Gymnasiasten aus Beilngries entwickeln Hörspiel für die Stadt Berching

Von Bernhard Neumayer · 21. März 2023 um 16:00

Einheimische und Gäste können ab sofort in einem Audioguide Wissenswertes über die Stadt Berching erfahren. Für den besonderen Spaziergang durch die Altstadt ist nur ein Smartphone notwendig. Dann hört man unter anderem Bürgermeister Ludwig Eisenreich sprechen und die Blaskapelle Fribertshofen musizieren.

Wie hört sich fließendes Blut an? Und wie kann man das dumpfe Geräusch nachstellen, das ertönt, wenn einem eine Pfanne übers Ohr gezogen wird – natürlich ohne das Gegenüber zu verletzen? Unter anderem damit haben sich Schüler des Gymnasiums Beilngries befasst, während sie das neueste touristische Angebot für die Stadt Berching aufgenommen haben.

Der Audioguide heißt „Lauschspaziergang durch Berching“

Ab sofort können Einheimische und Gäste Berching mit einem Audioguide erkunden. Auf dem eigenen Smartphone können Interessierte in elf Hörspielen Wissenswertes über die Historie der Stadt erfahren. Eingesprochen haben die Aufnahmen unter anderem Beilngrieser Gymnasiasten, deren Mütter und weitere Sprecher. Auch Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich spricht eine Rolle im Audioguide „Lauschspaziergang durch Berching – Häuser erzählen ihre Geschichte“.

Das Hörspiel ist im Rahmen eines Projekt-Seminars (P-Seminar) am Gymnasium Beilngries entstanden. Eine Gruppe von Schülern aus der Oberstufe hat mit der Lehrerin Antje Hradetzky den Audioguide in Zusammenarbeit mit der Stadt Berching entworfen. Bei einer Abschlussfeier am Montagabend im Hotel Post in Berching stellten die Verantwortlichen das Projekt vor.

Aufnahmen im Tonstudio von Werner Kränzlein in Kipfenberg

„Wir freuen uns, den Audioguide pünktlich zum Start der Saison zu präsentieren“, waren sich Anikò Kerl und Katrin Hradetzky vom Tourismusbüro der Stadt Berching einig. Katrin Hradetzky war es auch, die den Stein ins Rollen gebracht hatte. Im Gespräch mit ihrer Schwester, Lehrerin Antje Hradetzky, hatte sie ein gemeinsames Tourismus-Projekt angeregt.

Mit ihren Schülern des P-Seminars arbeitete Antje Hradetzky eineinhalb Jahre an den elf Hörspielen. Dabei überließ die Gruppe nichts dem Zufall. Historische Einblicke bekamen die Schüler zuerst bei einer Stadtführung von Gästeführerin Gerlinde Delacroix. Danach gewannen sie Audioengineer Werner Kränzlein für ihr Projekt. Der Experte hielt an der Schule einen Vortrag über Technik und Aufnahme. Im Anschluss schrieben die Schüler Drehbücher für die Szenen. Überarbeitet wurden diese vom Tourismusbüro.

Anschließend ging es darum, Geräusche für den Audioguide aufzunehmen: Fließendes Wasser, Schritte zum Brunnen, Atmosphäre im Biergarten. Für zünftige Stimmung auf den Aufnahmen sorgte etwa die Blaskapelle Fribertshofen. Auch zuhause in der Küche nahmen Schüler Alltagsgeräusche wie klirrendes Besteck auf.

Neben den Tönen sprachen die Schüler auch die Dialoge für den Audioguide ein. Werner Kränzlein, der bei der Vorstellung von einem Leuchtturmprojekt sprach, stellte dafür nicht nur sein Tonstudio „Landvilla:sound&music“ im Kipfenberger Ortsteil Oberemmendorf zur Verfügung, sondern auch seine Expertise.

Kränzlein schnitt am Ende die Audiodateien zusammen und sorgte dafür, dass die Aufnahmen professionell klingen – auch wenn Schüler oder andere Sprecher dafür einen Satz mehr als nur zwei- oder dreimal ins Mikrofon einsprechen mussten. „Oft haben wir drei bis vier Stunden aufgenommen, damit am Ende zwei Minuten Hörspiel herauskommen“, sagte Antje Hradetzky.

Doch der Aufwand war es wert, waren sich alle einig. „Ich bin stolz darauf, Teile der Berchinger Geschichte im Hörspiel erzählen zu dürfen“, sagte Schülerin Hanna. Wie ihre Mitschüler Paul und Julius fand es Hanna am Anfang komisch, die eigene Stimme im Audioguide zu hören.

Der Audioguide der Stadt Berching ist kostenlos

Mit Schulleiterin Sabine Nolte-Hartmann freuten sich die Schüler über den Abschluss des Seminars. Christian Meissner, stellvertretender Berchinger Bürgermeister, lobte die Kooperation zwischen den Einrichtungen der Nachbarorte, die einst um das Gymnasium gestritten hatten. „Sie haben sich und der Stadt ein virtuelles Denkmal gesetzt“, sagte Meissner zu den Gymnasiasten.

Wer nun wissen will, wie die Schüler fließendes Blut hörbar gemacht haben und wie sich der nachgestellte Schlag mit der Pfanne anhört, kann sich den Audioguide kostenlos im Internet unterwww.berching.de/audioguide/und unterhttps://audioguide.naturpark-altmuehltal.de/anhören. Der Flyer zum Hörspiel ist im Tourismusbüro erhältlich.

Beilngrieser Gymnasiasten haben mit Lehrerin Antje Hradetzky (stehend 5.v.r.), dem Audioexperten Werner Kränzlein (hintere Reihe 7.v.l.) und weiteren Helfern einen Audioguide aufgenommen.