Großauftrag für „Geister-Parkhaus“: Vector lässt sich noch alles offen

Von Jürgen Scharf · 12. März 2025 um 11:00

Es schien die Lösung für das Problem mit der bereits als „Geister-Parkhaus“ verschrienen Stellplatz-Anlage am Tech-Campus zu sein. Das dort ansässige Unternehmen Vector sei an bis zur 250 Dauerparkplätzen interessiert, hieß es im vergangenen Sommer. Allerdings: Entschieden hat sich die Firma immer noch nicht, wie ein Sprecher der Mittelbayerischen nun sagte.

Das Ende 2023 auf dem Tech-Campus eröffnete Parkhaus der Stadt Regensburg hatte wegen seiner extrem niedrigen Auslastung bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Im vergangenen Sommer sickerte dann aber aus dem Stadtwerks-Aufsichtsrat durch, dass es dort die Hoffnung auf einen Großauftrag gibt, der die Nutzungsprobleme auf einen Schlag lösen würde.

Auftrag für 200 bis 250 Dauerstellplätze?

Wie die Mittelbayerische erfuhr, wurde darüber spekuliert, dass das am Tech-Campus ansässige Unternehmen Vector Informatik dauerhaft zwischen 200 und 250 zusätzliche Stellplätze in dem Parkhaus anmietet. Möglich werde dies durch das rasante Wachstum von Vector. 2017 und 2021 eröffnete der Software-Entwickler bereits die beiden Teile seines ersten Gebäudes in der Franz-Mayer-Straße, im Mai vergangenen Jahres wurde in unmittelbarer Nähe ein weiterer Neubau eingeweiht. Doch die Expansion des Unternehmens, das aktuell rund 600 Mitarbeiter am Standort Regensburg beschäftigt, ist damit noch nicht vorbei. An der Galgenbergstraße, direkt gegenüber der TechBase, ist ein drittes Gebäude mit 400 weiteren Arbeitsplätzen geplant.

Unternehmenssprecher Roland Lindner bestätigte damals, dass sich die Firma mit diesem Thema beschäftige, er könne aber noch nichts definitives sagen. Und daran hat sich ein halbes Jahr später immer noch nichts geändert. Es gebe immer noch keine Entscheidung, sagte Linder zuletzt auf Anfrage. „Das hängt damit zusammen, dass alles davon abhängt, wann und wie unser dritter Bau dort entsteht.“ Dieses sei aber immer noch erst in der Planung. „Das Schwierige ist, dass wir der Stadt momentan deswegen selbst noch nicht genau sagen können, wann wir tatsächlich den Bedarf haben könnten.“

Grünen-Stadtrat: Es braucht mehr Optionen

Der Regensburger Grünen-Stadtrat Stefan Christoph hatte die Debatte um die Auslastung des Parkhauses einst angestoßen. Die Gerüchte um einen großen Dauerstellplatz-Auftrag hatte er vergangenes Jahr auch gehört und als „Hoffnungsschimmer“ bezeichnet. Dass es nun aber immer noch keine Entscheidung gibt, bezeichnet er als Indiz dafür, wie schwierig es sei, bei der Zukunft des Parkhauses vor allem auf Großnutzer aus der Wirtschaft zu setzen. Das sei für ihn „letztlich nur das Prinzip Hoffnung“. Angesichts der Baukosten des Parkhauses von fast acht Millionen brauche es aber mehr Optionen, findet er.

Das Stadtwerk selbst hatte im vergangenen Dezember mitgeteilt, dass es „weiterhin steigende Nachfrage nach Dauerstellplätzen“ sehe, wie Sprecher Martin Gottschalk sagte. Zu den Gerüchten um einen Großauftrag durch die Firma Vector wollte er nichts sagen: „Zu den konkreten Zahlen einzelner Mieter können wir aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben.“