden könne. Vorher hatte er klare Worte zum Thema Krankenhaus gefunden. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Beschluss, das Haus in eine sogenannte Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung zu wandeln, verfrüht war.“ Denn gerade jetzt nach dem Regierungswechsel würden die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür erneut diskutiert.

Lehrschwimmhalle in Mainburg wieder auf dem Prüfstand

Fichtner berichtete mit Blick auf das geschlossene Hallenbad des Gymnasiums, dass aufgrund der Bedeutung der Einrichtung für die Region Mainburg aktuell ermittelt werden soll, ob nicht doch eine Sanierung möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Seitens der Stadt befinde man sich derzeit in Gesprächen mit dem Landratsamt. Ziel sei es, eine Kostenbeteiligung des Landkreises von 50 Prozent zu erreichen.

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Immerhin sei der Betrieb der Lehrschwimmhalle im Kern eine Aufgabe des Kreises - nicht der Stadt. Leider komme für den Landkreis bis dato nur ein Neubau in Frage. Eine Bürgerin forderte, den Druck zu verstärken, indem man die Rektoren der Schulen in und um Mainburg mit ins Boot hole. Die sollen doch in regelmäßigen Abständen Bittbriefe ins Kultusministerium senden.

Auf diese Weise würde das Problem mehr Aufmerksamkeit erhalten. Fichtner berichtete, dass er bereits vor geraumer Zeit alle diese Rektoren zu einem gemeinsamen Gespräch ins Rathaus geladen hatte. Dabei hätten sie sich ja bereits für den Erhalt der Schwimmhalle ausgesprochen.

Verkehr ein Thema in Mainburg

Mehrere Versammlungsteilnehmer sahen Verbesserungsbedarf in Sachen Verkehr. So befand eine Bürgerin, der Radweg an der Ebrantshausener Straße in Richtung Schulen sei nicht nutzbar, denn Radfahrer würden immer auf der Straße fahren. Sie nannte aber nicht den Grund des Problems. Fichtner vermochte das nicht nachzuvollziehen: Sein Sohn nutze den Weg jeden Tag, sagte er. Außerdem seinen keinerlei Unfälle dort bekannt geworden.

Der Radweg, der aus südlicher Richtung in die Stadt hineinführt, sei von Wurzeln beschädigt, kritisierte ein weiterer Bürger. Der Bürgermeister versprach, der Sache nachzugehen.

Bürger kritisierten Schäden auf dem Radweg aus südlicher Richtung in die Stadt. - Foto: Wolfgag Abeltshauser

Ein anderer Mainburger beklagte die Parkmoral in der Zieglerstraße und im Westring. Dort stünden so viele Fahrzeuge auf der Fahrbahn, dass man dort gar nicht mehr fahren könne. Fichtner bedauerte, dass dies nur schwer einzudämmen sei. Als dort die Siedlungen entstanden, habe es noch andere Stellplatzregeln für Bauherren gegeben. Heute hätten die Familien schlichtweg mehr Autos als früher. Oft stünden dort auch Firmenfahrzeuge, hieß es in der Versammlung. Nur von diesen Parkgebühren zu verlangen, sei nicht umsetzbar, sagte Fichtner zu einem entsprechenden Vorschlag.

Er selbst kündigte die Sanierung der Ingolstädter Straße an. Ab Anfang Juni gehe es damit los, Kanal, Wasserleitung und Fahrbahndecke zu sanieren. Zudem werde beidseitig ein Fahrradstreifen aufgebracht. Die Arbeiten werden sich nach seinen Worten bis 2026 ziehen.

In den Christlsaal in Mainburg zieht wieder Leben ein

Das Christlbräu-Areal und der lange Zeit leerstehende Christlsaal haben laut Bürgermeister einen neuen Eigentümer. Der wolle den historischen Saal wieder zu einem kulturellen Zentrum für Mainburg machen. Es habe bereits Gespräche mit den Eigentümern gegeben. Ziel sei ein gemeinsames Gesamtkonzept, mit dem man den gesamten Christlberg verschönern und so einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung der Innenstadt leisten wolle.

Die Dreifachsporthalle an der Mittelschule muss generalsaniert werden. Diese Arbeiten werden laut Fichtner bis 2027 dauern. Um den Schul- und Vereinssport während der Umbauzeit sicherzustellen, werde eine provisorische Halle errichtet, die ab Spätsommer nutzbar sein soll.

Ein weiteres Thema in der Versammlung stellte die kommunale Wärmeplanung dar. Der Bürgermeister berichtete, dass die Potentialanalyse bereits abgeschlossen sei. Aktuell würden Prüfgebiete definiert und ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. Nach seinen Worten soll dies im Juni im Stadtrat vorgestellt werden.