„Gluck ist nur ein Randaspekt“: Wo will die Stadt Berching touristisch hin?

Wandern, radeln, treideln oder Gluck, Altstadt und Kloster: Wo sieht die Stadt Berching ihre touristische Zukunft? Und wie sollen die Ziele erreicht werden? Antworten auf diese Fragen liefert Veronica Platzek vom Stadtmarketing.
Platzek leitet die Abteilung in der Stadtverwaltung, zu der auch der Bereich Tourismus zählt. Das Sachgebiet selbst führt Anikó Kerl. Beide waren vergangene Woche in der Sitzung des Stadtrates. Platzek präsentierte dabei die touristische Arbeit und Ausrichtung der Stadt. Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte sich gewünscht, dass die Stadt die touristische Zukunft definiert.
Das übergeordnete Ziel im Tourismus ist laut Platzek, die Wertschöpfung im Ort zu steigern. Sie bezeichnete Berching als „Eingangstor zum Naturpark Altmühltal“ und als ein „Reiseziel, das jeder Gast im Naturpark gesehen haben muss“. Berching solle ein attraktiver Urlaubs- und Wohnort bleiben. Platzek betonte, dass touristische Maßnahmen nicht nur Gästen dienten, sondern auch den Berchinger Bürgern. Von einem Hans-Kuffer-Park profitierten Einheimische ebenso wie von gepflegten Rad- und Wanderwegen. Die Aufgabe von Platzek und den Damen des Tourismusbüros sei es, Berching als attraktiven Ort zu bewerben. Gleichzeitig müsse Berching dann auch die Erwartungen der Gäste erfüllen.
Berching: Fokus auf den Naturpark Altmühltal
Als starken Partner an der Seite der Stadt Berching sieht Platzek die Marke „Naturpark Altmühltal“. In den Orten des Naturparks stehe Radfahren und Wandern im Mittelpunkt, ebenso Kultur, Kulinarik und Erlebnisse am Wasser. Es locken unter anderem der Fünf-Flüsse-Radweg oder der Jurasteig-Wanderweg.
In Berching sollen unter anderem folgende Wander- und Radwege und Ziele Gäste anziehen: Gluckwanderweg, Hoher Brunnen in Sollngriesbach, Benediktusweg oder Radwege wie die Erlebnis-Tour am Kanal oder die Jur-Aktiv-Tour. Diese nannte Platzek beispielhaft für die zahlreichen Strecken in der Gemeinde. Als lokale Besonderheit sieht Platzek in Berching unter anderem die Wehrmauer, das Kloster Plankstetten, Anlagen wie den Hans-Kuffer-Park, das Berle-Bad, den Komponisten Christoph Willibald Gluck sowie das Treideln, das im vergangenen Jahr zum Immaterielle Kulturerbe ernannt worden ist.
Komponist Christoph Willibald Gluck ist ein Berchinger
Gluck, Cittaslow und die Innehalten-Region seien zwar wichtig, sagte Platzek. „Aber sie können nur einen kleinen Rand unserer Tourismus-Strategie darstellen.“ Zentral sei die Partnerschaft mit dem Naturpark Altmühltal als große Marke mit Strahlkraft. „Die Gluckstadt Berching wird nie als große Marke gespielt werden, weil sie zu unbekannt ist“, sagte Platzek. Der Fokus liege auf dem Naturpark, garniert mit Akzenten, etwa zu Gluck.
Auch Veranstaltungen wie Rosenfest, Berchinale, Biergarten-Strawanzen oder das Open Air-Kino im Hans-Kuffer-Park sollen Einheimische wie Besucher in die Stadt ziehen. Die Zielgruppen, die Berching als Touristenstadt locken will, sind nach Angaben von Platzek Wanderer, Radfahrer, Senioren, Familien mit Kindern, Busgruppen, Tagestouristen, Kultur-Aktiv-Urlauber sowie Tagungsgäste.
Auf Messen, mit Prospekten und im Internet wirbt die Stadt für den Urlaubsort Berching. Gemeinsam mit der Tourismusgemeinschaft investiert sie Geld in die Vermarktung und neue Projekte.
Tourismusbüro Berching plant neuen Hechti-Weg
Aktuell arbeiten die Damen des Tourismusbüros an einem neuen Rundwanderweg zum Thema „Berchinger Hecht“. Der sogenannte Hechti-Weg sei derzeit in Planung. Nächstes Jahr soll er laut Platzek umgesetzt werden. Wie er im Detail aussieht, werde intern noch geklärt. Im Grundsatz soll ein barrierearmer Rundweg im Kernort Berching entstehen, bei der Jung und Alt die Gelegenheit haben, die Stadt zu entdecken.
„Es tut sich etwas und es ist etwas los in Berching – nicht nur für Gäste, sondern auch für Einheimische“, sagte Bürgermeister Ludwig Eisenreich und bedankte sich bei Platzek sowie den Frauen im Tourismusbüro für die „tolle Arbeit“, die sie leisten.
Tourismus: Übernachtungszahlen in Berching
Übernachtungen: Mit knapp 58.000 Übernachtungen erreichte die Zahl 2024 einen Wert, der in den vergangenen zehn Jahren nie so hoch gewesen war. 2000 dagegen waren es über 70.000 Übernachtungen, ehe 2002 die Zahl auf knapp 42.000 eingebrochen war. Damals machte das frühere Hotel Post zu. Nach dem Corona-Loch erreichte Berching mit gut 46.000 sowie fast 48.000 Übernachtungen in 2022 und 2023 einen höheren Wert als noch vor der Pandemie.
Gästeführungen: Die Zahl sinkt von 119 (im Jahr 2023) auf 111 in 2024. 2022 waren es 110. In den Jahren vor Corona schwankte die Zahl zwischen 113 und 188.