Risse und ein Loch in der Fassade: Sorge um den Zustand des Kaufhof-Gebäudes in Regensburg

Von Heike Haala · 25. Februar 2025 um 19:00

Der Nervenkrimi um das ehemalige Kaufhof-Gebäude in Regensburg steuert am Donnerstag im Stadtrat auf seinen nächsten Höhepunkt zu. Zudem endet an diesem Tag eine Frist auf einem Nebenschauplatz dieses Konflikts: Es geht um das Ramadan-Plakat.

Im Vorfeld der Entscheidung meldeten zwei Stadträte ramponierte Stellen am Gebäude. Das sind Irmgard Freihoffer (BSW) und Florian Rottke (Brücke). Sie bringen Risse sowie ein Loch an der Fassade zur Sprache. Für das Bauwerk ließ ein Investor ein islamisches Kulturzentrum ankündigen, was seit Wochen für hitzige Debatten sorgt.

Ein Fall für den Hausmeister

So berichtete Freihoffer am Donnerstag im Verwaltungsausschuss des Stadtrats, in der Tiefgaragenzufahrt des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes, die Rottkes Kiosk gegenüberliege, sei „ein riesiges Stück rausgebrochen“ und wenn man in Richtung Schwarze-Bären-Straße weitergehe, sehe man zwei Risse, einer davon sei „riesig“. „Das könnte auch ein Sicherheitsproblem sein.“

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) erwiderte, mittlerweile habe die Stadt einen Kontakt zum Hausmeister. „Wir geben das weiter und schauen an, ob man da Sicherungsmaßnahmen treffen muss.“ Wenige Stunden später, beim Jahresgespräch im Presseclub, sprach die Rathaus-Chefin weiterhin davon, dass die Substanz des Gebäudes generell in keinem guten Zustand sei.

Was hat es also mit den Rissen auf sich? Immerhin befinden diese sich an einem Gebäudevorsprung über dem Erdgeschoss. Nicht nur Passanten nutzen diesen für wenige Schritte als Schutz vor Regen, Schnee oder Wind. Seit die Galeria Kaufhof ihre Türen schloss, haben darunter auch etliche Obdachlose ihr Schlaflager aufgeschlagen. Geht von dem Gebäude eine Gefahr für diese Menschen aus, weil Teile aus der Fassade herausbrechen und herunterfallen könnten? Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, erklärt, dass sich diese Risse in der nicht tragenden Unterkonstruktion des Gebäudes befinden. „Eine Einsturzgefahr wird nicht gesehen“, betont sie. Aus Sicht der Stadt seien deswegen derzeit keine Notmaßnahmen zur Sicherung erforderlich. Auch sie verweist auf den Hausmeister, der nach Kenntnisstand der Stadt für das Gebäude zuständig sei und auch dafür, gegebenenfalls Schäden oder Ähnliches zu beseitigen oder diese zu überwachen. Anträge für eine Umzäunung des Gebäudes gebe es derzeit keine.

Was das Loch oben an der Tiefgaragenzufahrt angeht, so berichtete Brücke-Stadtrat und Kioskbesitzer Rottke in der Ausschusssitzung, dass es dieses schon länger gebe: „Das war die letzten Jahre schon so, dass da immer wieder Lkw hängengeblieben sind. Da haben sie ein Stück rausgeschnitten.“

Inzwischen hat die Stadt auch auf ein Plakat mit der Aufschrift „Happy Ramadan“ reagiert, das am Montag am Balkongeländer der Alten Wache über dem Neupfarrplatz aufgetaucht war und das die Oberbürgermeisterin als „Provokation“ bezeichnet hatte. Von Roenne-Styra erklärte dazu, dass die Alte Wache als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen sei. Maßnahmen an Baudenkmälern bedürften ihrer Auskunft nach aber einer denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis.

Was wird aus dem Banner?

„Im vorliegenden Fall wurde kein Antrag gestellt“, erklärte die Pressesprecherin. Grundsätzlich sei die Plakatierung derzeit also rechtswidrig. Die Stadt habe die Eigentümer aufgefordert, das Banner zu entfernen oder seine Zulässigkeit über einen nachträglichen Antrag prüfen zu lassen.

Diese haben laut der Pressesprecherin nun bis Donnerstag die Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben. „Es wurde zudem auf die Rechtslage und die mögliche förmliche Durchsetzung des Abnahmeverlangens per Bescheid nach Ende der Frist hingewiesen“, so von Roenne-Styra. Um Bezugsfälle zu vermeiden, wolle die Verwaltung, dass eine zügige Klärung erfolgt. Dienstagabend hing das Plakat noch.

Die Kaufhof Regensburg GmbH antwortete nicht auf eine Anfrage.

Ein Loch an der Rampe
Ein Kabel hängt herunter.
Risse unter dem Vordach