Vitesco: Wann prangt der Schaeffler-Schriftzug im Regensburger Osten?

Von Lorenz Nix · 11. August 2024 um 05:00

Noch ist im Regensburger Osten von Schaeffler nichts zu sehen. Am Vitesco-Hauptsitz dominiert auch weniger als zwei Monate vor der Fusion mit dem fränkischen Automobilzulieferer die Farbe Gelb. Doch das soll sich ändern.

Denn wenn am 1. Oktober die beiden Konzerne zu einem verschmelzen, hat die Marke Vitesco wohl ausgedient. Ob bereits dann der grüne Schaeffler-Schriftzug an den Gebäuden des Regensburger Antriebsspezialisten prangen wird, ist allerdings unklar. Man werde nach und nach alle Vitesco-Standorte weltweit entsprechend anpassen, teilt Axel Lüdeke, Leiter der Konzernkommunikation bei Schaeffler mit. Ihm zufolge hat die Markenintegration aber noch nicht begonnen. Es gebe bislang auch keinen Termin, wann beispielsweise in Regensburg mit der Umgestaltung begonnen wird, sagt Lüdeke.

„Starke Marke“ für die neue Schaeffler AG

Generell hält sich der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach (Lkr. Erlangen-Höchstadt) aber äußerst bedeckt und gibt bei Fragen rund um das künftige Erscheinungsbild nur wenig preis. Das gemeinsame Ziel sei es, „für das kombinierte Unternehmen eine starke Marke zu schaffen“, so Lüdeke. Und weiter: „Das wird die Marke Schaeffler sein.“

Offen lässt der Sprecher allerdings, ob der fusionierte Konzern zum Beispiel ein neues Logo bekommen wird. Dass der Zulieferer aus Franken sich von seinem bewährten grünen Schriftzug verabschieden wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Erst 2018 hat der Konzern im Rahmen einer großangelegten Offensive beschlossen, nur noch unter seiner Dachmarke aufzutreten und hat die Logos seiner Marken INA, FAG und LuK in der Außendarstellung weitestgehend verbannt – mit Erfolg: Der Schaeffler-Schriftzug hat seitdem an Bekanntheit zugelegt. Nun mit einem neuen Emblem um die Ecke zu kommen, wäre schwer nachvollziehbar und wohl auch nicht wirtschaftlich.

„Integration von Vitesco verläuft erfolgreich“

Die Integration der Marke Vitesco in die Marke Schaeffler werde „eine gewisse Zeit brauchen“, erklärt Konzernsprecher Lüdeke. Man sei bei der Eingliederung des Regensburger Antriebsspezialisten aber voll im Plan. Das bestätigte auch Schaeffler-Vorstandsvorsitzender Rosenfeld am Dienstag bei der Vorstellung der Quartalszahlen des Unternehmens: „Die Integration von Vitesco verläuft erfolgreich.“ Man befinde sich auf der „Zielgeraden“.

Laut Schaeffler arbeiten über 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in beiden Unternehmen an der Fusion. In „zahlreichen Arbeitsgruppen“ gehe es um „alle relevanten Themen“, sagt Lüdeke. Mittlerweile habe man sämtliche „wesentlichen Meilensteine“ erreicht. So wurde unter anderem ein gemeinsamer Geschäftsplan erarbeitet.

Getüftelt wird hingegen noch daran, welche Rolle die Vitesco-Standorte im gemeinsamen Unternehmen einnehmen werden. Die „exakte Zuordnung von Standorten und Ressourcen“ ist Lüdeke zufolge noch nicht abgeschlossen. Fest steht aber: Regensburg werde „ein wichtiger Standort“ von Schaeffler sein, sagt der Kommunikationsleiter.

Vereinbarung mit der IG Metall gilt weiter

Insgesamt sei der Konzern sich der „Bedeutung der Standorte von Vitesco Technologies für das kombinierte Unternehmen bewusst“. Auf die Frage, ob es durch die Fusion zu Schließungen oder Stellenabbau kommen wird, sagt Lüdeke: „Beide Unternehmen werden gemeinsam stärker sein.“ Das bringe Stabilität und Wachstumschancen, was positiv für die Mitarbeitenden sei. Die Zukunftsvereinbarung, die Schaeffler 2018 mit der IG Metall abgeschlossen hat, gelte auch für den gemeinsamen Konzern. Darin bekennt sich der Zulieferer unter anderem zur Tarifbindung und betont die Stärkung deutscher Standorte.

Mit der Fusion steigt Schaeffler in die Riege der zehn größten Automobilzulieferer der Welt auf. Der Konzern erwartet einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro und wird eigenen Angaben zufolge mehr als 44 Forschungs- und Entwicklungszentren sowie 100 Produktionswerke betreiben – mit insgesamt 120000 Mitarbeitenden. Der Zusammenschluss biete „zahlreiche Vorteile für Kunden, Beschäftigte und Geschäftspartner“, wird Schaeffler-Chef Rosenfeld auf der Webseite des Unternehmens zitiert.

Der Vitesco-Hauptsitz in Regensburg wird laut Schaeffler ein „wichtiger Standort“ für das kombinierte Unternehmen sein.