Es gibt Pläne für neue Wohnungen nahe dem Bahnhof in Neumarkt

Nachverdichtung hat in Neumarkt schon so manchen Aufschrei ausgelöst und manches Projekt gekippt. Wer wüsste das besser als Georg Kellermann. 2023 war im Stadtteil Altenhof ein Wohnbauprojekt des Unternehmers an Anwohnerprotesten gescheitert. An anderer Stelle startet er einen neuen Anlauf. Die Stadt nimmt das zum Anlass, nahe dem Bahnhof eine größere Fläche zu überplanen.
Es ist nicht die schönste Seite Neumarkts, die Bahnreisende erleben könnten, wenn sie am Bahnhof in eine Seitenstraße abbögen. In der Stephanstraße gibt es brach liegende Gärten und einen von einer brüchigen Mauer umrandeten großen Parkplatz. Die Mauer ist der Rest eines einstigen Lagers.
Ein Nachbargrundstück gehört Wohnbauunternehmer und CSU-Stadtrat Georg Kellermann. Er will hier ein Wohnhaus mit rund 24 Wohnungen bauen, wie er auf Nachfrage bestätigt. Seine Idee ist bereits weit fortgeschritten. Das L-förmige Gebäude soll eine Tiefgarage haben und größtenteils Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen bieten. Auch die ein oder andere Vier-Zimmer-Wohnung sei denkbar, sagt Kellermann. Im Erdgeschoss denkt er über Gewerbeflächen für eine Arztpraxis oder einen Friseur nach.
Was die Stadt Neumarkt sich in der Stephanstraße vorstellen kann
„Es ist eine gute Lage, die sich für Wohnbebauung anbietet“, sagt Kellermann. Er argumentiert mit der Nähe zur Altstadt und der Verkehrsanbindung durch den nahen Bahnhof. Außerdem gebe es großen Bedarf an Wohnraum. Das sieht auch das Rathaus so. Die Stadt hat den Bereich an der Stephanstraße bereits in ihrem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) als potenziellen Standort für Wohnungen benannt.
Das Projekt von Kellermann nimmt die Stadt zum Anlass, um die grobe Idee aus dem ISEK etwas konkreter zu machen. Am Montag stellt die Verwaltung den Stadträten drei Varianten für eine sogenannte „Rahmenplanung“ vor. Dahinter verbirgt sich eine Planung, die nicht rechtsverbindlich ist und keine unmittelbaren Folgen hat. Sprich, es gibt aktuell keine Pläne, auf den städtischen Flächen zu bauen. Die Rahmenplanung konkretisiert lediglich, was man sich an dieser Stelle vorstellen kann und was sinnvoll erscheint.
Kern der Rahmenplanung ist der aktuelle Parkplatz. Hier könnte laut Planern Platz für Häuser mit bis zu 42 Wohnungen sein. Die bestehenden Grünflächen sollen erhalten bleiben. Ebenso ein kleiner Parkplatz im Westen zur Bahnlinie hin. Stellplätze sollen in Tiefgaragen entstehen.
Lärm der Bahnstrecke in Neumarkt wäre ein Thema
Die Rahmenplanung betrachtet auch nicht-städtische Flächen mit und macht sich Gedanken, in welchen bestehende Baulücken in der Oleander- und Gartenstraße ebenfalls neue Wohnbauten entstehen könnten. Anders als beim städtischen Parkplatz hinge das dann aber von der Initiative der Grundstücksbesitzer ab. Der Gehweg zwischen Gartenstraße und Freystädter Straße soll erhalten bleiben.
Bei jeglichem Wohnbauprojekt wäre der Lärm der nahen Bahnstrecke ein Thema. Die Stadt hat bereits einen Fachgutachter hinzugezogen. Es sei davon auszugehen, dass bei künftigen Bauten der Lärmschutz besonders beachtet werden müsse, sagt die Stadt. Kellermann sieht das entspannt. Moderne Fenster hätten ein sehr hohes Lärmschutz-Niveau. Zudem sei der Baugrund durch eine Reihe von großen Gebäuden vor der Bahnstrecke geschützt.
Zu klären sein wird dies alles eh, wenn für Vorhaben Baurecht geschaffen werden soll. Für den Parkplatz ist das nicht absehbar. Kellermann will für sein Grundstück hingegen vorankommen. In ein bis eineinhalb Jahren wäre er gerne fertig. Dabei müssen aber noch das Rathaus und der Stadtrat mitspielen.


