Rektor geht im Sommer nach 17 Jahren in Ruhestand: Der Nachfolger ist ein bekanntes Gesicht

Nach 17 Jahren geht nach diesem Schuljahr die Ära von Günter Kaniber als Leiter der Rodinger Grund- und Mittelschule zu Ende, er geht in den Ruhestand. Und einen besseren Nachfolger habe er sich nicht wünschen können, freut er sich: Der bisherige Stellvertreter Heinrich Achatz (49) rückt an seine Stelle. „Er ist die Ideallösung, sowohl fachlich, als auch menschlich“, lobt Kaniber.
Der angehende Leiter sagt, dass ihm bewusst sei, dass er in große Fußstapfen trete, er freue sich aber auf die Aufgabe und wolle das große Renommee, das sich die Schule in den vergangenen Jahren aufgebaut habe, halten.
Er sei emotional sehr positiv berührt, dass sich die Regierung der Oberpfalz für Achatz entschieden habe, erläutert Kaniber. Gemeinsam hätten sie die bestehenden Strukturen an der Grund- und Mittelschule aufgebaut. Dass die Leitungsstelle intern besetzt wird, noch dazu bei einer so großen Schule, ist nicht der Regelfall, erläutert er. Die Stelle wurde ausgeschrieben, jeder Interessent, der über die nötigen Qualifikationen verfügt, konnte sich bewerben. Ausschlaggebend seien dabei vor allem Bewertungen, die Schulamt und Schulleiter ausstellen. „Geschenkt wird einem also nichts“, sagt Kaniber, der sich aber sicher ist, dass die Schule bei Achatz in den besten Händen sein wird.
Ära geht zu Ende
Es sei ihm nach 17 Jahren ein großes Anliegen, dass die Schule in seinem Sinne weitergeführt werde, erläutert Kaniber. Dies bedeute unter anderem, viel auf das Team und nicht auf „falsche Hierarchien“ zu setzen. Bei einer Einrichtung dieser Größe – mit 700 Schülern ist die Grund- und Mittelschule Roding die größte im kompletten Bezirk Oberpfalz – sei es wichtig, Verantwortung auch zu verteilen, was in Roding dank des sehr engagierten Gremiums sehr gut funktioniere. Erfreulich sei auch, dass viele Junglehrer an der Schule blieben und sich stark mit ihr identifizieren würden.
Kaniber und Achatz kennen sich bereits seit 2008. In dieser langen Zeit habe sich nicht nur Kollegialität, sondern auch eine Freundschaft entwickelt, erzählen beide. „Es wird für mich nicht leicht, wenn er geht“, sagt Achatz. Ohnehin würde er in sehr große Fußstapfen treten, Kaniber habe die Entwicklung der Rodinger Grund- und Mittelschule maßgeblich geprägt. „Ich werde die Strukturen sicher nicht einreißen, sondern erst einmal schauen, in der neuen Rolle anzukommen und den Status quo zu halten“, erläutert er.
Große Schule mit vielen Facetten
Die Schule mit ihren vielen Kindern und Jugendlichen und ihren zahlreichen Facetten, wie den beiden Schulformen, Ganztagsunterricht, den manigfaltigen Angeboten bei der Berufswahl-Suche oder M-Zug, sei eine große Herausforderung, „aber ich traue es mir zu und freue mich darauf.“ Von Vorteil sei, dass er viel von Kaniber gelernt habe, etwa auch bei der Personalführung, sagt Achatz, der seit 2018 erster Konrektor ist. Ebenso sei hilfreich, dass er sowohl das Kollegium, als auch die Abläufe sowie die Kooperationspartner und auch die Ansprechpartner im Rathaus in Roding kenne.
In die Entscheidung, an der Schule sei er immer eingebunden gewesen, „Günter Kaniber hat nie etwas alleine gemacht, sondern immer in Rücksprache“, an die neue Rolle mit ihrer Verantwortung und den Aufgaben werde er sich aber erst gewöhnen müssen, erläutert der 49-Jährige.
„Schule steht sehr gut da“
Trotzdem habe er nicht gezögert, sich zu bewerben, betont Achatz, „das war mein Ziel und ich glaube auch, dass es einen nahtlosen Übergang geben wird.“
Die Schule stehe sehr gut da, er freue sich auf die Aufgabe – und Kaniber freut sich, dass sein Wunsch-Nachfolger ab dem neuen Schuljahr auf dem Chefsessel Platz nehmen wird.
Der Posten als ersten Konrektor besonders für den Mittelschul-Bereich wurde bereits ausgeschrieben und wird zum Start des neuen Schuljahres besetzt sein, erläutert Kaniber. Kristina Vogl bleibt zweite Konrektorin für den Grundschul-Bereich.
Zur Person
Geburt und Kindheit: Heinrich Achatz wurde am 17. Oktober 1974 in Bad Kötzting geboren. Nach einer Grundschulzeit in Arrach wechselte er auf das Benedikt-Stattler-Gymnasium in Bad Kötzting, wo er 1993 das Abitur ablegte.
Studium in Regensburg: Nach dem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr studierte Achatz von 1996 bis 2001 Lehramt in Regensburg und schloss mit dem ersten Staatsexamen ab.
Zeit als Referendar: Die Referendariats-Ausbildung absolvierte er von 2001 bis 2003 an der Johann-Brunner-Mittelschule in Cham sowie an der Volksschule in Hohenwarth.
An mehreren Schulen eingesetzt: Von 2003 bis 2004 war Achatz an der Mittelschule Burghausen im Einsatz, danach ging es an die Grund- und Teilhauptschule Unterneukirchen. An der Weiß-Ferdl-Mittelschule in Altötting war er von 2005 bis 2008 am Aufbau einer Ganztagsschule mitbeteiligt.
Seit 2008 an der Grund- und Mittelschule Roding: Ab September 2008 wurde Achatz als Klassenleitung an der Grund- und Mittelschule Roding in Ganztagsklassen eingesetzt, seit dem Schuljahr 2018/19 ist er erster Konrektor.
Schulische Aufgabenfelder: Achatz hat zudem mehrere schulische Aufgabenfelder. So ist er unter anderem Netzwerk-Koordinator für Ganztagsschulen im Schulamtsbezirk Cham, war Kreisobmann im Fußball, Co-Redaktionsleiter des bayernweiten Fortbildungsprogramms „Mint für Schüler“ sowie vier Mal Betreuungslehrer für Lehramtsanwärter im ersten Dienstjahr.
Privates: Seit dem Jahr 2000 ist Achatz verheiratet, das Paar hat zwei Kinder, die 13 und 15 Jahre alt sind. Der 49-Jährige ist vielen auch als langjähriger aktiver Unparteiischer und Schiedsrichterbeobachter der Schiedsrichtergruppe Bayerwald bekannt. Zudem ist Achatz, der in Lederdorn (Gemeinde Chamerau) wohnt, Betreuer von Jugendmannschaften der SG Chammünster/Chamerau.