Verzögerung bei Großprojekt: Die Freibad-Saison in Roding muss heuer entfallen

Von Oliver Hausladen · 15. April 2024 um 15:04

Zum 1. August hätte das Rodinger Freibad nach der Generalsanierung wieder eröffnen sollen, lange habe es auch gut ausgesehen, aber letztlich hätten Verzögerungen auf der Großbaustelle es unmöglich gemacht, diesen Termin zu halten, bedauert Bürgermeisterin Alexandra Riedl.

Die Folge: Da es auch keinen Sinn machen würde, im September für wenige Wochen die Toren zu öffnen, wird das Platschare erst 2025, dann aber im neuen Glanz und mit zusätzlichen Attraktionen, wieder besucht werden können.

„So leid es uns tut, und so sehr uns das Projekt am Herzen liegt, aber eine Eröffnung zum Start der Sommerferien hätte keinen Sinn gemacht“, erläuterte Riedl bei einem Pressetermin vor Ort. Sie wollte dies zumindest frühzeitig bekanntgeben, damit die Bürger noch umplanen und sich etwa Dauerkarten für die umliegenden Bäder kaufen können. „Viele Familien planen schon“, weiß die Rathaus-Chefin.

Lange Zeit sah es gut aus

Es sei keinesfalls so, dass auf der Baustelle nichts vorangehe. Viele Dinge wie das Technikgebäude seien auch (fast) fertig, auch sind etwa die beiden Rutschen schon da, betonten Riedl, der Technische Vorstand der Städtischen Betriebe Roding, Richard Fischer, sowie Vertreter der Planungsfirmen, die auch die ausführenden Unternehmen ausdrücklich lobten. Doch könne auf der größten Baustelle Rodings, das Projekt kostet rund 13,9 Millionen Euro, nicht alles beeinflusst werden.

Lange habe es nur wenige Verzögerungen gegeben, so dass eine Eröffnung zum 1. August realistisch schien, so Riedl. Drei Gründe hätten aber nun dazu geführt, dass dies nicht möglich sei, erklärte die Bürgermeisterin. So sei erst ein Prüfstatiker nicht mit der Planung des Springerbeckens einverstanden gewesen, was zu Verzögerungen führte. Dazu kam, dass bei starkem Regen im Dezember zwei Tanks aufgeschwemmt wurden. Auch war der Winter zwar mild, brachte aber viel Regen, so dass die großen Baustellenfahrzeuge teilweise nicht mehr benutzt werden konnten, weil der Boden so schlecht war.

Da auch manche Dinge auf der Großbaustelle erst gemacht werden können, wenn anderes erledigt ist, sei letztlich der Punkt erreicht gewesen, zu sagen, dass es mit einer Eröffnung heuer nichts mehr wird, erläutert die Rathaus-Chefin, zumal auch unter anderem der Landschaftsplaner noch gar nicht mit seinen Arbeiten habe beginnen können. Zudem sei es nicht zielführend, den Betrieb zu starten, wenn neben den Badenden noch die Bagger im Einsatz seien.

Die Stadt wäre auch bereit gewesen, Geld für „Beschleunigungsarbeiten“ auszugeben, sagte Riedl, „aber diese hätten auch nicht so viel gebracht, um zum Stichtag fertig zu werden.“ Das Platschare solle nach der Wiedereröffnung auch einen schönen Eindruck machen, ist ihr wichtig. Erst im September zu öffnen, mache keinen Sinn, „wenn, dann hätte es zu Beginn der Sommerferien sein müssen.“ „Wir haben alles versucht, viele haben auch Lösungsvorschläge gemacht, aber letztlich blieb keine andere sinnvolle Entscheidung übrig“, ergänzte Schwarz.

Es gäbe aber nicht nur schlechte Nachrichten, betonte Riedl. So werde das Freibad definitiv in diesem Jahr fertiggestellt. Auch einen Probebetrieb, bei dem alles getestet wird, werde es geben, „damit wir dann im neuen Jahr die Badesaison ohne Probleme durchführen können.“

Projekt im Kostenrahmen

Auch liege das Projekt im Kostenrahmen, sagte Kämmerer Josef Zwicknagl, obwohl sich die Stadt noch zusätzlich eine zweite Rutsche sowie eine Kletterwand habe leisten können. „Es wird ein ganz tolles Freibad, wo für jeden etwas dabei ist, das ist auch jetzt schon zu sehen – nur dass es eben erst 2025 benutzt werden kann“, merkte Riedl an.

Bürgermeisterin Alexandra Riedl, Kämmerer Josef Zwicknagl (li.) und Vertreter der Planungsfirmen bedauern die Entscheidung, sie sei aber alternativlos.
Viel los ist derzeit auf der größten Baustelle Rodings.
Die beiden Rutschen wurden bereits geliefert und stellen besondere Attraktionen dar.
Das Technikgebäude ist so gut wie fertig.
Schlechter Boden ist ein Hauptgrund für Verzögerungen.