Neues Wohnen an der Stephanstraße in Neumarkt: Debatte über Anzahl der Parkplätze

Von Eva Gaupp · 11. März 2025 um 15:00

Bis zu 66 neue Wohneinheiten könnten im Quartier zwischen Schützenstraße, Stephanstraße und an der Zollamtsstraße entstehen. Der Bausenat hat sich damit für ein Rahmenkonzept entschieden, das brache Flächen optimal ausnutzt. Konkrete Pläne gibt es aber vorerst nur für ein Mehrfamilienhaus der Neumarkter Firma Kellermann.

Das Vorhaben des Immobilienunternehmens war der Anlass, dass die Verwaltung einen sogenannten Rahmenplan beim Architekturbüro Vogelsang in Nürnberg in Auftrag gegeben hat. Mit dem Büro hat die Stadt bereits für die Pläne zum Flugfeld zusammengearbeitet.

Ines Richard stellte den Stadträten am Montagabend drei Varianten vor, als „Grundlage für einen späteren Bebauungsplan“, wie sie sagte. Dieser bezieht nicht nur Flächen mit ein, die bereits der Stadt gehören. Ziel es ist, die Entwicklung des Viertels vorzugeben, das bisher nicht zu den schönsten Neumarkts zähle, wie in der Sitzung mehrfach erwähnt wurde.

Die Variante 3, für die sich der Bausenat bei einer Gegenstimme von Johann Georg Gloßner (FLitZ) aussprach, sieht auf dem bestehenden großen Parkplatz vier weitere Mehrfamilienhäuser vor – in direkter Umgebung des L-förmigen Wohngebäudes der Kellermann Wohnbau in der Stephanstraße 17. Die variante sieht außerdem vor, dass der geschotterte schmale Weg, der Stephan- und Gartenstraße verbindet, künftig nur noch für Radfahrer und Fußgänger freigegeben wird.

Abgesehen von FLitZ-Stadtrat Gloßner, der sich die Wohnhäuser als Block entlang der Stefanstraße gewünscht hätte mit intensiver Begrünung auf der Rückseite, standen alle Bausenatsmitglieder hinter dieser Variante. Sehr kontrovers wurde indessen die Frage der Parkplätze diskutiert.

Stadtbaumeister Seemann: Park-Such-Verkehr vermeiden

SPD-Stadtrat Günter Stagat hatte nachgehakt, wie viele Stellplätze pro Wohnung in den Tiefgaragen vorgesehen seien. Denn nach bisheriger Stellplatzverordnung müsste es nur einer sein. „Die meisten Paare haben aber zwei Autos“, sagte er , weshalb er dafür plädierte, auch im Außenbereich auf ausreichend Parkflächen zu achten. Stadtbaumeister Matthias Seemann warnte jedoch vor zu viel Parkflächen, um nicht einen Park-Such-Verkehr in das Viertel zu ziehen. Immerhin nutzten derzeit viele Menschen die kostenlosen Parkplätze. Stattdessen sollten Autofahrer lieber die öffentlichen Parkhäuser aufsuchen.

„Wir sollten nicht das Hauptaugenmerk auf Parkplätze legen“, wandte Olaf Böttcher von den Grünen ein. In Hamburg gebe es auch keinen Stellplatzschlüssel. Der Vergleich mit einer Großstadt hinke, konterte OB Markus Ochsenkühn. „Ich glaube nicht, dass bei uns in den nächsten Jahren eine U-Bahn fährt oder eine Tram von Max Bögl.“ Zudem könne mit Parkverbotszonen gearbeitet werden.

Neumarkter Stadtrat fordert bezahlbare Wohnungen

Böttcher regte außerdem an, bezahlbare Wohnungen bei künftigen Planungen mit zu berücksichtigen und Gloßner ein Haus für Alleinerziehende mit Kita im Erdgeschoss. Ferdinand Ernst (CSU) schlug vor, eine gemeinsame Energiezentrale zu prüfen. Weil diese Pläne das Viertel stark verändern werden, plant die Stadt eine Bürgerinformation für die Anwohner. Welche Regeln es künftig für Stellplätze gibt, muss die Stadt sowieso bis 30. September in einer Satzung festlegen.