Wegen Lärm und Licht: Nachbar klagt gegen das „Geisterparkhaus“ in Regensburg

Von Heike Haala · 28. März 2025 um 19:00

Bisher war das Parkhaus am Galgenberg in Regensburg nicht dafür bekannt, dass dort besonders viel los ist. Im Gegenteil. Dennoch fühlt sich ein Nachbar durch das Gebäude derart belästigt, dass er deswegen sogar vor Gericht zieht.

Am Donnerstag soll die Sache vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht am Haidplatz verhandelt werden. Beklagter in diesem Fall ist die Stadt Regensburg, als Betreiber beigeladen ist das Stadtwerk. Der Grund für das Verfahren ist die Baugenehmigung.

Gibt es eine Klärung?

Was es damit auf sich hat, erklärt Ulrike Dettenhofer, stellvertretende Pressesprecherin des Verwaltungsgerichts. Der Nachbar klage gegen die Erteilung der Baugenehmigung für eine offene Großgarage am Galgenberg. Es gehe um eine Veränderung der Auflagen und die Dimensionierung der Fassadenunterkonstruktion. Im Moment fühle sich der Nachbar durch Licht- und Lärmimmissionen belästigt. Katrin Butz von der Pressestelle der Stadt bestätigt, dass es bei der Klage im Wesentlichen um Licht- und Lärmimmissionen gehen soll.

Sie betont aber auch, dass das Bauordnungsamt eine Baugenehmigung für den Neubau einer offenen Großgarage als Systemparkhaus mit 377 Stellplätzen auf dem Gelände der ehemaligen Nibelungenkaserne erteilte. Die Stadt gehe zwar davon aus, dass der Termin zur mündlichen Verhandlung der Klärung der Angelegenheit dienlich sein wird. Allerdings herrscht bei der Verwaltung laut Butz auch die Auffassung, dass die Nachbarschaft durch das Parkhaus an der Tech Base keinen unzumutbaren Licht- und Lärmimmissionen ausgesetzt wird. „Eine gütliche Einigung wäre aus Sicht der Stadt Regensburg zu begrüßen. Bisher ist eine solche nicht zustande gekommen“, erklärt Butz noch.

Grund zu der Annahme, dass es in der kommenden Zeit ruhiger in dem Parkhaus zugehen wird, gibt es derzeit nicht. Zuletzt machten Spekulationen die Runde, dass ein am Tech-Campus ansässiges Unternehmen dauerhaft zwischen 200 und 250 zusätzliche Stellplätze in dem Parkhaus anmieten könnte. Auf die Frage, wie es inzwischen mit dem Großauftrag aussieht, antwortet Martin Gottschalk, Pressesprecher beim Stadtwerk: „Hierzu kann ich mitteilen, dass es in der Tat so ist, dass wir mittlerweile rund 230 der insgesamt 377 Stellplätze im Parkhaus dauerhaft vermietet haben.“

Vor eineinhalb Jahren begann das Ende 2022 eröffnete Parkhaus am Galgenberg, das die Stadt insgesamt knapp 7,9 Millionen Euro kostete, Schlagzeilen zu machen. Am Ende des ersten Betriebsjahrs 2023 lag die Auslastung laut einer Berechnung des Grünen-Stadtrats Stefan Christoph bei zehn Prozent. Er prangerte den Bau als Steuergeldverschwendung an. Vertreter des Bürgervereins Süd-Ost äußerten sich ähnlich und warnten vor einem „Millionengrab“. In der Folge war vom leersten Parkhaus Regensburgs die Rede. Skeptiker der Mobilitätsdrehscheibe am Unteren Wöhrd zogen es in den Debatten um deren Notwendigkeit als Vergleichsbeispiel heran.

Nachfrage bei der OB

Auf eine Nachfrage der Grünen zu der Auslastung bei der Stadtverwaltung antworte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zuletzt, dass sich die Zahl der kurzen Parkvorgänge im Vergleich zu 2023 um über 50 Prozent erhöht habe. Mit 102 Verträgen am Ende des Jahres 2024 habe sich die Zahl der Dauerparker seit Ende 2023 mit damals 34 Verträgen nahezu verdreifacht.

Christoph bezeichnete die neuen Zahlen auf den ersten Blick als besser als im Jahr zuvor. Bei näherer Betrachtung seien sie ihm zufolge aber immer noch sehr durchwachsen. Die gestiegene Anzahl der Dauerparkverträge sei erfreulich, sagt er. Etwas irritierend findet er aber, dass die Zahl der tatsächlichen Parkvorgänge nicht ähnlich steige.

Am Donnerstag ist der Termin am Verwaltungsgericht.