Klage gegen Regensburger „Geister-Parkhaus“ ist vom Tisch, dafür kommt Strom aufs Dach

Von Rainer Wendl · 3. April 2025 um 15:17

Das 2022 eröffnete Parkhaus am Regensburger Galgenberg hat schon öfter für Negativ-Schlagzeilen gesorgt – jetzt gibt es gleich mehrere positive Neuigkeiten.

Wenn am Verwaltungsgericht eine Baugenehmigung beklagt wird, kann das viel bedeuten. Die Spanne der möglichen rechtlichen Konsequenzen reicht von gar nichts bis hin zum angeordneten Rückbau, also der Beseitigung des betreffenden Gebäudes. Im Fall der für Donnerstag terminierten Nachbarklage gegen die Baugenehmigung des Parkhauses am Galgenberg kam die Option „Gar nichts“ zum Tragen. Eigentlich sogar noch weniger: Die Verhandlung fand nicht einmal statt, weil sich die Parteien vorab doch noch geeinigt hatten.

Nicht zu hell und auch nicht blendend

Die Nachbarklage zielte wie berichtet auf unzulässige Belästigungen durch Lichtimmissionen ab. Die Stadt hatte daher kurz vor dem Termin am Verwaltungsgericht die vom April 2021 stammende Baugenehmigung nachgeschärft. Konkret wurden die Auflagen zur Raumaufhellung und Blendung abgeändert und die Werte im Sinne der bewohnten Umgebung nach unten korrigiert.

Die mittlere Beleuchtungsstärke im Parkhaus darf demnach von 6 bis 22 Uhr drei Lux und nachts nur noch ein Lux betragen. Laut Definition entspricht dies in etwa der Helligkeit, mit der eine Kerzenflamme einen Quadratmeter Fläche aus einem Meter Entfernung ausleuchtet. Auch in Sachen Blendung sind nun exakt die Werte festgelegt, die tagsüber, abends und nachts in Wohngebieten bindend sind.

Die modifizierte Baugenehmigung liegt der MZ vor. In ihr heißt es, dass das genehmigte Bauvorhaben „nach dem Stand der Technik ohne Weiteres“ die für reine Wohngebiete geltende mittlere Beleuchtungsstärke sowie die zulässigen Immissionswerte für Blendung einhalten könne. „Aus Sicht der Klagepartei wurde hierdurch das mögliche Rechtsschutzziel erreicht“, kommentiert die städtische Pressestelle den Umstand, dass die Nachbarschaft aus der Carl-Maria-von-Weber-Straße den Rechtsstreit kurz vor dem Verhandlungstermin für erledigt erklärt hat.

Aufrüstung in Sachen E-Mobilität

Unterdessen bemüht sich der Betreiber Stadtwerk, die wegen ihrer anfangs äußerst niedrigen Belegungszahlen als „Geister-Parkhaus“ bekannt gewordene Großgarage auf verschiedenen Feldern weiterzuentwickeln. Nachdem Unternehmenssprecher Martin Gottschalk erst kürzlich mitgeteilt hatte, dass mittlerweile rund 230 der insgesamt 377 Stellplätze dauerhaft vermietet seien, hat das Stadtwerk in dieser Woche eine Offensive in Sachen E-Mobilität an diesem Standort bekannt gegeben.

So stehen in dem Parkhaus ab sofort 50 Ladepunkte für E-Autos sowie eine Schnellladestation zur Verfügung. Zudem haben am Galgenberg zwei E-Autos der Earl-Flotte sowie zwei Elektro-Lastenräder des Anbieters Donau-Donkeys ihren festen Platz und können dort geliehen werden.

Der Strom zum Laden wird schon bald direkt vom Dach des Parkhauses kommen. Die Rewag plant darauf nämlich die Errichtung einer Photovoltaikanlage mit einem geschätzten Stromertrag von gut 92 000 Kilowattstunden im Jahr. Es ist die zweite derartige Nachrüstung eines in die Zuständigkeit des Stadtwerks fallenden Großgebäudes: Einen Kilometer weiter südlich soll auch das Dach des Jahnstadions mit PV bestückt werden, hier liegt die erwartete Erzeugungsmenge sogar bei 632 000 Kilowattstunden im Jahr.