Debatte um Regensburgs Geister-Parkhaus: „Sollen wir es etwa wieder wegreißen?“

Ist das Glas halb voll? Oder halb leer? Die Debatte um das städtische Parkhaus auf dem Tech-Campus wird immer mehr zur Grundsatzfrage. Die Regensburger Grünen finden die neuesten Zahlen zur Auslastung „immer noch nicht wirklich gut“. Andere Stadtratsfraktionen wie etwa die CSU sehen dagegen mittlerweile die Dauerkritik am Parkhaus kritisch.
Die für knapp 7,9 Millionen Euro von der Stadt auf dem Tech-Campus am Galgenberg errichtete und Ende 2022 eröffnete Anlage war in den vergangenen Jahren oft Zielscheibe von Hohn und Spott. Etwa, wenn über „Regensburgs leerstes Parkhaus“ gewitzelt wurde. Ins Rollen hatte die Debatte einst Grünen-Stadtrat Stefan Christoph gebracht, der sich darüber wunderte, warum das Parkhaus, das 377 Stellplätze bietet, nur sehr wenig genutzt wurde. Er hatte berechnet, dass die Auslastung zu Ende des ersten Betriebsjahrs 2023 bei zehn Prozent gelegen habe und bezeichnete den Bau als Steuergeldverschwendung. Ähnlich äußerten sich Vertreter des Bürgervereins Süd-Ost. Diese warnten vor einem „Millionengrab“.
„Eine stetige Steigerung“
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer von der SPD hatte auf die Kritik stets mit einem Blick in eine hoffentlich bessere Zukunft geantwortet. Bereits vor einem Jahr sprach sie davon, dass es bei der Auslastung zumindest eine „stetige Steigerung“ gebe und voraussichtlich weitere Dauerparkplatznutzer Stellflächen mieten würden. Vor wenigen Wochen fragten die Grünen nun bei der Stadtverwaltung nach, wie die Auslastung zuletzt gewesen sei. Die Oberbürgermeisterin antwortete, dass sich die Zahl der kurzen Parkvorgänge im Vergleich zu 2023 um über 50 Prozent erhöht habe. Die Zahl der Dauerparker habe sich von Ende 2023 mit damals 34 Verträgen auf Ende 2024 mit 102 Verträgen nahezu verdreifacht.
Maltz-Schwarzfischer verwies zudem erneut darauf, dass die Auslastung noch „deutlich ansteigen“ werde, „sobald die bislang unbebauten Grundstücke in der Franz-Mayer- und der Rudolf-Vogt-Straße von den Nutzern bezogen werden“. Dadurch entfalle das Parken auf den noch nicht bebauten Flächen.
Sind die Zahlen immer noch sehr durchwachsen?
Christoph findet, dass die neuen Zahlen „auf den ersten Blick besser als im Jahr zuvor ausschauen“. Bei näherer Betrachtung seien sie ihm zufolge aber immer noch sehr durchwachsen. Die höchste Auslastung habe es im Juni und Juli gegeben. Er komme bei seiner Berechnung aber auch hier nur auf einen Höchstwert von 16 Prozent. „Das heißt immer noch, dass deutlich über 80 Prozent nicht genutzt werden.“ Die gestiegene Anzahl der Dauerparkverträge sei erfreulich, sagt er. Etwas irritierend findet er aber, dass die Zahl der tatsächlichen Parkvorgänge nicht ähnlich steige.
Die Grünen bohren wegen den Zahlen zur Auslastung immer wieder aufs Neue nach – ernten dafür aber nicht nur Applaus. Michael Lehner, Fraktionschef der CSU, ist davon nach eigener Aussage mittlerweile sogar etwas genervt. Er betont, dass er selbst kein glühender Verfechter der Entscheidung für das Parkhaus war: „Ob man es jetzt unbedingt gebraucht hat oder nicht, kann ich auch nicht endgültig sagen. Aber nun ist es eben einmal da.“
Das Beste rausholen
Deswegen sei eine ausschließlich negative Herangehensweise aus seiner Sicht nicht förderlich, das bringe in der Sache nichts. Es gehe darum, noch das Beste rauszuholen: „Was sollen wir denn sonst tun. Sollen wir es etwa wieder wegreißen?“ Er sehe auch kein Problem darin, wenn es mehr Dauerparkverträge als Parkvorgänge gibt: „Hauptsache, es wird bezahlt.“ Mit der Oberbürgermeisterin ist er sich einig, dass noch abgewartet werden muss: „Abgerechnet wird zum Schluss. Entscheidend ist, wenn dort alles bebaut ist. Dann sieht man erst wirklich, ob der Bedarf da ist oder nicht.“
Joachim Wolbergs, Fraktionschef der Brücke, sieht dies ebenfalls so. Die neuesten Zahlen würden eine „positive Entwicklung“ dokumentieren, sagt er: „Und man darf in der Kommunalpolitik nicht immer nur in Monaten denken, sondern auch über einen längeren Zeitraum.“ Er glaubt, dass „über kurz oder lang“ deutlich werden wird, „dass das Parkhaus ein Gewinn für den Standort ist“.
