Mitarbeiter auch in Regensburg und Ingolstadt informiert: Conti baut weltweit 7150 Stellen ab

Von Christian Eckl · 14. Februar 2024 um 14:08

Die Automobilwelt ist in rasanter Bewegung. Continental auch. Der Konzern mit 200.000 Mitarbeitern in 57 Ländern weltweit spürt massiv, wenn sich die Branche wandelt. Bereits Ende vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Conti weltweit Stellen abbauen möchte. Bislang gab es lediglich Gerüchte darüber, dass auch die Standorte in Regensburg (5000 Mitarbeiter) und Ingolstadt (1800 Mitarbeiter) betroffen sein könnten. Am Mittwochnachmittag dann ein weltweiter Webcall und die Hoffnung auf Klarheit.

Der Konzern kommuniziert den Stellenabbau euphemistisch. „Wie im November 2023 angekündigt, vereinfacht und verschlankt der Unternehmensbereich Automotive darüber hinaus die Geschäfts- und Verwaltungsstrukturen“, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung, nachdem die Mitarbeiter im Webcall informiert wurden. Und weiter: „Damit soll die Kostenseite ab 2025 um jährlich 400 Millionen Euro entlastet werden.“ Durch die „Anpassungen“, wie es in der Sprachregelung heißt, sind weltweit rund 5.400 Stellen betroffen. Immerhin:

Konzern: Abbau von Arbeitsplätzen „sozialverträglich“

„Die Maßnahmen werden so sozialverträglich wie möglich umgesetzt.“ Bis spätestens Ende 2025 werden eine Reihe der derzeit 82 Entwicklungsstandorte „verschlankt, bestehende Infrastrukturen durch die Bündelung von Entwicklungseinheiten besser ausgelastet und Synergien in den Arbeitsprozessen gehoben“, so formuliert es die Unternehmenskommunikation. Von den Effizienzmaßnahmen seien weltweit rund 1.750 Stellen betroffen – 380 davon bei der Software-Tochter Elektrobit. Auch hier heißt es: „Die Anpassungen werden gemäß den lokalen Gegebenheiten schrittweise und so sozialverträglich wie möglich umgesetzt.“

Auch Regensburg und Ingolstadt sind betroffen

„Auch die Standorte Ingolstadt und Regensburg sind von dem geplanten Stellenabbau betroffen“, teilte Continental-Sprecher Sebastian Fillenberg auf Anfrage der Mediengruppe Bayern mit. „In welchem Ausmaß kann ich aber noch nicht sagen. Zunächst werden wir in den nächsten Tag die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren.“

Dass sich etwas tut am Standort Regensburg, ist seit Wochen bekannt. Ende 2023 bestätigte man am Standort, dass Mitarbeiter der Geschäfts- und Verwaltungsorganisation – der sogenannten „Service und General Admin Funktionen“ – von einem 40- auf einen 35-Stunden-Vertrag umgestellt werden sollen. 480 Mitarbeiter am Standort Regensburg sind davon betroffen. Damals hieß es: „Die Reduzierung der verfügbaren Arbeitszeit in der Organisation ist eng mit der Zielsetzung verbunden, im gleichen Maß auch das Arbeitsaufkommen zu reduzieren.“

Kritik von der IG Metall: „Salami-Taktik“

Harsche Kritik an der Konzernleitung kam von der Gewerkschaft. Rico Irmischer, Bevollmächtigter der IG Metall, sagte zur Mediengruppe Bayern: „Es herrscht Verunsicherung statt Klarheit. Leider ist das nach Info-Veranstaltungen des Unternehmens eher die Regel als die Ausnahme.“ Irmischer kritisierte, dass der Konzern noch keine konkreten Zahlen für die Standorte wie Regensburg mitteilte. Durch die „Salami-Taktik in der Kommunikation des Unternehmens“ werde der Arbeitnehmervertretung und der Belegschaft ein gesamthafter Überblick über die geplanten Maßnahmen und deren konkrete Auswirkungen verwehrt.

Ungewöhnlich an all dem ist: Die Zahlen bei Conti sind alles andere als negativ. Im dritten Quartal 2023 wies man ein Netto–Ergebnis von 299 Millionen Euro aus. Im Vergleichsquartal 2022 waren es minus 211 Millionen Euro. Im Ausblick hieß es zudem: „Continental geht für 2023 nunmehr von einem Anstieg der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um fünf bis sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.“