Landrat Franz Löffler empfängt in Roding Staatssekretär Tobias Gotthardt zum Austausch

Von Mittelbayerische Zeitung · 17. April 2025 um 05:00

Landrat Franz Löffler hat gemeinsam mit Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl den Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Tobias Gotthardt (Freie Wähler) zu einem Austauschtreffen über das internationale Fachkräfteprojekt des Landkreises mit Kirgistan am Freitag in der Berufsschule Roding begrüßt.

Im Beisein zweier kirgisischer Azubis der Firma Müller Präzision informierte sich der Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums über das 2023 gestartete Pilotprojekt, in dessen Zuge bereits 70 junge Menschen aus Kirgistan eine Ausbildung bei Unternehmen in der Region begonnen haben. Nach dem Gespräch folgte ein Rundgang durch die Produktionshallen von Müller Präzision in Roding.

„Wenn wir in Bayern und auch im Landkreis Cham unseren bisherigen Wohlstand erhalten wollen, dann brauchen wir einen funktionierenden Arbeitsmarkt.“

Landrat Franz Löffler

„Wenn wir in Bayern und auch im Landkreis Cham unseren bisherigen Wohlstand erhalten wollen, dann brauchen wir einen funktionierenden Arbeitsmarkt. Mit dem Kooperationsprojekt mit Kirgistan geben wir hierauf eine wichtige Antwort, in dem wir auf eine gezielte qualifizierte Zuwanderung im engen Austausch mit den Partnern aus dem Herkunftsland setzen“, erläuterte der Landkreischef den Hintergrund der Initiative.

Perfekte Betreuung der Azubis vor Ort

Der Schlüssel zum Erfolg bei der Umsetzung des Projekts liege in einer perfekten Betreuung der Azubis vor Ort. Dies geschehe durch ein breites Netzwerk an Partnern aus Agentur für Arbeit, Volkshochschule, Handwerkskammer, IHK und der Wirtschaftsförderung. Hinzu kommen direkte Verbindungen nach Kirgistan zu Partnerorganisationen und örtlichen Schulen.

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16 heimische Betriebe von Industrie, Gastronomie und Handel bis zur Pflege sind mit 13 Ausbildungsberufen an dem Projekt beteiligt. Nach dem erfolgreichen Start 2023 mit 21 Azubis haben im September 2024 weitere 48 junge Menschen ihre Ausbildung begonnen. Wie Winfried Ellwanger, Geschäftsführer der Vhs, erläuterte, werden die Azubis mit einer gezielten persönlichen Betreuung begleitet. „Dazu gehören auch Maßnahmen zur Integration ins gesellschaftliche Leben. Zum Beispiel, indem wir Verbindungen zur örtlichen Feuerwehr oder Sportvereine herstellen.“ Gleichzeitig arbeite man intensiv daran, das Netzwerk im Herkunftsland weiter auszubauen. Hierbei stehe die Sprachausbildung im Fokus.

Unterdurchschnittliche Abbrecherquote

Siegfried Zistler, Leiter der Berufsschule Cham, verwies auf eine unterdurchschnittliche Abbrecherquote unter den kirgisischen Schüler im laufenden Jahrgang. „Damit die Durchfallquote nicht steigt, brauchen wir eine Stärkung der Sprachförderung, denn das ist die Grundlage für das Erlernen der fachlichen Sprache.“

Mit einer Unterstützung der Deutsch-Lehrkräfte vor Ort könne hier vieles erreicht werden, so die Einschätzung von Siegfried Bäumler, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. IHK-Chef Richard Brunner hob das Alleinstellungsmerkmal des Chamer Projekts hervor

Staatssekretär Gotthardt zeigte sich beeindruckt von der Netzwerkarbeit in der Region und der Initiative des Landkreises bei der Suche nach Lösungen auf den Fachkräftemangel:. „Was Sie im Landkreis Cham mit den Kooperationspartnern aus Volkshochschule Cham, IHK, Agentur für Arbeit und Landkreis auf die Beine gestellt haben, ist ein wirkliches Vorzeigeprojekt, und zwar nicht nur für Bayern, sondern für ganz Deutschland.“

Er kündigte an, das Thema im Zuge der bevorstehenden Konsultationen der Bayerischen Wirtschaftsdelegation zum Schwerpunkt Zentralasien einzubringen sowie auch zu künftigen Gesprächen mit Diplomaten mitzunehmen.

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