Unterschriftenlisten gegen Rodung von acht Hektar Wald im Industriegebiet Oberkreith füllen sich

Von Oliver Hausladen · 7. Oktober 2024 um 15:00

Auf viel Resonanz stößt die Unterschriften-Aktion der Rodinger Ortsgruppe des Bund Naturschutz gegen die geplante Rodung von acht Hektar Wald für eine Vergrößerung des Industriegebiets Oberkreith.

Etwa 600 Unterstützer und damit die Hälfte, die für die Einleitung eines Bürgerbegehren nötig sind, haben sich auf den Listen eingetragen. „Wir sind auf einem guten Weg“, findet daher Ortsgruppen-Vorsitzender Konrad Höcherl – es gelte aber, mit gleichem Engagement weiterzumachen.

Die Fläche nördlich des bestehenden Industriegebiets soll gerodet werden, um Erweiterungsmöglichkeiten für ansässige Firmen zu schaffen, vor allem sollen auch Parkplatzflächen und Wohnmöglichkeiten entstehen. Höcherl und seine Mitstreiter machen sich für einen weniger radikalen Eingriff in die Natur stark und streben deshalb ein Bürgerbegehren an, damit die Stadt die Planungen erst einmal stoppen und neu entscheiden müsste. Durch den Verlust der großen Waldfläche gehe viel Lebensraum für Tiere und auch ein für Menschen sehr wichtiges Ökosystem verloren, erläutert der Vorsitzende.

Listen liegen aus

Seit Anfang September werden Unterschriften gesammelt, die Listen liegen in zahlreichen Rodinger Geschäften, Apotheken und Arztpraxen aus. Zusätzlich organisiert die Ortsgruppe des Bund Naturschutz regelmäßig Info-Aktionen, etwa vor Supermärkten, wo für Unterschriften geworben wird. Besonders Maria Demmel und Andrea Kopfmann würden dabei viel Engagement zeigen, sagt Höcherl.

Die meisten Bürger an den Infoständen stünden der Unterschriften-Aktion sehr positiv gegenüber, berichtet der Vorsitzende. Einigen sei der Wald, der gerodet werden soll, gut bekannt aus Spaziergängen und als Naherholungsgebiet, andere wüssten aber auch noch nichts von den Erweiterungsplänen für das Industriegebiet, hat er festgestellt.

Wenige kritische Stimmen

Teilweise gäbe es auch negative Stimmen, was Höcherl aber nicht wundert: „Es gibt auch Argumente für die Gegenseite. Aber für uns ist es wichtiger, das Ökosystem Wald zu schützen und eine Abrodung in dieser Größenordnung zu verhindern.“

Argumente ausgetauscht wurden auch bei einem Gespräch im Rathaus, zu dem Bürgermeisterin Alexandra Riedl die Vorstandschaft der Bund-Ortsgruppe eingeladen hat, wie Höcherl berichtet. „Das war eine gute Aktion, weil sie auch zeigt, dass wir gesehen und ernst genommen werden“, bewertet er das Treffen. Dabei sei sachlich miteinander gesprochen worden, „zu einer Lösung sind wir aber erwartungsgemäß nicht gekommen“. Trotzdem dankt er der Rathaus-Chefin für Einladung und Gespräch, wie er betont.

Höcherl und seine Mitstreiter wollen weiter eifrig für ihre Sache werben, „ich bin zuversichtlich, dass wir dann auch die restlichen Unterschriften zusammenbekommen.“ Die Listen liegen weiterhin aus, auch soll es wieder gezielte Aktionen geben. So will die Ortsgruppe etwa beim nächstenverkaufsoffenen Sonntag mit Standmarkt am 20. Oktober informieren und um Unterschriften bitten.