Mainburger Krankenhaus-Initiative warnt vor Chirurgie-Verlagerung

Mit den Finanzen der Krankenhäuser Kelheim und Mainburg befasst sich der Kreisausschuss am Montag, 10. Februar. Unterdessen geht der Streit um die Zukunft der Klinik Mainburg weiter.
In der Sitzung des Kreisausschusses (ab 14 Uhr im Landratsamt) legen die Geschäftsführungen des Caritas-Krankenhauses St. Lukas Kelheim und der Ilmtalklinik die Bilanzen 2024 und ihren Ausblick auf 2025 beider GmbHs vor. Die Defizite und den Investitionsbedarf der zwei kreiseigenen Krankenhäuser muss der Landkreis als Träger finanzieren: ein bedeutender Posten im Kreishaushalt 2025, der am Montag ebenfalls vorberaten wird. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass es zum politischen Schlagabtausch um das Mainburger Haus kommt.
Verlagerung der Chirurgie befürchtet
Wie berichtet, hat vor kurzem Freie Wähler- Fraktionssprecher Christian Nerb per Pressemitteilung vor einem „Ausbluten“ des Mainburger Krankenhauses zugunsten der ITK-Klinik Pfaffenhofen gewarnt. Als Beispiel hatte Nerb den Bereich Chirurgie angeführt. Landratsamt Kelheim und ITK-Geschäftsführung hatten daraufhin erklärt, „die Verlagerung der Unfallchirurgie in Mainburg nach Pfaffenhofen stellt eines von mehreren Szenarien dar“, über das der Aufsichtsrat zu beraten und entscheiden habe; Die Umwandlung des Mainburger Hauses zu einer Sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung (SVE) habe aber „immer die Verlagerung der Chirurgie beinhaltet“, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme weiter.
Beschluss bleibt umstritten
Die Umstrukturierung des Krankenhauses zur SVE - im Rahmen eines noch zu gründenden großen Klinikverbundes in und um Ingolstadt - hatte der Kelheimer Kreistag im Juni 2024 mehrheitlich nach langer Diskussion beschlossen. Der Protest dagegen reißt seither im Landkreis-Süden nicht ab. So schlägt die Mainburger Kreisrätin Annette Setzensack (ÖDP) namens der Initiative „Rettet das Krankenhaus Mainburg“in einer Pressemitteilung erneut harsche Töne an.
Mit Blick auf die Entwicklungen in der Mainburger Chirurgie weist die Initiative darauf hin, dass ITK-Geschäftsführer Christian Degen „noch im Oktober letzten Jahres“ versprochen habe, „dass sich am Leistungsspektrum des Krankenhauses Mainburg bis Ende 2026 nichts ändern wird“. Nun aber scheine man Mainburg, unabhängig vom geplanten Klinikverbund, schon jetzt in eine SVE zu entwickeln.
Ähnlich sei es mit der Zusage an Mainburgs Unternehmen, dass auch in einer SVE Arbeitsunfälle („BG-Unfälle“) behandelt werden könnten. „Sollte die Chirurgie nun tatsächlich nach Pfaffenhofen verlagert werden, ist die BG-Versorgung von Notfällen ab diesem Zeitpunkt Geschichte“, was die Wirtschaft schädige, urteilt die Initiative. Und unterdessen erwecke die CSU mit Landrat Martin Neumeyer und MdL Petra Högl den Eindruck, dass sie die Bevölkerung, die Klinikbelegschaft und die Mainburger Unternehmen mit vagen Ideen etwa zu einem Integrierten Notfallzentrum „in Sicherheit wiegen wollte“.
Vorwürfe zurückgewiesen
Ähnliche Vorwürfe hatte auch FW-Fraktionssprecher Nerb in seiner Mitteilung erhoben – was vom Landratsamt und der ITK-Geschäftsführung energisch zurückgewiesen worden war: „Wir distanzieren uns ganz klar davon, dass Mainburg ausgeblutet wird, bzw. gar von Täuschungen der Bevölkerung zu sprechen“, hatten Behörde und Klinik-GmbH gegenüber unserer Zeitung erklärt.