Conti-Sparte vor Abspaltung: Welche Produkte kommen aus Regensburg und Ingolstadt?

Continental sei bei der Abspaltung des Zulieferergeschäfts „voll im Plan“, hieß es am Dienstag bei der Vorstellung der Jahreszahlen des Konzerns. Auch die Standorte in Ingolstadt und Regensburg sind von den Plänen des Unternehmens betroffen – was wird in den bayerischen Werken eigentlich entwickelt und produziert?
Aus eins mach zwei: Continental geht große Schritte Richtung Aufspaltung. Der Konzern will sich bereits im zweiten Halbjahr diesen Jahres von seiner Automotive-Sparte trennen. Entstehen sollen dann zwei eigenständige Unternehmen – die „alte“ Continental AG mit dem Reifengeschäft und ein neuer, ebenfalls börsennotierter Autozulieferer. Aber wo liegen eigentlich die Kompetenzen des vor der Abspaltung stehenden Geschäftsfelds – insbesondere in der Region?
Continental-Hochleistungsrechner aus Regensburg
Continental-Vorstandsvorsitzender Nikolai Setzer äußerte sich dazu gestern im Rahmen der Vorstellung der Jahreszahlen des Konzerns. Ihm zufolge bereiten aktuell rund 500 Beschäftigte die Abspaltung vor. Man komme gut voran, sagte Setzer. „Wir liegen voll im Plan.“ Teil des neuen Unternehmens werden auch die Standorte des Konzerns in Regensburg und Ingolstadt sein. An den Produkten, die dort aktuell entwickelt und gefertigt werden, soll sich durch die Abspaltung nichts ändern. „Der Spin-off hat grundlegend keine Auswirkung auf die Aufstellung unserer Standorte“, teilte Continental gestern auf Nachfrage mit. Demnach kommen aus Regensburg, wo Ende 2024 4100 Mitarbeiter angestellt waren, unter anderem verschiedene Komponenten aus dem Bereich der Fahrzeugelektronik – beispielsweise verschiedene Steuergeräte aber auch Hochleistungsrechner.
Letztere seien ein Beispiel für die „Technologie- und Systemkompetenz“ von Continental, sagte Setzer. Ihm zufolge sind Hochleistungsrechner „die wichtigste Schaltzentrale in modernen Fahrzeugen“. In ihnen könne man die Funktion verschiedener Steuergeräte für einzelne Funktionen bündeln, erklärte Setzer. Die Continental-Hochleistungsrechner seien bereits in den ID-Modellen von Volkswagen oder in Autos des chinesischen Herstellers GAC verbaut.
Aus dem Ingolstädter Continental-Werk kommen Sensoren
In Ingolstadt – hier waren es zum Ende letzten Jahres 1550 Beschäftigte – entwickelt und fertigt Continental Systeme und Komponenten aus dem Bereich der Fahrerassistenz. Beispiele dafür sind dem Unternehmen zufolge Kamera- und Radarsensoren. Auch aus Regensburg kommt Sensortechnologie. Hier handelt es sich unter anderem um Beschleunigungssatelliten, die Crashs erkennen und so beispielsweise Airbags auslösen.
Mit ihren verschiedenen Produkten haben die beiden bayerischen Standorte damit wohl auch Anteil an einem „besonderen Zukunftsprojekt“, wie Setzer gestern die Zusammenarbeit von Continental mit dem US-Unternehmen Aurora nannte. Gemeinsam wolle man bis 2027 vollständig selbstfahrende Lastwagen auf Highways in den Vereinigten Staaten bringen, sagte der Conti-Chef. Diesem Ziel komme man immer näher.
Zeigt Stellenabbau in Ingolstadt und Regensburg Wirkung?
Setzer zeigte sich bei der Pressekonferenz davon überzeugt, dass aufgrund der „starken Marktposition“ der Automotive-Sparte nun der richtige Zeitpunkt für eine Abspaltung sei. Voraussetzung dafür war aber, den zuvor oft unprofitablen Geschäftsbereich auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen. Nach den Zahlen für 2024 scheint Continental hier auf einem guten Weg. Die bereinigte Gewinnmarge (Ebit) in der Sparte verbesserte sich von 2,0 auf 2,3 Prozent. Ursächlich dafür ist unter anderem ein Sparprogramm: So hat der Konzern im vergangenen Jahr in Regensburg 350, in Ingolstadt 225 Stellen gestrichen. Für 2025 hat das Unternehmen den Wegfall von nochmals 40 beziehungsweise 20 Jobs an den beiden Standorten angekündigt.