Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl über Bauprojekte, Kulturangebote und Zukunftspläne

Freibad-Sanierung, neue Grundschule, Kagerstraße Nord: Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl spricht im Exklusiv-Interview nicht nur über aktuelle und geplante Bauprojekte, sondern auch über ihre persönlichen Pläne und eine Zukunftsvision für die Stadt. Das Amt sei nach wie vor ihr Traumjob, sagt sie.
Frau Bürgermeisterin, Sie haben vor einiger Zeit gesagt, Sie haben Ihren Traumjob gefunden. Ist das immer noch so – und was macht die Aufgabe besonders?
Riedl: Ja, das würde ich immer noch unterschreiben. Man hat wahnsinnig viele Möglichkeiten, man trifft viele Menschen, kann Dinge anschieben und etwas bewegen. Man ist nicht nur der, der immer reagieren muss – das macht mir viel Freude. Der Job macht mir nach wie vor viel Spaß, auch wenn es immer mal wieder Dinge gibt, über die man sich ärgert. Aber das sind meistens Einflüsse von außen, die man nicht im Griff hat. Dann ist es meine Aufgabe, Lösungen zu finden.
Ist das Amt so, wie Sie es sich vorgestellt haben, oder ist manches ganz anders?
Riedl: Ich hatte keine konkreten Vorstellungen. Jeder Tag ist anders. Ich wollte etwas bewegen und auch ein Stück weit in eine andere Richtung gehen. Das war mein Ziel.
2023 ist Sohn Theo zur Welt gekommen. Klappt es in diesem Amt, Familie und Beruf zu vereinen?
Riedl: Das ist genauso eine Herausforderung wie in jedem anderen Beruf. Aber es ist natürlich machbar. Man muss sich organisieren, das klappt sehr gut. Beide Familien helfen zusammen. Theo geht es sehr gut, er ist jetzt 14 Monate alt und bereitet uns viel Freude. Zum Volksfest durfte er schon mit, da er gerne Blasmusik hört.
Erst Pläne für ein Ganzjahresbad, dann Bürgerentscheid, schließlich doch eine Sanierung: Das Freibad bewegt die Bürger. Hätten Sie es gerne schon am 1. August eröffnet statt nächstes Jahr am 1. Mai?
Riedl: Das hat mich natürlich geärgert, weil ich mir auch Ziele stecke. Dass der 1. August sportlich war, war uns bewusst. Es wäre aber machbar gewesen. Jedoch sind bei der Freibad-Baustelle einige Unwägbarkeiten hinzugekommen. Vor allem der viele Regen hat zu Verzögerungen geführt. Aber ich bin jetzt gar nicht so traurig, weil wir am 1. Mai ein komplett fertiges Freibad eröffnen können. Der Probebetrieb läuft. Ich bin sehr zufrieden – und die Bürger dürfen sich auch auf ein tolles Bad freuen.
In Oberkreith soll das Industriegebiet erweitert werden. Jetzt läuft der Bund Naturschutz gegen die geplante Rodung Sturm. Wie geht es dort weiter?
Riedl: Als ich davon gelesen habe, habe ich alle Beteiligten eingeladen. Wir haben uns die Entscheidung im Stadtrat nicht leicht gemacht, wie wir das Areal weiterentwickeln wollen. Eine sinnvolle Alternative für die Firmen dort haben wir nicht. Ich werde jetzt warten, ob oder bis die Ortsgruppe die Unterschriften beisammen hat und auf mich zukommt. Die Planungen laufen im Hintergrund weiter. Derzeit wird der Bebauungsplan erstellt. Das Interesse der Unternehmen ist jedenfalls weiterhin da. Das Projekt steht aber noch am Anfang.
Großes ist auch für die Kagerstraße Nord an der B 85 angekündigt. McDonald‘s, Mömax und Baudi – wann rollen dort endlich die Bagger?
Riedl: Wir haben zunächst versucht, inklusive Edeka, Lidl und DM ein großes Einkaufszentrum zu schaffen. Regierung und Ministerium haben einen Einzelhandel am Stadtrand aber vehement abgelehnt. Jetzt laufen die Planungen für die Zufahrtsstraße. Die Abstimmungen mit McDonald‘s laufen, auch hinsichtlich eines Kaufvertrages. Ich gehe davon aus, dass dort heuer nichts mehr passieren wird. Aber dass das Fast-Food-Restaurant nächstes Jahr kommt, ist 100 Prozent sicher. Mömax ist auch sicher, da laufen detaillierte Abstimmungen. Auch mit dem Baumarkt Baudi werden wir durch die Absage für den Einzelhandel wieder Gespräche aufnehmen. Für eine Disco gibt es aktuell keinen Bewerber. Interessenten können sich aber gerne melden.
Apropos Edeka: Falkenstein und Schorndorf haben einen, jetzt entsteht einer in Wilting – gibt es eine Chance für eine Rückkehr in Roding?
Riedl: Edeka will unbedingt nach Roding und die Bürger wollen unbedingt einen Edeka. Wir sind ein Mittelzentrum. Da finde ich es schade, dass uns Entfaltungsmöglichkeiten abgesprochen werden. An der Kagerstraße hätte das unserer Meinung nach perfekt gepasst. Ich bin weiter mit Edeka in Kontakt und arbeite daran, dass wir die Ansiedlung an einem anderen Standort realisieren können. Es gibt aber auch Grundstücke, auf die die Stadt keinen Einfluss hat. Das Thema habe ich noch nicht aufgegeben.
Volksfest, Weihnachtsdorf, Reibn-Fest, kostenlose Konzerte auf der Flussbühne: Muss für diese Ausgaben woanders gespart werden?
Riedl: Man muss es sich als Stadt schon leisten, ein Volksfest und einen Christkindlmarkt zu haben. Das hat auch vorher schon Geld gekostet. Ich denke, dass die Veranstaltungen bei den Bürgern sehr gut ankommen. Gerade die Flussbühne ist eine tolle Location, die Konzerte fanden Anklang. Die Bühne sollen künftig auch Vereine, Firmen oder andere Veranstalter nutzen können. Natürlich kostet das Geld. Diese Ausgaben sind so marginal, die werden im Stadthaushalt kein Loch reißen. Das ist aber bei Kunst und Kultur immer so. Mir ist es ein Anliegen, dass man Jung und Alt in Roding etwas bietet – und die Bürger nicht immer den Drang haben müssen, in andere Städte zu fahren.
Welche Projekte stehen in nächster Zeit an?
Riedl: Neben Freibad-Sanierung, Gerätehaus der Feuerwehr Altenkreith und Neubau von Feuerwehr- und Kinderhaus in Wetterfeld ist das nächste Großprojekt die neue Grundschule Roding samt Kindergarten. Wir hoffen, dass die Burschen mit den Platzerstadel zügig vorankommen. Ein Zukunftsprojekt sind auch das Platzer- und das Kerscher-Wirtshaus, die sich die Kommune gesichert hat, um einen Teil dieses prägenden Stadtbildes erhalten zu können. Die Ideen gehen uns nicht aus. Wir sind aber immer noch hoch verschuldet, was uns bei dem ein oder anderen Wunsch einschränkt.
In eineinhalb Jahren finden die Kommunalwahlen statt. Haben Sie Lust auf eine weitere Amtszeit?
Riedl: Mir macht das Amt nach wie vor viel Spaß. Ich könnte mir das auf jeden Fall vorstellen – und würde gerne als Bürgermeisterin weitermachen.
Was ist Ihre Zukunftsversion für Roding?
Riedl: Ich wünsche mir ein „Großes Miteinander“. Da gehören sowohl das gesellschaftliche Leben dazu als auch die Industrie, die Geschäftswelt und natürlich die Bürger. Momentan werden oft Keile zwischen die Leute getrieben. Das finde ich sehr schade. Denn es geht darum, dass man in Roding zufrieden und glücklich lebt, dass es einem in der Heimat gefällt.
