Berchings Bürgermeister tritt 2026 nicht mehr an: Wen schickt die CSU jetzt ins Rennen?

„Ich bin weder amts- noch arbeitsmüde“, betont Ludwig Eisenreich. Warum Berchings Bürgermeister bei den Kommunalwahlen 2026 dennoch nicht mehr kandidieren wird, erzählt er unserer Zeitung. Bei der CSU zeichnet sich derweil eine „vernünftige Lösung“ für die Nachfolge ab, wie Vorsitzender Thomas Frölich sagt.
Wenn Eisenreich 2026 abtritt, wird der dann 66-Jährige 18 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Berching gewesen sein. Er habe sich Gedanken gemacht, ob er nach 2008, 2014 und 2020 ein viertes Mal für die CSU kandidiere. „Aber in mir ist der Entschluss gereift, dass es nach 18 Jahren Zeit für einen Wechsel ist“, sagt Eisenreich. Für ihn sei 2026 der richtige Zeitpunkt gekommen, Schluss zu machen. Zudem seien sein Alter sowie die Hüftprobleme, wegen der er länger krankgeschrieben war, in seine Überlegungen miteingeflossen.
Trotz des angekündigten Abschieds im kommenden Jahr wolle Eisenreich bis dahin noch wichtige Projekte abschließen beziehungsweise auf den Weg bringen, wie er sagt. Zu Ende bringen wolle er den Bau der öffentlichen Toilette im Heimatmuseum. Die Arbeiten laufen derzeit. „Im Mai oder Juni soll sie fertig werden.“
Berching: Diese Projekte stehen an
Abschließen möchte Eisenreich nach eigenen Angaben auch den Bau einer Dorfhalle inklusive Jugendtreff in Erasbach. Auch die Lücke des Radweges von Holnstein nach Freihausen soll geschlossen werden. Zudem stehen laut Eisenreich Ausgaben im Bestattungswesen (Leichenhaus in Pollanten), etliche Straßenbaumaßnahmen (etwa die Verbindung zwischen Stierbaum und Viehhausen) und „größere Grundstückskäufe“ an.
Auf den Weg bringen möchte Eisenreich nach eigener Auskunft zwei Fahrzeuge für die Feuerwehren in Erasbach und Berching, die Sanierung der Stadtmauer, den Breitbandausbau, die Sanierung der Trinkwasseraufbereitungsanlage der Berching-Ittelhofener Gruppe sowie den ersten Bauabschnitt für die neue Schule und die Arbeiten für die sechsgruppige Kita an der Südtangente.
Edeka-Markt in Pollanten ist geplant
Zudem freut sich Eisenreich darüber, dass das BRK eine neue Tagespflege errichtet und dass in Pollanten ein Edeka-Markt gebaut werden soll.
Eröffnen wird Eisenreich den neuen Supermarkt als amtierender Bürgermeister aber nicht mehr. Läuft alles nach Plan, soll der Bau starten, wenn Eisenreich im Frühjahr 2026 abtritt – nach dann 18 Jahren im Amt. „Ich bin schon ein Stück weit stolz, als Auswärtiger am längsten Bürgermeister in Berching gewesen zu sein“, sagt der Obermässinger.
Ludwig Eisenreich: Bald 18 Jahre Bürgermeister in Berching
Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat es keinen Bürgermeister in Berching gegeben, der diesen Posten länger als Eisenreich bekleidet hat. Die bisherigen Spitzenreiter Adolf Holnberger (16 Jahre) und Rudolf Eineder (zwölf Jahre) hat Eisenreich bereits überholt.
Wen die CSU 2026 in das Rennen schickt, ist noch unklar. „Wir werden eine gute Kandidatin oder einen guten Kandidaten aufstellen“, sagt Thomas Frölich, der Vorsitzende des Großgemeindeverbandes. In „naher Zukunft“ könne er einen Namen nennen. Es zeichne sich eine „gute und vernünftige Lösung“ ab.
CSU Berching: Der Wunschkandidat sagt ab
Christian Meissner, der ursprüngliche Wunschkandidat – nicht nur von der CSU, sondern auch von zahlreichen Bürgern – wird es nach eigenen Angaben nicht. „Nicht, weil ich die Schnauze als Zweiter Bürgermeister voll habe“, betont Meissner. „Sondern, weil ich meine Berufung woanders gefunden habe: Ich bin Handwerker mit Leib und Seele“, sagt der Geschäftsführer der Schreinerei „holzhoch3“.
Der Selbstständige plant, in diesem Jahr seine Tochter Tina in den Betrieb zu integrieren. Mit der 29-jährigen Innenarchitektin soll das Erasbacher Unternehmen den nächsten Schritt in die Zukunft machen.
Als Stadtrat wolle Meissner ehrenamtlich weitermachen, sofern er gewählt wird. Hauptamtlich die Stadtverwaltung zu führen, komme dagegen nicht infrage – auch wenn es eine schöne Erfahrung gewesen sei, Eisenreich zu vertreten, als dieser im Krankenstand war.
„Ich war angenehm überrascht über die positive Stimmung mir gegenüber. Das war sehr fair von jedem“, blickt Meissner zurück. „Und dass mir so viele das Amt des Bürgermeisters zutrauen würden, freut einen dann auch.“
Das plant Eisenreich nach seiner Zeit als Bürgermeister
Auch CSU-Stadtrat Achim Christl würde sich nach eigenen Angaben als Bürgermeister geehrt fühlen. „Ich hätte als Diener der Stadt Berching gerne zur Verfügung gestanden, aber wegen beruflicher Pflichten ist das nicht machbar“, erklärt der Kieferorthopäde, der seine eigene Praxis in Neumarkt leitet. Auch CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Höffler steht nach eigenen Angaben nicht zur Verfügung.
Es bleibt abzuwarten, wen die CSU im März 2026 antreten lässt. Bis dahin bleibt Eisenreich im Amt. „Es war nicht immer leicht. Aber es ist und war mir eine große Ehre, Bürgermeister der Stadt Berching zu sein“, sagt Eisenreich, der sich danach seinen Hobbys widmen wolle: Akkordeon spielen, Radfahren und mit Holz basteln.