Berchings Bürgermeister ist mit Haushalt 2024 zufrieden – Doch das Defizit des Berle-Bads ist hoch

Keine Neuverschuldung, Rücklagen aufgebaut und höhere Einnahmen aus der Gewerbesteuer: Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich legte dem Stadtrat am Dienstag die Jahresrechnung 2024 vor. Er sprach von einem „guten und soliden Ergebnis“ – auch wenn die Stadt mit dem Erlebnisbad erneut viel Verlust machte.
Die Stadt habe den positiven Trend der vergangenen Jahre 2024 „noch fortsetzen“ können, sagte Eisenreich. Allerdings werden insbesondere die geplanten Großprojekte wie Neubau der Kindertagesstätte an der Südtangente sowie der Grund- und Mittelschule den Haushalt die kommenden Jahre stark belasten.
Mit den Zahlen für 2024 zeigte sich Eisenreich am Dienstag dennoch zufrieden. Der Gesamthaushalt beläuft sich auf gut 37,7 Millionen Euro – und unterschreitet damit den Ansatz, der von gut 38,5 Millionen Euro ausgegangen war, um mehr als 800.000 Euro. „Das entspricht einer Erfüllung des Haushaltsansatzes von rund 98 Prozent“, sagte der Bürgermeister, der sich erneut über hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer freuen konnte. 1,2 Millionen Euro mehr als noch im Jahr zuvor – und damit insgesamt knapp 11,7 Millionen Euro – erhielt die Stadt 2024 von den örtlichen Firmen.
Berle-Bad in Berching macht 1,1 Millionen Euro Verlust
Im Gegensatz dazu belasten die Haushaltskasse städtische Einrichtungen, die defizitär sind – wie zum Beispiel Erlebnisbad, Bestattungseinrichtungen und Europahalle. Allein im Berle-Bad lag das Defizit nach Angaben der Kämmerei im vergangenen Jahr erneut bei 1,1 Millionen Euro. Bereits 2023 hatte die Stadt mit dem Bad über 1,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Das war damals ein neuer Negativrekord.
Als positiv dagegen bewertete Eisenreich, dass zum Ausgleich des Vermögenshaushaltes 2024 keine Rücklagen entnommen werden mussten. Im Gegenteil: Nach Angaben der Kämmerei konnte die Stadt den Rücklagen knapp 1,36 Millionen Euro zuführen und 740.000 Euro Schulden tilgen.
Die Stadt hatte laut Eisenreich am Ende des vergangenen Jahres 3,55 Millionen Euro Schulden. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 393 Euro. Sie liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt in Bayern. 2023 lag die Pro-Kopf-Verschuldung der Kommunen im Freistaat bei 1445 Euro.
Berching: Rücklagen steigen auf 5,3 Millionen Euro
Dadurch, dass den Rücklagen Geld zugeführt wurde, steigen diese auf rund 5,3 Millionen Euro. Das Ziel ist laut Eisenreich, weitere Rücklagen aufzubauen, um den Neubau der sechsgruppigen Kita an der Südtangente sowie der Grund- und Mittelschule zu finanzieren.
Eisenreich sieht den Haushalt auf „festem Boden“ stehen. Allerdings „werden wir heuer und in den Folgejahren finanzielle Einbußen auf der Einnahmenseite hinnehmen müssen“, sagte Eisenreich, der gleichzeitig mit steigenden Ausgaben rechne.