Tunesier im Fokus: Zweite Vergewaltigung in wenigen Tagen sorgt für Aufregung in Regensburg

Es ist das zweite Sexualdelikt innerhalb weniger Tage: Am Donnerstagabend sollen sich zwei Tunesier unweit des Bahnhofs an einer 29-Jährigen vergangen haben. Rund eine Woche zuvor soll eine 27-Jährige nur wenige hundert Meter entfernt vergewaltigt worden sein.
+++ UPDATE: Sexualdelikt am Regensburger Bahnhof: Tunesier kommen in Untersuchungshaft +++
Das ist den Ermittlern zufolge am Donnerstag geschehen: Gegen 19.45 Uhr riefen Passanten die Polizei, weil sie an der Römermauer unweit des Ernst-Reuter-Platzes Hilfeschreie hörten. Zudem sagten die Zeugen, sie hätten einen Mann flüchten sehen. Nur zwei Minuten später traf die Polizei ein. Die Beamten fanden eine 29-Jährige vor, die den Polizisten sagte, sie sei von zwei Männern vergewaltigt worden.
Missbraucht und ausgeraubt
Die Frau sagte darüber hinaus, dass sie selbst die beiden Männer an der Albertstraße angesprochen habe. Anschließend sei sie gemeinsam mit ihnen zur Römermauer gegangen. Warum sie die beiden Männer dorthin mitnahm, ist derzeit völlig offen. Das sei Teil der Ermittlungen, hieß es von der Polizei auf MZ-Nachfrage.
An der Römermauer vergingen sich die Männer an der Frau. Zudem stahlen sie der 29-Jährigen Bargeld und eine Bankkarte. Die Polizei wertete sofort die Bilder einer Überwachungskamera aus – und wurde fündig. Die Beamten konnten zwei Tunesier als mutmaßliche Täter identifizieren. Sie sind 20 und 22 Jahre alt und lebten zuletzt in einer Regensburger Asylunterkunft. Sie wurden festgenommen und am Freitag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht vorgeführt.
Der Bereich an der Römermauer ist sehr verwinkelt und insbesondere im Dunkeln schlecht einzusehen. Zahlreiche Spritzen lassen darauf schließen, dass das Denkmal vielen Drogenabhängigen als Rückzugsort dient.
Nur wenige hundert Meter entfernt wurde laut Polizei am 19. Januar, also am Freitag vor einer Woche, eine 27-Jährige vergewaltigt. Die junge Frau soll von zwei Männern mit „arabischem Aussehen“ am Obelisken im Fürst-Anselm-Park in ein Gebüsch gezerrt worden sein. Einer der beiden soll die Frau vergewaltigt haben. Die beiden Männer hatten die Frau zuvor am Schwammerl angesprochen. Wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte, werden die beiden Männer nach wie vor gesucht.
Die Tat sorgte für einen Aufschrei in der Stadt. Viele Regensburger fragten sich, wie es sein kann, dass eine junge Frau am helllichten Tag an einem belebten Ort vergewaltigt wird – und keiner schreitet ein.
Die Behörden arbeiten seit Längerem mit einer eigens ins Leben gerufenen Aktionsgruppe daran, das Bahnhofsumfeld sicherer zu machen. Bei einer Pressekonferenz Anfang Dezember stellten Stadt, Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht eine Reihe von Maßnahmen vor. So kündigte die Stadt an, Bänke zu entfernen. Mittelfristig, so sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer damals, wolle die Stadt auch für mehr Beleuchtung sorgen. Die MZ hat genau dazu am vergangenen Donnerstag nachgehakt. Das Ergebnis: Es steht nach wie vor nicht fest, wann das Bahnhofsareal besser ausgeleuchtet wird. Einer Stadt-Sprecherin zufolge warte die Behörde ab, welche Beleuchtung am besten zum geplanten Ausbau der Videoüberwachung passe. Zudem habe die Naturschutzbehörde in den Parkanlagen ein Mitspracherecht.
Tunesier im Fokus der Justiz
Neben den Maßnahmen der Stadt haben auch die Sicherheitsbehörden reagiert. Die Staatsanwaltschaft hat eigens ein Sonderreferat gebildet, dass sich ausschließlich mit sogenannten Mehrfachintensivstraftätern befasst. Das sind Personen, die innerhalb kürzester Zeit durch mehrere Straftaten auffallen. Insbesondere am Bahnhof fällt diese Tätergruppe auf. Das Sonderreferat der Staatsanwaltschaft konnte bislang rund 30 Personen dieser Tätergruppierung zuordnen. Darunter auch zahlreiche Tunesier – wie die beiden mutmaßlichen Täter in dem Sexualdelikt am Donnerstagabend.
Immer wieder machen kriminelle Tunesier in den vergangenen Wochen Schlagzeilen. An Silvester randalierte eine Gruppe aus dem nordafrikanischen Land vor einem Lokal in der Innenstadt. Sie sollen mehrere Menschen verletzt haben, zudem sollen sie eine Frau belästigt haben. Drei Männer wurden Anfang der Woche verhaftet.