Corona an der Grund- und Mittelschule Roding: „Arbeiten teilweise Defizite immer noch auf“

Von Oliver Hausladen · 31. März 2025 um 15:00

Der erste Gedanke nach fünf Jahren zurück an die Corona-Zeit? „Gut, dass es vorbei ist“, antwortet Heinrich Achatz, Rektor der Grund- und Mittelschule Roding. Sehr schwierig sei die Pandemie für Schüler, Lehrer und Eltern gewesen mit Auswirkungen, die bis heute nachhallen. „Das schulische Defizit ist noch nicht bei allen behoben, von den psychischen Folgen gar nicht zu reden“, so der Leiter der größten Grund- und Mittelschule in der Oberpfalz.

Eine Zeitenwende sei die Pandemie für die Schulen gewesen, bilanziert Achatz. Er war damals Konrektor und auch während der Schließungen fast an jedem Werktag zusammen mit dem damaligen Leiter Günter Kaniber an der Schule. Fast schon gespenstisch sei es in dem Gebäude, in dem es sonst oft wuselt, gewesen, erinnert er sich, „es fühlte sich unwirklich an.“

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Doch gab es etwas zu tun, etwa, Lernpakete für die Grundschüler zusammenzustellen, die diese dann im Pausenhof abholen konnten. „Mit Fernunterricht ist bei den Schulanfängern nicht viel zu machen“, weiß Achatz, deshalb gab es zumindest Arbeitsaufträge und mehr „an die Hand.“

Große Unterschiede beim Homeschooling

Das habe auch sehr gut funktioniert, erinnert er sich, auch hätten die Eltern beim Homeschooling sehr viel geleistet. Allerdings habe es dabei große Unterschiede gegeben, so der Rektor. Wo die Eltern (oder zumindest ein Elternteil) zu Hause waren und gut Deutsch konnten, sei etwa das Vermitteln von Lesen und Schreiben deutlich leichter gewesen, als wenn etwa die Erwachsenen die Sprache selbst nicht gut oder kaum beherrschten. „Einem Kind dann lesen und schreiben beizubringen, ist quasi unmöglich“, sagt Achatz – bei einer Schule mit einem hohen Anteil mit Migrationshintergrund habe es diese Fälle durchaus gegeben. „Teilweise sind wir heute noch damit beschäftigt, die Defizite beim Schulischen aufzuholen“, berichtet er.

Je älter die Kinder seien, desto eher ließe sich vernünftiger Fernunterricht organisieren, besonders bei Schulanfängern sei dies aber extrem schwierig. Die Kinder bräuchten einen Lehrer – und auch die Gemeinschaft mit den anderen Kindern, „das kann durch nichts ersetzt werden, vor allem nicht auf lange Zeit.“

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Noch schwieriger auszugleichen seien die Probleme, die durch die Isolation der Kinder entstanden seien. „Sie durften sich ja auch nicht mehr mit Freunden treffen, die sozialen Kontakte sind aber extrem wichtig“, erläutert Achatz. So habe er auch die Erfahrung gemacht, dass die psychischen Probleme wie Angststörungen bei den Schülern seit Corona zugenommen habe. „Es ist immer noch ein sehr kleiner Prozentsatz, aber es ist zu spüren“, erzählt er.

Ebenso sei es für die Lehrer eine „irre Zeit“ gewesen, blickt Achatz zurück, auch für sie sei der Alltag komplett weggebrochen und es galt, Fernunterricht zu organisieren, „was logischerweise auch nicht jedem gleich gut lag.“ Der Kontakt mit den Schülern mache auch dem Lehrer das Unterrichten leichter, weiß der Schulleiter.

Da wurde großer Schaden bei den Kindern angerichtet.

Schulleiter Heinrich Achatz

Er mache keinem der Entscheider damals einen Vorwurf, betont er, es sei eine neue Situation für alle gewesen. Auch damit, die Schulen anfangs zu schließen, habe er leben können – „in der Nachbetrachtung stellt sich aber die Frage, ob es wirklich so lange hätte sein müssen. Da wurde großer Schaden bei den Kindern angerichtet“, ist er sich sicher. Auch die Unsicherheit, wann es wieder wie weiter gehe und stetige neue Regeln, etwa beim Testen, hätten es für alle Beteiligten nicht gerade leichter gemacht.

Achatz hofft, „dass wir so eine Situation nie wieder erleben müssen“, auch wenn die Schulen mittlerweile durch verbesserte digitale Angebote und vor allem die Erfahrungen, die gesammelt wurden, besser vorbereitet seien. „Nichts kann aber die Gemeinschaft und den normalen Unterricht ersetzen. Kinder brauchen Lehrer und vor allem andere Kinder“, betont der Schulleiter.

Heinrich Achatz hat die Pandemie als Konrektor der Grund- und Mittelschule Roding als Zeitenwende erlebt.