Wieder Stellenabbau bei Continental: So viele Jobs fallen in Regensburg und Ingolstadt weg

Continental will bis Ende 2026 weitere 3000 Stellen in seiner vor der Abspaltung stehenden Automobilzulieferer-Sparte abbauen. Knapp die Hälfte davon entfallen auf Deutschland, teilte der Konzern am Dienstagnachmittag mit. Betroffen sind auch die Standorte Regensburg und Ingolstadt. In Nürnberg schließt das ganze Werk.
Insgesamt fallen dem Unternehmen zufolge 1450 Jobs in Deutschland in Forschung und Entwicklung weg. Besonders betroffen ist der größte Automotive-Standort in Frankfurt, wo 220 Stellen der insgesamt 4000 gestrichen werden.
Ebenso viele sind es im hessischen Babenhausen mit derzeit noch rund 1800 Mitarbeitern. Die Schließung des Ingenieurs-Standorts Nürnberg betrifft nach Konzernangaben 140 Mitarbeiter.
IG Metall mit deutlicher Kritik an Continental-Stellenabbau
In Ingolstadt sind 20 von 1550 Stellen betroffen. In Regensburg fallen 40 der insgesamt 3800 Jobs weg. Rico Irmischer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, kritisiert die Continental-Pläne scharf: „Es scheint die einzige Antwort zu sein, die das Conti-Management geben kann. Personalabbau, Rotstift, Kürzungen – das ist gleichermaßen plump wie offensichtlich falsch.“ Ihm komme ein Einstein-Zitat in den Sinn: „Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“
Continental hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, in der Automotive-Sparte 7150 Stellen zu streichen, davon 5400 in der Verwaltung und 1750 in der Entwicklung. In Regensburg waren beispielsweise 350 Jobs betroffen. Den erneuten Abbau begründet Continental mit der sich zuspitzenden Situation der Autobranche.
Irmischer: „Stoppen Sie endlich diesen Wahnsinn“
Für die IG Metall ist der neuerliche Stellenabbau aber dennoch nicht nachvollziehbar: „Stoppen Sie endlich diesen Wahnsinn, mit dem sie die Beschäftigten und das Unternehmen Stück für Stück weiter in die Krise treiben“, richtet sich Irmischer direkt an das Continental-Management.
Dieter Koller, IG-Metall-Chef bei Continental in Regensburg, spricht von einer Verunsicherung unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Vertrauen in die Unternehmensführung sei mittlerweile „gleich null“. „Wir werden die Solidarität zwischen den Standorten stärken und gemeinsam gegen den Sparplan vorgehen.“