Unbekannte verwüsten den Bauspielplatz in Regensburg: So wollen die Betreiber reagieren

Eigentlich ist der Bauspielplatz dazu da, dass Kinder lernen, Hütten oder Figuren aus Holz selbst zu planen und zusammenzubauen. Als die Betreiber das Gelände in Regensburg in der vergangenen Woche betraten, bot sich ihnen stattdessen aber ein Bild der Zerstörung.
Die Schneise der Verwüstung zog sich einmal quer über das Gelände in der Fort-Skelly-Straße, berichtet Peter Götz. Der Schreiner und Künstler gibt den Kindern bei ihren Projekten auf dem Bauspielplatz Hilfestellung. Leitern und Bierbänke waren umgeworfen, ein bemaltes Holzhäuschen lag aus den Angeln gehoben mit dem Dach auf der Wiese, einem Holzpferd ist sogar der Kopf abgeschlagen worden, zählt Götz auf. „Das war ein Ausbruch der Zerstörungswut, der nicht mehr enden wollte. Hinter jeder Ecke, bei jeder Tür die ich öffnete, fand ich weitere Dinge, die kaputt gemacht worden waren. Brachial“, sagt er.
Schwierige Reparatur
Das Schlimme daran: Alles, was die ungebetenen Besucher in dieser Nacht zerstörten, hatten Kinder zuvor mühevoll erdacht und gebaut. Auf dem Bauspielplatz halten viele zum ersten Mal Werkzeug in der Hand. Sie bekommen gezeigt, wie sie damit umgehen und können loslegen. Respekt sowie achtsamer Umgang miteinander und mit dem Material zählen dabei zu wichtigen Prinzipien – und jetzt das.
Götz reparierte die Werkstücke, was er als schwierig bezeichnet. Denn bei Arbeiten von Kindern bringe es nichts, sie schnell mit ein paar Nägeln oder Schrauben zusammenzufügen. Das müsse in der gleichen Art montiert werden, wie es das Kind zuvor auch selbst getan hat. „Sie müssen es so wiederfinden, wie sie es verlassen haben. Sonst ist es ja nicht mehr ihres“, erklärt er.
Mühe hatte er etwa mit dem kopflosen Holzpferd. „Dabei hatten sie so eine Freude daran, das zu bauen“, erinnert er sich. Hochkonzentriert seien die Kinder bei der Sache gewesen, als sie an der Figur arbeiteten. Und erst beim Bemalen. „Sie sind mit in Farbe getunkten Pinseln um das Pferd getanzt und haben ihm dabei schwarze Sprenkel aufgespritzt. Geschrien haben sie vor Vergnügen – und ausgeschaut haben sie nachher!“, schmunzelt er. Es sei bitter für ihn gewesen, diese Figur auf der Wiese zu finden und ihren Kopf ein Stück weit daneben.
Er und Michael Straube vom Verein Regensburger Eltern, der den Bauspielplatz betreibt, mussten den Kindern in der Folge erklären, warum manche Sachen kaputt sind. „Sie waren traurig, aber auch wütend“, sagt Straube. Es sind aber längst nicht nur die Kinder, die diese Vorfälle ärgern. „Beim Familientag bringen sie ihre Verwandten mit und arbeiten mit ihnen gemeinsam. Die Zerstörungswut macht sie alle betroffen“, erklärt er.
Es gab weitere Fälle
Götz und Straube berichten von weiteren Tagen, an denen sie auf das Gelände kamen und Verwüstung vorfanden. Bereits zwei Wochen zuvor sei das schon einmal passiert. Auch im vergangenen Jahr habe es zwei dieser Vorfälle gegeben. Bisher haben sie von einer Anzeige bei der Polizei abgesehen. „Der materielle Wert ist hier ja nicht groß. Ausschlaggebend ist der ideelle Wert für die Kinder“, verdeutlicht Straube. Götz schätzt, dass eine Anzeige nicht viel bringen wird. „Die kommen immer in der Nacht und wenn wir dann nachmittags aussperren, sind sie längst über alle Berge“, sagt er.
Sollte es wieder zu derartigem Vandalismus kommen, werden die beiden die Polizei aber auf jeden Fall verständigen, kündigen sie an. Zudem wollen sie die Überwachung auf dem Gelände ausweiten. Außerdem haben sie die Nachbarn gebeten, die Augen offenzuhalten. Straube berichtet von einem weiteren Fall, bei dem ein Anwohner einen Eindringling in der Nacht auf dem Grundstück beobachtete und die Polizei rief. „Den haben sie gefasst“, erzählt er.


