Aktion der Wirte fällt heuer aus: Gäste in Berching müssen auf besondere Frühlingsgerichte verzichten

Von Bernhard Neumayer · 9. April 2025 um 05:00

Im Frühling konnten sich Berchinger (Landkreis Neumarkt) und Touristen in den vergangenen 15 Jahren auf besondere Speisen freuen. In diesem Jahr präsentieren Gasthäuser erstmals keine zusätzliche Karte. Sind Aktionen wie „Cittaslow – leichte Frühlingsküche“ oder „Wilder Herbst“ damit gestorben?

„Es ist sehr schade, dass die Aktion dieses Jahr nicht stattfindet“, bedauert Anikó Kerl, die als Leiterin des Tourismusbüros die besonderen Wochen begleitete. Bereits in den vergangenen Jahren sei leider zu beobachten gewesen, dass sich von Jahr zu Jahr weniger Betriebe an der Aktion beteiligt haben, sagt Kerl.

Cittaslow Frühlingsküche: Immer weniger Interesse in Berching

2019 waren noch fünf Gasthäuser dabei (Kloster, Gewürzmühle, Winkler, Blaue Traube, Meteora). 2023 beteiligten sich mit Kloster, Gewürzmühle, Winkler und der Post vier Betriebe, im vergangenen Jahr waren es nur noch drei. Damals setzte Plankstetten wegen des Umbaus der Klosterschenke aus.

„Heuer wären wir gerne wieder dabei gewesen“, sagt Geschäftsführer Pater Josef Maria Böge auf Nachfrage unserer Zeitung. Er wisse nicht, warum die Aktion heuer ausfalle. In den Prozess sei er nicht eingebunden gewesen. Er hätte es nach eigenen Angaben aber als Chance für die Klosterschenke gesehen, sich an der Aktion zu beteiligen und den neuen Biergarten zu präsentieren.

„Wir hätten auch wieder mitgemacht“, sagt Markus Plank vom Brauereigasthof Winkler. „Aber wir wären nur noch zu zweit gewesen. Deshalb haben wir uns entschieden, heuer nichts zu machen“, sagt Plank, der auch der Vorsitzende der Tourismusgemeinschaft ist.

Tourismusgemeinschaft steht vor Neuerung

Der Verein ist für die Aktion, die vom Tourismusbüro unterstützt wird, verantwortlich. Er stehe aber vor einem Wandel, wie Plank sagt. Im Hintergrund liefen Gespräche, einen neuen Verein zu gründen, bei dem sich Berchinger Gruppen wie Tourismus- und Werbegemeinschaft zusammenschließen. Dadurch sollen laut Plank Kräfte gebündelt werden, um Tourismus- und Gastronomie-Aktionen in Berching durchzuführen. Planks Kernbotschaft: „Es bewegt sich etwas, das Berching voranbringen soll.“

Auch Egon Schmidt von der Gewürzmühle stellt das Positive seines Restaurants heraus. Er möchte nach eigenen Angaben im Sommer auch samstags seinen Biergarten öffnen, sofern es die dünne Personaldecke erlaubt. Aktuell hat die Gewürzmühle samstags aus personellen Gründen geschlossen. „Wir haben vor, dass wir im Sommer an Samstagen hin und wieder Grillabende anbieten“, sagt Schmidt, der dafür aber Personal im Service und in der Küche sucht.

Der Personalmangel sei auch ein Grund gewesen, warum sich die Gewürzmühle heuer nicht mehr an der Aktion Frühlingsküche beteiligt hätte. Denn zusätzliche Gerichte auf der Speisekarte bedeuteten auch weitere Zutaten und mehr Stress. „Und wenn ich dann teure Produkte wegwerfen muss, ist das sehr schade“, sagt Schmidt, bei dem die Resonanz der Gäste auf die Frühlingsaktion sehr gering gewesen sei. Das sei auch ein Grund für die Absage an der Aktion gewesen, gesteht Schmidt.

Auch die Post Berching wäre heuer nicht dabei gewesen, wie Geschäftsführerin Denise Amrhein mitteilt. „Mit Winkler und Kloster wären es nur zwei teilnehmende Betriebe gewesen“, sagt Amrhein. Wenn sich wieder mehr Gastronomen beteiligen würden, wäre die Post auch wieder mit dabei, sagt Amrhein. Sie habe allerdings festgestellt, dass die Frühlingsküche in Berching nicht so gut angenommen werde, wie zum Beispiel der kulinarische Frühling in Beilngries oder die Neumarkter Schmankerlwochen.

Gastronomie in Berching: Findet Aktion „Wilder Herbst“ statt?

Auch wenn es heuer keine Gerichte im Rahmen der Frühlingsaktion in Berching gibt, lohnt sich ein Besuch in den Wirtshäusern. Da sind sich alle Wirte einig. Saisonale Speisen sowie die ganzjährigen Klassiker gibt es weiterhin.

Ob im Oktober wieder besondere Gerichte im Rahmen der Aktion „Wilder Herbst“ auf der Karte stehen, ist noch ungewiss. Während das Tourismusbüro davon spricht, dass die Aktion geplant sei, ist Markus Plank als Vorsitzender der Tourismusgemeinschaft zurückhaltender: Wie die Frühlingsküche sei auch die Herbstaktion nicht für immer gestorben. Im Zuge der Umstrukturierung der Vereine werde man aber erst sehen, welche Aktionen künftig gemeinsam in Angriff genommen werden.