Berufswahl: Rodinger Mittelschule tut viel, damit die Ausbildung zum Schüler passt

Von Oliver Hausladen · 21. Juni 2023 um 05:00

„Das Ziel ist, dass wir die Schüler in einen Ausbildungsberuf bekommen, der zu ihnen passt“, sagt Heinrich Achatz, Konrektor an der Rodinger Mittelschule. Deswegen engagiert sich die Schule auch weit über das im Lehrplan vorgesehene Maß in Sachen Berufsorientierung.

Unter anderem Arbeitsplatzerkundungen, Workshops, zusätzliche Praktika, Besuche von Ausbildungsscouts und Berufsberatern oder Arbeitsgemeinschaften vermitteln ein genaues Bild, wie eine spätere Ausbildung ablaufen würde.

„Das Ziel ist, dass wir die Schüler in einen Ausbildungsberuf bekommen, der zu ihnen passt“, sagt Heinrich Achatz, Konrektor an der Rodinger Mittelschule. Deswegen engagiert sich die Schule auch weit über das im Lehrplan vorgesehene Maß in Sachen Berufsorientierung: Unter anderem Arbeitsplatzerkundungen, Workshops, zusätzliche Praktika, Besuche von Ausbildungsscouts und Berufsberatern oder Arbeitsgemeinschaften vermitteln ein genaues Bild, wie eine spätere Ausbildung ablaufen würde.

Schon früh heranführen

Für das große Engagement bekommt die Rodinger Mittelschule bald ein Berufswahl-Zertifikat – als Erste im Landkreis Cham. Auch Schulleiter Günter Kaniber und Berufswahlkoordinator Roman Schwinger ist das Engagement auf diesem Gebiet sehr wichtig. Die Berufsorientierung sei ohnehin ein Alleinstellungsmerkmal der Mittelschulen und biete eine weitläufige und systematische Vorbereitung auf den Beruf, so Kaniber. „Wir sind stolz, dass wir das so ausgeprägt anbieten können“, sagt der Schulleiter.

Die Vorbereitung beginnt sogar schon vor der Mittelschule in den vierten Klassen mit dem Projekt „Schüler entdecken Technik“, wenn die Kinder schon früh erstmals spielerisch über Technik lernen können.

Fachprofile und Fachlehrpläne geben den Mittelschulen bereits viele umfassende Maßnahmen zur Berufsorientierung vor. Um die Schüler in Roding optimal in den Start in das Berufsleben zu begleiten, wird noch auf viele weitere Maßnahmen, Projekte und Kooperationen gesetzt.

„Ausbildungsabbruch hilft keinem“

Wichtig sei es in der heutigen Zeit nicht in erster Linie, die Schüler „unterzubringen“ (viele Firmen suchen angesichts des Fachkräftemangels verstärkt nach Lehrlingen), sondern etwas zu finden, das passt, betonen die Pädagogen. „Wenn ein Schüler seine Ausbildung nach ein paar Monaten abbricht, hat niemand etwas davon“, erläutert Achatz.

Deswegen seien die zusätzlichen Praktika, welche die Rodinger Mittelschule anbiete, sehr wichtig, egal, ob sie dann positiv oder negativ laufen: „Wenn es gut passt, der Jugendliche sich einbringt und es ihm gefällt, ist es nicht selten, dass von der Firma der Vorschlag kommt, dass er sich bewerben soll“, weiß Achatz.

Doch auch der andere Fall sei wichtig: „Wenn jemand im Praktikum merkt, dass der Job ganz anders ist, als er sich vorgestellt hat, und es ihm gar nicht gefällt, ist das ein großer Erkenntnisgewinn, der auch viel nutzt.“

Wenn die Jugendlichen wüssten, was auf sie zukommt, und sie die Ausbildung abschließen würden, seien sie ohnehin „auf der sicheren Seite“: Sie könnten sich dann auch immer noch weiterbilden, „schlimmstenfalls“ gingen sie in ihren erlernten Beruf zurück, „sie fallen also sehr weich“, sagt Kaniber.

Gezielt vorbereitet und praxisnah geübt werden unter anderem auch Vorstellungsgespräche, zu denen Personalchefs von Unternehmen in die Schulen kommen – und auch entsprechende Rückmeldungen geben, was eventuell noch verbessert werden könnte. Auch stellen regelmäßig Auszubildende ihren Beruf den Schülern vor, „das ist noch einmal etwas anderes, weil es fast auf Augenhöhe stattfindet“, erklärt Kaniber.

Ein besonderes Angebot an der Rodinger Mittelschule in diesem Gebiet ist auch die Berufseinstiegsberatung.

„Hilft den Schülern sehr“

Dabei begleitet eine Fachkraft schwächere Schüler nicht nur bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, sondern auch das erste Lehrjahr hindurch. Vor allem auch für Schüler mit Migrationshintergrund, deren Eltern manchmal nur wenig Deutsch sprächen, sei dies ein sehr wichtiges Instrument, berichten die Lehrer.

„Wir können diese Angebote vorhalten, weil wir eine relativ große Schule sind und zahlreiche Kooperationspartner haben“, erläutert Kaniber, vorgeschrieben seien die Angebote weit über das im Lehrplan verankerte aber nicht. „Wir tun es aber sehr gerne, weil es unseren Schülern sehr viel hilft, den richtigen Beruf zu finden“, unterstreichen die Pädagogen.

Die Jugendlichen seien meist mit großem Eifer dabei, berichten sie: „Viele sind froh, dass sie in den Arbeitsgruppen oder bei den Praktika etwas Praktisches machen dürfen“, haben die Lehrer beobachtet. Zudem könne es auch für die Motivation für die Schule hilfreich sein, zu wissen, wofür der Abschluss wichtig ist.

Viele Kooperationspartner

Institutionen und Unternehmen: Zusammengearbeitet wird unter anderem mit der Berufsschule, der lokalen Wirtschaft, der Agentur für Arbeit und dem Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) in Cham, das den Schülern der achten Jahrgangsstufe vor kurzem mit Hilfe von 3D-Brillen einen Einblick in mögliche künftige Tätigkeiten gab.

Bereitschaft ist groß: Die Bereitschaft der Firmen zur Zusammenarbeit sei sehr groß, berichtet Kaniber, da viele Unternehmen nach Lehrlingen suchen.

Ansprechpartner und Logistik wichtig: Allerdings müsse auch die Logistik stimmen und jemand für den Praktikanten da sein, schränkt er ein, „ansonsten bringt es nicht viel“.

Sehen in den vielen Angeboten zur Berufsorientierung große Vorteile für die Schüler: (v. li.) Konrektor Heinrich Achatz, Berufswahlkoordinator Roman Achatz und Schulleiter Günter Kaniber. Foto: oh