Parkhaus am Regensburger Galgenberg steht zu 90 Prozent leer

Von Juliana Ried · 14. Februar 2024 um 17:47

Der 7,5-Millionen-Euro-Bau auf dem Tech-Campus in Regensburg hat das erste komplette Betriebsjahr hinter sich. Angesichts der schlechten Auslastung kritisieren die Grünen im Stadtrat die Investition als „Steuergeldverschwendung“.

Als „Millionengrab“ hatten Bürger aus dem Kasernenviertel und Verfechter einer Verkehrswende das Parkhaus am Galgenberg schon beim Bau kritisiert. Jetzt zeigt die Bilanz des ersten kompletten Betriebsjahrs, die Grünen-Stadtrat Stefan Christoph bei Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) anfragte: Es stand Ende 2023 zu 90 Prozent leer. Christoph sieht darin eine „Steuergeldverschwendung“.

Christoph ging bei seiner Berechnung der Auslastung davon aus, dass das Parkhaus im Gewerbegebiet Tech-Campus bei 377 Parkvorgängen täglich zu 100 Prozent belegt ist; 377 Stellplätze hat es. Im besten Monat, dem Dezember, gab es insgesamt 1232 Parkvorgänge. 976 Mal nutzten Kurzparker die Quartiersgarage, 256 Mal die damals 34Dauerparker.

Stadt muss Defizit decken

Im Dezember 2022 hatte das Stadtwerk das Parkhaus eröffnet. Die elf Ebenen aus Beton und verzinktem Stahl kosteten die Stadt gut 7,5Millionen Euro und damit deutlich mehr als die 2020 veranschlagten 5,6 Millionen Euro. Damals ging die Stadt davon aus, dass das Stadtwerk den Betrieb durch die Erlöse finanzieren kann, sagte aber für den Fall von Defiziten Ausgleichszahlungen zu. Zu den Geschäftszahlen von 2023 gibt das Stadtwerk aktuell keine Auskunft, weil es am Jahresabschluss arbeitet.

Die OB betont in ihrer Antwort an Christoph, es sei „sowohl bei den Kurzzeitparkenden als auch bei Dauerparkenden eine stetige Steigerung gegeben“. Auch schließe das Stadtwerk derzeit einen Vertrag mit einem Unternehmen über weitere 50 Dauerstellplätze ab März. Die Anmietung von weiteren 50 Stellplätzen sei angekündigt. Ab Ende September seien eingeschränkte Halteverbote in den angrenzenden Straßen umgesetzt worden, damit dort vor allem der Busverkehr besser fließe. Offenbar lockte das einige ins Parkhaus, zumindest machte die Zahl der Parkvorgänge im Oktober einen großen Sprung.

Christoph sagt: „Woher die weiteren Steigerungen der Nutzungszahlen, die man sich verspricht, kommen sollen, ist mir ein Rätsel. Ich glaube, man wird sich grundlegend Gedanken machen müssen, ob man mit dem Platz noch irgendetwas anderes macht.“ Vielleicht lasse er sich auch für Veranstaltungen nutzen. „Das wäre was, was dem Viertel was bringt.“

Die anderen großen Fraktionen wollen derzeit nicht über alternative Nutzungen nachdenken. CSU-Fraktionschef Michael Lehner sagt, die Auslastung müsse hoch. „Man muss vielleicht auch mal ein bisschen Werbung machen dafür.“ Allerdings werde dort noch gebaut, und durch mehr Betriebe steige die Nachfrage. SPD-Fraktionschef Thomas Burger berichtet, er habe sich kürzlich selbst über die Auslastung informiert: „Es geht nach oben. Die Maßnahmen wirken.“ Nun gelte es, noch ein wenig abzuwarten. Brücke-Fraktionschef Joachim Wolbergs sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass das einfach noch eine Zeit braucht, bis es angenommen wird.“

Gibt es weitere Halteverbote?

Stadtsprecherin von Roenne-Styra versichert, für die Stellplätze werde weiterhin geworben. Das Stadtwerk arbeite an der Auslastung, stelle beispielsweise weitere E-Ladesäulen auf. Die Stadt werde nach Abschluss aller größeren Baustellen prüfen, ob weitere verkehrsrechtliche Anordnungen, etwa Halteverbote, nötig seien.

Grünen-Stadtrat Stefan Christoph sieht beim größtenteils leeren Parkhaus „Steuergeldverschwendung“. Foto: altrofoto.de