Verschandeln graue Betonklötze die historische Altstadt? Berching braucht immer mehr Transformatoren

Von Bernhard Neumayer · 22. Februar 2025 um 17:00

Schlendert man durch die Altstadt Berchings sieht man nicht nur die steinerne Wehrmauer, sondern an manchen Ecken auch große, graue Betonhäuschen. Das Demokratische Forum findet sie nicht nur unschön, sondern sieht darin indirekt auch eine Benachteiligung für private Bauherren in der Innenstadt.

Das Demokratische Forum um die Stadträte Franz Donhauser und Werner Stork hat eine Pressemitteilung zu den Transformatoren verfasst, in der das DFB kritisiert, dass in Berching mit zweierlei Maß gemessen werde. Während private Bauherren in der Altstadt „pingelig strenge Auflagen“ einhalten müssten, gehe die Stadt selbst bei eigenen Vorhaben mit diesen Auflagen weit großzügiger um, moniert das DFB, das auf die Gestaltungssatzung anspielt. „Wir befürworten die Satzung ohne Abstriche. Wir finden jedoch zweierlei Maß bei ihrer Anwendung diskussionsbedürftig.“

Private Hauseigentümer dürften im Geltungsbereich zum Beispiel nur stark eingeschränkt PV-Module auf dem Dach installieren. Auch bei den Fenstern gibt es Vorgaben. Diese müssten aus Holz gefertigt sein. „Alles unserem mittelalterlichen Ambiente zuliebe“, schreiben Donhauser und Stork, die wie viele Berchinger stolz auf den Ortskern sind.

Um die Altstadt am Abend in Szene zu setzen, hat die Stadt jüngst eine neue Fassadenbeleuchtung installieren lassen. „Dass dafür ein klobiger Transformator in der Stadtschreibergasse in Kauf genommen werden musste, war wohl den wenigsten Räten klar“, so Donhauser, der die Ausmaße der Trafo-Station auf 2 mal 2,5 Meter sowie 1,8 Meter Höhe schätzt. „Wie dieser ortsfremd anmutende Klotz die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde finden konnte, ist uns schwer verständlich.“

Wie das Bauamt auf Nachfrage mitteilt, sei das Thema im Stadtrat behandelt worden. In der Stadtschreibergasse stehen nach Angaben von Christian König vom Bauamt sogar zwei Transformatoren: Die kleinere Station sei für die Steuerung der Fassadenbeleuchtung zuständig, die größere Trafo-Station wandle den Strom für die umliegenden Haushalte um.

Auch in der Klostergasse – gegenüber des Kindergartens St. Marien – steht ein Häuschen. Das sei für den Strom der Kulturhalle und den benachbarten Häusern notwendig. „Wir kommen da nicht drumherum“, sagt König. Der Strombedarf werde – auch aufgrund von E-Autos – immer mehr. Die Transformatoren seien notwendig, um die Haushalte mit Strom zu versorgen. Auch neben der neuen Schule und in Rappersdorf sollen künftig neue Trafos errichtet werden.

Neben den Transformatoren schreibt das DFB auch über die neuen Parkplätze im Fürstengraben. Die Verwaltung hätte nahe der Ringmauer in der Schulstraße die Stellplätze erweitert, obwohl der Stadtrat vor rund zehn Jahren zugunsten eines harmonischen Ringmauer-Vorfelds dezidiert für eine knapper bemessene Parkfläche plädiert hätte.

Das DFB sei sich bewusst, dass das Kind in den genannten Fällen sprichwörtlich bereits in den Brunnen gefallen sei. „Für die Zukunft wünschen wir uns die konsequente Anwendung der Gestaltungssatzung, aber keinen Denkmalschutz nach zweierlei Maß.“

Dieser Transformator steht nahe der Kulturhalle in Berching. Foto: Franz Donhauser
Auch über den Parkplatz im Fürstengraben in Berching schreibt das Demokratische Forum. Foto: Franz Donhauser