Im Inneren Osten von Regensburg entstehen mehr als 240 Wohnungen

Von Marion Koller · 1. April 2025 um 19:00

Happy End für den leerstehenden Postblock: Die Immobilienzentrum Unternehmensgruppe erwirbt die Anlage an der Furtmayrstraße in Regensburg und baut mehr als 240 Wohnungen.

Seit vier Jahren steht der Postblock an der Furtmayrstraße 32 bis 38 leer. Der Baugenossenschaft Regensburg haben die Millionen gefehlt, um das heruntergekommene Karree an der vielbefahrenen Verbindung zu sanieren oder neu zu bauen. Nun verkünden die Baugenossenschaft und die Immobilienzentrum Unternehmensgruppe (IZ) eine gute Nachricht: Das IZ hat sich nach längeren Verhandlungen entschieden, das Postblock-Areal zu kaufen, die hohen Investitionskosten zu übernehmen und der Baugenossenschaft die Wiederbelebung des Areals für ihre Mieter zu ermöglichen.

Mehr als die Hälfte gefördert

242 neue Wohnungen mit einer Fläche von insgesamt 16 000 Quadratmetern entstehen, mehr als die Hälfte davon unter dem Label „Fair Wohnen“ – für den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Die IZ-Gruppe investiert 90 Millionen Euro.

Die Genossenschaft erhält mit dem Immobilien-Kaufpreis die Mittel, um ihren Wohnungsbestand zu erhalten und energetisch zu sanieren. Außerdem erhält sie Wohnungsbelegungsrechte für ihre Mitglieder im Postblock, um diesen dort wieder günstige Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollen interessierte Mitglieder erstmals auch die Möglichkeit erhalten, Wohnungen zu kaufen. Das schreiben IZ-Gruppe und Baugenossenschaft in einer Pressemitteilung.

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Dem Bürgerverein Süd-Ost war der Leerstand natürlich schon lange ein Dorn im Auge. In einer ersten Stellungnahme sagt Vorsitzender Burkard Wiesmann, es sei natürlich begrüßenswert, dass der Postblock nicht weiterhin leersteht und dass Wohnungen geschaffen werden. Das Konzept könne er nicht beurteilen.

Sebastian Leicht, Vorstand der Baugenossenschaft Regensburg, erinnert: „Unsere Satzung beauftragt uns mit der Förderung unserer Mitglieder durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung.“ Das neue Kooperationsmodell ermögliche den Mitgliedern ein deutlich ausgeweitetes Angebot, ohne die Genossenschaft finanziell zu belasten. Vorstandskollege Günther Lehmeier ergänzt, das Ziel der Genossenschaft sei damit erreicht. „Wir schaffen Wohnraum und wir sanieren und erhalten Wohnungsbestände.“

Das Projekt gliedert sich in drei Bauabschnitte. Im ersten Abschnitt sind 107 öffentlich geförderte Neubauwohnungen geplant. Die Bauarbeiten sollen noch im Jahr 2025 beginnen. Die Fördermittel für einen ersten Bauabschnitt wurden bereits von der Baugenossenschaft im Jahr 2022 gesichert.

Abschnitt zwei besteht aus 59 Neubauwohnungen

Der zweite Abschnitt besteht aus 59 Neubauwohnungen. Auch diese Planung ist ausgerichtet auf öffentlich geförderte Wohnungen. Allerdings sind derzeit und absehbar keine Fördermittel vorhanden. „Wir planen trotzdem öffentlich geförderten Wohnraum, werden aber 2026 – sofern bis dahin keine Fördermittel verfügbar sind – die Planung an freifinanzierten Wohnungsbau anpassen müssen“, sagt Alexander Dietlmeier, Vorstandsvorsitzender der IZ-Gruppe. „Das Warten auf Fördermittel darf den Bau nicht blockieren, wie es derzeit an sehr vielen Stellen in der Stadt zu beobachten ist.“

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Der dritte Bauabschnitt umfasst die Sanierung des Wohnungsbestands an der Furtmayrstraße 32 bis 38 im höchsten Energiestandard KfW 40. Die Gebäude sollen aufgestockt und erweitert werden. Geplant sind 76 Wohnungen.

Baustart noch heuer

Diese werden als freifinanzierte Eigentumswohnungen verkauft. Die IZ-Gruppe hat dafür zinsvergünstigte Darlehen sowie Zuschüsse von bis zu 67 500 Euro bei der KfW gesichert. Der günstige Zins und die Zuschüsse werden an die Erwerber übertragen. Die Planungen für alle drei Abschnitte sind mit der Stadt abgestimmt. Das Baugenehmigungsverfahren für den geplanten Neubau läuft seit Dezember. Die Ausschreibung der Bauleistungen ist größtenteils erfolgt. Die Abstimmung mit der Regierung der Oberpfalz zu den öffentlich geförderten Wohnungen wird kurzfristig zu Ende gebracht werden.

„Im neuen Quartier haben wir den Schwerpunkt auf drei Wohnungstypen gelegt: Große Wohnungen für Familien mit Kindern, Wohnungen für Senioren und Wohnungen für Alleinerziehende“, erklärt der verantwortliche IZ-Projektleiter Stefan Prandl. Die Unternehmensgruppe verfügt unter dem Label „Fair Wohnen“ über langjährige Erfahrung im Bau und Unterhalt öffentlich geförderter Wohnungen.

Tradition trifft auf Bauexpertise

Baugenossenschaft Regensburg: Zum Bestand der 1899 gegründeten Genossenschaft mit 700 Mitgliedern zählen mehr als 500 Wohnungen: am Eisbuckel in Kumpfmühl, in der Eberlstraße in Ziegetsdorf und in der Furtmayrstraße (Postblock) aus den Jahren 1929 bis 1938.

Immobilienzentrum Gruppe: Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung in Bau und Unterhalt öffentlich geförderter Wohnungen.