Ärger um Skatepark in Regensburg: Anwalt eines Anwohners wirft der Stadt Tatenlosigkeit vor

Anwalt Thomas Troidl fordert, die Stadt Regensburg müsse die Nachbarn des Jugendzentrums Arena vor gesundheitsgefährdendem Lärm schützen. Bürgermeisterin Astrid Freudenstein allerdings will die Nutzung der Außenanlagen offiziell ausweiten. Auch im Jugendhilfeausschuss des Stadtrats war die Sache am Donnerstag Thema.
Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) will den Konflikt um den Skatepark im Südosten mit einer Vereinbarung entschärfen, die eine Nutzung bis 22 Uhr vorsieht, das bekräftigte sie am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss des Stadtrats. Thomas Troidl, der Anwalt eines Anwohners, der sich über Skate-Sessions nach 20 Uhr beschwert hatte, kritisierte indes das Vorgehen der Stadt sowie ihre Darstellung der Angelegenheit heftig.
Theresa Eberlein (Grüne) betonte im Ausschuss: „Aus meiner Sicht ist es wahnsinnig wichtig, dass Skateanlage und Co. an diesem Ort weiterbestehen bleiben.“ Hier träfen sich viele junge und auch ältere Leute. Bürgermeisterin Freudenstein antwortete: Das Jugendzentrum Arena, die Skateanlage und der Dirtpark für Biker befänden sich dort seit circa 30 Jahren. „Es hat sich 30 Jahre kaum jemand daran gestört, dass da geskatet wird, auch länger als bis 20 Uhr.“ Nun sei aber ein Beschwerdeführer aktiv. Und tatsächlich erlaube die Grünanlagensatzung die Nutzung nur bis 20 Uhr. Gartenamtschef Michael Daschner führte aus, die Skater und Biker seien dort eine „Bereicherung“, weshalb die Öffnung bis 22 Uhr bis 15. September über eine Vereinbarung geregelt werden solle. „Nichtsdestotrotz muss sich die Verwaltung eine generelle, ganzheitliche Lösung überlegen.“
Thomas Troidl, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, vertritt den von Freudenstein angesprochenen Beschwerdeführer. Er sagt, er und sein Mandant warteten seit fast acht Wochen auf eine Reaktion der Stadt auf von ihnen geforderte bau-, planungs- und immissionsschutzrechtliche Schritte. Die Nachbarn des Areals seien gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt. „Es ist nicht so, dass mein Mandant da allein dastünde.“ Das Narrativ „einer gegen alle“ sei „bequem und billig“.
Wir wollen nicht vor Gericht ziehen. Aber die Stadt zwingt uns fast dazu.
Thomas Troidl, Anwalt eines Anwohners des Skateparks
Auch gehe es ihnen nicht nur um die Skater, sondern um alle Nutzungen dort, auch den Dirtpark und den Bauspielplatz. Der Anwalt beklagt „einen illegalen Wildwuchs, gegen den die Stadt eigentlich die von ihr geplante und ins Leben gesetzte Wohnbebauung schützen müsste, statt mehr oder minder tatenlos zuzusehen.“ Troidl sagt: „Wir wollen nicht vor Gericht ziehen. Aber die Stadt zwingt uns fast dazu.“