Umgestaltungen bei Continental und Vitesco: Das Ende der gelben Zulieferer in Regensburg?

Von Lorenz Nix · 17. März 2025 um 17:00

Aus Gelb wird Grün: Schaeffler hat den Zeitplan für die Umgestaltung des früheren Vitesco-Hauptsitzes in Regensburg mitgeteilt. Auch der benachbarte Continental-Standort bekommt eine neue Marke. Zu den Details hält sich der Konzern aber noch bedeckt.

Am 5. Dezember 2007 ging es ganz schnell: Der verregnete Mittwoch markierte den Abschluss des Kaufs des Regensburger Zulieferers Siemens VDO durch die Continental AG. Just an dem Tag wurde auch der gelbe Schriftzug des neuen Eigentümers am Hauptgebäude des Werks in Regensburg montiert. Fast 18 Jahre später – im vergangenen Oktober – ist erneut ein Autozulieferer aus dem Regensburger Osten übernommen worden. Mehr als fünf Monate nach der Eingliederung des Antriebsspezialisten Vitesco in die Schaeffler AG ist von dem Grün der Franken allerdings immer noch nichts zu sehen. Es könnte sogar sein, dass die benachbarten Continental-Gebäude schneller ein neues Logo ziert – denn auch dort steht eine Umgestaltung an.

Bereits im September will Continental seine Autotechniksparte als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen. Die Abspaltung ist so gut wie in trockenen Tüchern, nur die Hauptversammlung muss im April noch zustimmen. Teil des neuen Zulieferers wird dann auch der Regensburger Standort des niedersächsischen Konzerns.

Neue Marke für Zulieferer: Unabhängig von Continental

Es sei geplant, den Namen des neuen Unternehmens Ende April bekanntzugeben, sagt der für die Automotive-Sparte zuständige Sprecher Sebastian Fillenberg auf Anfrage der Mediengruppe Bayern. Weitere Details dazu – beispielsweise ob dafür ein besonderes Event geplant sei – werde man erst zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.

Damit bleibt auch noch unklar, an welche Farbe sich die Regensburger Conti-Mitarbeiter in Zukunft gewöhnen werden müssen. Als der Konzern vor einigen Jahren seine Antriebssparte als Vitesco abgespalten hatte, blieb es bei Gelb. Es könnte sein, dass dieses Mal eine andere Farbe gewählt wird. Ein Bezug zu Continental ist auch mit Blick auf den Namen offenbar nicht vorgesehen: Als eigenständiges Unternehmen werde man „mit einer eigenen Identität vollkommen unabhängig von Continental“, sagt Fillenberg. „Dafür ist eine neue Marke ein wesentliches Element, denn sie ist mit grundlegenden Werten verbunden, an denen sich das Denken und Handeln in unserem Unternehmen ausrichtet.“

Grünes Schaeffler-Logo kommt noch dieses Jahr nach Regensburg

Die Vitesco-Mitarbeiter in den benachbarten Gebäuden haben indes schon lange Gewissheit, mit welcher Farbe sie sich anfreunden müssen. Das grüne Schaeffler-Logo soll auch in Regensburg prangen. Man wolle alle Vitesco-Standorte weltweit nach und nach umgestalten, sagte ein Sprecher des fränkischen Konzerns im vergangenen August. Geschehen ist zumindest in der Oberpfalz allerdings noch nichts. Offenbar gibt es aber einen Zeitplan: Die Umgestaltung sei in Regensburg für das zweite und dritte Quartal des laufenden Jahres geplant, sagt die für den Standort zuständige Sprecherin Simone Geldhäuser.

Spätestens ein Jahr nach der Übernahme soll also das Vitesco-Gelb verschwunden sein. Dazu, wie genau die Gebäude in Regensburg umgestaltet werden, also zum Beispiel ob auch die aktuell gelben Fassadenelemente einen grünen Anstrich bekommen, hält sich Geldhäuser allerdings bedeckt. Die Umsetzung erfolge auf Basis interner Richtlinien, sagt sie nur. Bis Ende 2026 sollen sich dann alle deutschen Vitesco-Standorte im Schaeffler-Look präsentieren. Für den Abschluss der Umgestaltung der weltweiten Werke will sich der Konzern sogar noch bis Ende 2027 Zeit nehmen.

Vitesco: Marke wurde mehrfach ausgezeichnet

Eilig haben es die Franken also offenbar nicht, den Namen Vitesco verschwinden zu lassen. Die Marke hatte Andreas Wolf, bis zur Schaeffler-Übernahme Vorstandsvorsitzender des Antriebsspezialisten, am 1. Oktober 2019 vorgestellt. Seitdem hat sie sich durchaus erfolgreich entwickelt: Mehrere Auszeichnungen konnte das Unternehmen dafür einheimsen. Der nun in die Eigenständigkeit wechselnde Zulieferer-Bereich tritt also in große Fußstapfen – zumindest was eine erfolgreiche Markenstrategie angeht.

Der damalige Vitesco-Chef Andreas Wolf hat im Herbst 2019 den neuen Markenauftritt des aus der Continental AG ausgegliederten Antriebsspezialisten vorgestellt. Über fünf Jahre später sind der Name und das Logo aber schon wieder Geschichte. Foto: Vitesco Technologies