Nachbar schickt Polizei zu Kindergeburtstag: Konflikt um Regensburger Skatepark weitet sich aus

Von Heike Haala · 13. Mai 2025 um 17:37

Im Streit um die Benutzungszeiten der Skateanlage beim Jugendzentrum Arena in Regensburg haben sich nun zwei weitere Vereine zu Wort gemeldet.

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Nachdem vergangene Woche bekannt geworden war, dass sich ein Anwohner regelmäßig über Skatesessions nach 20 Uhr beschwert, fordern die Verfasser eines offenen Briefs Stadt und Politik dazu auf, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. „Sonst ist die Saison für Skater vorbei“, zeigt Brücke-OB-Kandidat und Fraktionschef Thomas Thurow Verständnis.

In dem Brief an die Bürgermeister und die Stadträte schreiben Burkard Wiesmann, Vorsitzender des Bürgervereins Süd-Ost, Christoph Engstler, Vorsitzender bei Spot, sowie Ulrike Haan, Teresa Kutzner und Michael Straube aus dem Vorstand der Regensburger Eltern, dass das Areal mit Skatepark, Bolzplatz, Bauspielplatz, Basketball- und Volleyballfeld sowie einem Dirtbike-Parcours vielen Jugendlichen des Regensburger Süd-Ostens eine zweite Heimat geworden ist. Gerade im Sommer sei es wichtig, dass es ihnen auch nach 20 Uhr noch zur Verfügung steht. „Wir appellieren dringend an Sie in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern, schnellstmöglich eine Lösung zu finden, um den Jugendlichen eine Nutzung des Geländes bis 22 Uhr zu ermöglichen, sei es durch eine Sonderregelung, eine Nutzungsänderung, oder andere geeignete Maßnahmen“, heißt es in dem Brief.

Wegen des Lärms und der Lagerfeuer auf dem Bauspielplatz hagelt es Beschwerden beim Ordnungsamt, die von einer einzigen Person kommen sollen. - Foto: Heike Haala

Derweil wird deutlich: Auch die Betreiber des nahe gelegenen Bauspielplatzes haben unter Beschwerden eines Bürgers beim Ordnungsamt zu leiden. Laut den Informationen von Straube soll es sich dabei um die gleiche Person handeln, von der auch die Beschwerden über die Skater kommen. „Das nervt total“, sagt er. Wegen jeder Beschwerde beim Ordnungsamt müsse er eine Stellungnahme verfassen und hoffen, dass dort nicht die Genehmigung für den Bauspielplatz in Frage gestellt wird. Zudem bekommen die kleinen Besucher den Ärger des Nachbarn über den Lärm und den Rauch durch Lagerfeuer am Bauspielplatz auch direkt mit. „Einmal hat er die Polizei geschickt, als wir einen Kindergeburtstag da hatten. Die Polizisten haben sich korrekt verhalten, aber so etwas macht natürlich Eindruck bei den Kindern“, erzählt Straube.

Die Kinder und Jugendlichen sollen das Areal nutzen können und die Skater brauchen mehr Zeit“

Michael Straube, Vorsitzender bei den Regensburger Eltern

Hier gehe es auch um eine politische Diskussion über die Stellung von Kindern, Jugendlichen und ihre Nutzungsräume in der Stadt, verdeutlicht Straube die Tragweite des Geschehens. Er sehe durchaus, dass sich die Stadt bemüht, dem einen guten Rahmen zu geben. Dennoch seien die Verwaltung und die Politik nun in der Sache gefordert: „Die Kinder und Jugendlichen sollen das Areal gemäß der Regeln nutzen können und die Skater brauchen mehr Zeit“, fordert Straube.

Stadt sucht nach Lösung

Astrid Freudenstein, Bürgermeisterin und OB-Kandidatin der CSU, hat derweil einen Termin für Mittwoch anberaumt, während dem Mitarbeiter von mehreren Ämtern nach einer Lösung für das Problem suchen sollen. Beteiligt sein sollen das Gartenamt, das Ordnungsamt aber auch die Bereiche Bau und Planung. Es sei nicht so einfach, den Betrieb bis 22 Uhr zu erlauben, erklärt Freudenstein. Dabei spielen etwa Fragen nach verschiedene Arten von Lärm eine Rolle. Zudem sollen durch eine eventuelle Satzungsänderung auf keinen Fall neue Probleme an anderen Stellen geschaffen werden, verdeutlicht sie.

Man muss überlegen, ob die Satzung die richtige ist. Das glaube ich aber nicht“

Horst Meierhofer, FDP-Stadtrat und OB-Kandidat

Eine Änderung von Benutzungszeiten wäre eine politische Entscheidung, gab die Stadt zuletzt Auskunft. Eine Umfrage unter Regensburger Stadträten zeigt, dass einige durchaus offen für einen längeren Betrieb der Anlage wären. So sagt Dr. Helene Sigloch, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidatin der Grünen, dass es ihrer Meinung nach das Ziel sein müsse, dass das Skaten dort zukünftig bis 22 Uhr erlaubt ist. Horst Meierhofer, FDP-Stadtrat und -OB-Kandidat, spricht von geringem Verständnis seinerseits für den Anwohner. „Man muss überlegen, ob die Satzung die richtige ist. Das glaube ich aber nicht“, sagt er. Thurow fordert ebenfalls eine schnelle und pragmatische Lösung – und zwar in Form einer Betriebsdauer der Skateranlage bis 22 Uhr. CSB-OB-Kandidat Christian Janele spricht sich dafür aus, die Grünanlagensatzung für zunächst eine Saison zu ändern und eine befristete Sonderregelung bis 22 Uhr einzuführen.

Lösung bis 22 Uhr?

Dr. Thomas Burger, Fraktionsvorsitzender der SPD, sagt in der vergangenen Woche bereits mit der Oberbürgermeisterin gesprochen zu haben. Seine Forderung: „Die formalen Randbedingungen müssen nun zeitnah so optimiert werden, dass ein funktionierender Weiterbestand der Einrichtungen weiter möglich ist.“ Thomas Rudner, der sich bald zum SPD-OB-Kandidaten aufstellen lassen will, sagt, dass es wichtig sei, in diesem Fall genau hinzusehen und vor einer Entscheidung mit allen Beteiligten zu reden. Er sehe eine Lösung darin, die Skateanlage nicht mehr unter der Spielplatzsatzung laufen zu lassen, die lediglich eine Betriebszeit bis 20 Uhr nach sich zieht. „Wir werden eine Lösung finden“, verspricht Bürgermeister Ludwig Artinger (FW).