Erfand 29-Jährige im Januar 2024 Sexualverbrechen am Obelisken in Regensburg?

Eine, wie sich später herausstellte, offenbar erfundene Vergewaltigung im Fürst-Anselm-Park hat die Diskussion um kriminelle Migranten in Regensburg einst massiv befeuert. Zwei arabisch aussehende Männer hätten sie in ein Gebüsch gezerrt und sich an ihr vergangen, sagte eine junge Frau. Bald ermittelte die Kripo jedoch gegen die heute 29-Jährige. Ein weiterer Vorfall brachte sie in U-Haft. Nun soll ihr der Prozess gemacht werden.
Ein Sexualverbrechen am helllichten Tag und keiner soll etwas mitgekriegt haben? Zweifel an den Angaben der jungen Frau hatten Ermittler der Regensburger Kripo früh. Im Kern blieb das vermeintliche Opfer aber bei seinen Angaben. Sie sei am 19. Januar, einem Freitag, nahe des Schwammerls angesprochen und dann verfolgt worden, sagte die junge Frau. Einer der Männer soll sie vergewaltigt haben, der Zweite ganz in der Nähe gestanden haben.
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Sogar im Regensburger Stadtrat war der Fall damals öffentlich zum Thema gemacht worden. Wie sich dabei zeigte, waren Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsservices (KOS), die rund um den Bahnhof Streife gehen, nur eine Viertelstunde vor dem Tatzeitraum abgerückt. Nur gut zwei Wochen später wurde klar, warum diese ebenfalls nichts sahen: Das Polizeipräsidium bestätigte, dass gegen die Anzeigenerstatterin selbst ermittelt wird. Es seien „Widersprüche zum Vor- und Nachtatgeschehen“ aufgetaucht, hieß es.
Zweiter Vorfall brachte sie in U-Haft
Auch eine zweite Vergewaltigung nur eine Woche vor der Wende in dem deutschlandweit zitierten Fall am Obelisken endete ohne Anklage. Zwei zunächst verhaftete junge Tunesier wurden freigelassen, nachdem auch zur angezeigten Tat an der Römermauer, nahe des Busbahnhofs, Zweifel aufgekommen waren. Das Verfahren wurde Monate später eingestellt. Gegen die junge Frau, auf die Passanten damals wegen ihrer Hilfeschreie aufmerksam geworden waren, gab es allerdings keine Ermittlungen.
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Anders im Fall der jungen Russin aus dem Fürst-Anselm-Park. Gegen sie lief ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat. Ein zweiter, fast identischer Vorfall brachte sie schließlich in Untersuchungshaft: Anfang September erschien die heute 29-Jährige bei der Polizei und zeigte erneut eine Vergewaltigung an. Diesmal im Fokus: ihr Ex-Freund. Der soll sie mit einem weiteren unbekannten Mann ins Auto gezerrt und mit ihr zu einem Parkplatz im Landkreis gefahren sein. Dort sollen sich beide die ganze Nacht an ihr vergangen haben und sie später in Regensburg freigelassen haben.
Wurden Lügen eingeräumt?
Doch auch an dieser Geschichte war letztlich wohl kein Funke Wahrheit. Als Kripobeamte die Frau vernahmen, soll sie zugegeben haben, dass sie alles nur erfunden hatte. Diesmal hatten die Behörden weniger Nachsicht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft schickte die Ermittlungsrichterin die 29-Jährige in U-Haft – der Vorwurf: falsche Verdächtigung. Dort wartet die Russin ohne festen Wohnsitz nun auf ihren Prozess.
Wie ein Sprecher des Amtsgerichts auf Nachfrage bestätigte, ist die Anklage zugelassen und das Verfahren eröffnet worden. Mitte Juni müsse sich die junge Frau deshalb verantworten. Bis dahin bleibt sie jedoch weiter im Gefängnis, allerdings in anderer Sache.