IG Metall: Continental-Mitarbeiter in Regensburg „massiv verunsichert“

Von Lorenz Nix · 18. Februar 2025 um 18:00

Ein drastischer Stellenabbau bei Continental trifft erneut den Standort Regensburg. Die IG Metall findet deutliche Worte für die Pläne des Reifen- und Autozuliefererkonzerns: Die Belegschaft habe kein Vertrauen mehr in die Unternehmensführung.

Mit einem Sparprogramm versucht Continental seine Autozulieferer-Sparte seit geraumer Zeit auf Vordermann zu bringen. In dem Zusammenhang sind im vergangenen Jahr auch 350 Jobs in Regensburg weggefallen. Dort sei das Programm damit in den Verwaltungsbereichen des Werks abgeschlossen, sagte dazu kürzlich ein Sprecher. Dass das aber nicht für alle Teile des Standorts gilt, wurde gestern deutlich: Continental kündigte an, erneut Stellen streichen zu wollen. Wieder treffen die Pläne Regensburg.

40 Mitarbeiter bei Continental in Regensburg betroffen

Diesmal sind Jobs in Forschung und Entwicklung von einem weltweiten Stellenabbau betroffen. In Regensburg müssen dem Unternehmen zufolge bis Ende 2026 40 Mitarbeiter gehen. Ziel sei es, die Maßnahmen „möglichst sozialverantwortlich zu gestalten“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns aus Hannover.

In Regensburg ist das bei dem Abbau der 350 Stellen im Verwaltungsbereich im vergangenen Jahr noch gelungen. Die Mitarbeiter unterschrieben Aufhebungs- und Altersteilzeitverträge. Dass das aber auch in Zukunft so klappt, ist nicht ausgemacht. Die Belegschaft sei bereits vor der neuesten Meldung „massiv verunsichert“ gewesen, sagte gestern Dieter Koller, IG-Metall-Chef bei Continental in Regensburg. Schließlich jage ein Abbauprogramm das nächste. „Unser Vertrauen in unsere Unternehmensführung ist mittlerweile gleich null. Wir sehen ja, dass außer ständigem Abbau wenig von ihnen zu erwarten ist.“

In Hannover wird der erneute Stellenabbau damit begründet, dass man den Automotive-Bereich „noch wettbewerbsfähiger“ aufstellen wolle. Teil dessen sei eine „Optimierung des globalen Netzwerks“ der Forschungs- und Entwicklungsstandorte sowie eine Verschlankung der Prozesse. „Die verbesserte globale Aufstellung geht mit einem verringerten Stellenbedarf einher.“

Automotive-Abspaltung braucht solide Geschäftszahlen

Dass Continental die Performance des schwächelnden Automotive-Bereichs verbessern muss, liegt auf der Hand. Schließlich will der Konzern die Sparte bis Ende des Jahres abspalten und als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen. Grundlage für einen erfolgreichen, neuen Zulieferer sind aber solide Geschäftszahlen. Um die zu erreichen, sind aus Sicht der Gewerkschaft Stellenstreichungen aber der falsche Weg. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, Rico Irmischer, wurde gestern deutlich: „Es scheint die einzige Antwort zu sein, die das Conti-Management geben kann. Personalabbau, Rotstift, Kürzungen – das ist gleichermaßen plump wie offensichtlich falsch.“

Ihm komme ein Zitat von Albert Einstein in den Sinn: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Er wandte sich in dem Zusammenhang auch direkt an die Führungsebene des Reifen- und Zuliefererkonzerns: „Stoppen Sie endlich diesen Wahnsinn, mit dem Sie die Beschäftigten und das Unternehmen Stück für Stück weiter in die Krise treiben.“