Meilenstein bei der Generalsanierung: Das Wasser kommt zurück ins Rodinger Freibad

Von Oliver Hausladen · 19. September 2024 um 15:00

„Das wird ein tolles Freibad“, sagt Thomas Pickel, Geschäftsführender Gesellschafter von L&P Beratende Ingenieure GmbH, bei einem Rundgang auf Rodings größter Baustelle. Und er spricht dabei aus Erfahrung: Rund 30 Bädersanierungen hat er mit seiner Firma schon geplant und durchgeführt.

Das 14 Millionen Euro teure Projekt hat nun einen weiteren Meilenstein genommen: Seit Dienstag werden die Edelstahlbecken des „Platschare“ wieder mit Wasser gefüllt, ein Probebetrieb wird folgen, bevor die Bürger ab 1. Mai kommenden Jahres das generalsanierte Freibad wieder nutzen können.

Die Becken werden nach und nach befüllt, gestartet wurde mit dem Schwimmerbecken, erläutert der Technische Vorstand der Städtischen Betriebe Roding, Richard Fischer. Und obwohl das mit 24 Kubikmetern Wasser pro Stunde geschieht, dauert es vier Tage, bis das 50-Meter-Becken voll ist „Da sieht man schon die Dimensionen“, sagt Bürgermeisterin Alexandra Riedl.

„Werden heuer fertig“

Wenn die Becken gefüllt sind, gehen auch die Badewasser-Technik sowie die Fernwärmeleitung in Betrieb, so der Technische Vorstand zum weiteren Vorgehen.

Es sei schon etwas Besonderes zu sehen, wie sich die Becken wieder mit Wasser füllten, sagt Riedl. „Wir werden definitiv in diesem Jahr fertig und können nach dem Probebetrieb dann zur nächsten Badesaison starten“, macht die Rathaus-Chefin deutlich. Dann sei durch den Testbetrieb auch gewährleistet, dass alles reibungslos laufe, wenn die Gäste zurückkehren.

Dass das Freibad nicht wie ursprünglich geplant heuer schon wieder eröffnet werden konnte, führte Pickel in erster Linie auf die Witterung zurück: „Ich habe noch nie eine Freibad-Sanierung erlebt, bei der es so schlechtes Wetter gab.“ So seien etwa in jüngster Zeit vor allem die Außenarbeiten „extrem ausgebremst“ worden. Nun aber konnte mit dem Befüllen der Becken ein wichtiger Schritt getan. Wenn das Wasser drin ist, wird zunächst getestet, ob die Becken dicht sind, erläutert er. Dann gehen am 30. September die Filter in Betrieb, das Umwälzen des Wassers beginnt. Ab 2. Oktober werden die Becken dann auf 20 Grad aufgeheizt, um unter anderem durch ein Färbemittel zu testen, ob sich das Chlor überall verteilt.

Insgesamt sechs riesige Filter, in denen Sand und Aktivkohle zum Einsatz kommen, sind im Technikgebäude untergebracht. Bewegt wird dabei eine enorme Menge Wasser, wie Pickel veranschaulicht: Alleine im Schwimmerbecken mit 1600 Quadratmetern Fläche und 2000 Kubikmetern Volumen werden pro Stunde 470 Kubikmeter umgewälzt.

Technik auf neuestem Stand

Die Technik sei in allen Bereichen auf dem neuesten Stand, betont Pickel, „Roding wird das modernste Freibad, das ich kenne.“ Etwa sechs Wochen, bis Ende November, werde der Probebetrieb insgesamt dauern, dadurch gäbe es auch ein Zeitfenster, sollte etwas nicht so funktionieren wie geplant. Das Wasser bleibt danach in den Becken, alle Anlagen werden aber ausgeschaltet, bevor sie dann Ende März oder Anfang April (je nach Wetter) wieder hochgefahren werden.

Auch ansonsten präsentiert sich das „Platschare“ in großen Teilen als fertig. Neben den Becken sind unter anderem beide Rutschen, eine davon sogar mit Zeitmessung, ebenso schon gebaut wie der neue Aufsichtsturm. Auch die Kletterwand am Springerbecken wäre schon einsatzbereit. Diese neue Attraktionen käme in vielen anderen Freibädern sehr gut an, sagt Pickel, „das wird sicher auch in Roding so sein.“ Die Bürger könnten sich auf ein modernes Bad mit vielen neuen Attraktionen freuen.

Die Sprungbretter und die Kletterwand beim Springerbecken sind bereits fertig.
Die große Rutsche wird sogar eine Zeitmessung erhalten.
Die Technik ist auf dem neuesten Stand.