Abzocke auf dem Rewe-Parkplatz in Berching? Polizei warnt vor Betrugsmasche

Zwei Unbekannte sollen sich am Mittwochmittag auf dem Rewe-Parkplatz in Berching (Landkreis Neumarkt) als taubstumm ausgegeben und einem Mann 20 Euro aus dem Geldbeutel entlockt haben. Das berichtet ein Mitarbeiter des Supermarktes, der die Polizei gerufen hatte. Die wiederum gibt Tipps, wie sich Bürger davor schützen können.
Tags darauf bestätigt Polizeisprecher Martin Meier den Vorfall. Etwa 20 Minuten nach dem Anruf sei eine uniformierte Streife vor Ort gewesen.
Da die Polizisten aber weder den Anrufer noch die Bettler im Umfeld feststellen konnten, haben sie nichts weiter unternehmen können. Der Supermarkt-Mitarbeiter hat nach eigenen Angaben nicht mitbekommen, dass eine Streife vor Ort war. Er war allerdings auch bis 16 Uhr an der Kasse gesessen.
Ihm geht es aber vielmehr darum, andere Bürger zu warnen. Wie er schildert, soll ein Kunde zu ihm an die Kasse gekommen sein und mitgeteilt haben, dass zwei Personen sich als taubstumm ausgegeben und nach Spenden gefragt hätten. 20 Euro hätten sie dem Kunden abgeluchst. Daraufhin verständigte der Rewe-Mitarbeiter die Polizei.
Organisiertes Betteln: Neumarkter Polizei warnt vor Betrugsmasche
Der Neumarkter Inspektion sei das Phänomen des organisierten Bettelns bekannt. Es komme in regelmäßigen Abständen vor. „Teilweise fallen diese Personen auch durch aggressives, aufdringliches oder einschüchterndes Verhalten auf.“ Eine individuelle Not, wie sie oftmals vorgespiegelt werde, liege nicht immer zwingend vor. Nicht jede bettelnde Person sei auch wirklich auf Hilfe und finanzielle Unterstützung angewiesen.
„Oftmals stecken gerade bei aggressiven Bettlern organisierte Banden dahinter“, sagt Meier. Das über den Tag erbettelte Geld gehe an Hintermänner, die bettelnde Person selbst bekomme davon nur wenig. Die Polizei betont aber: „Nicht alle bettelnden Menschen sind Teil von organisierten Strukturen.“ Dennoch sensibilisieren die Beamten, dass es „schwarze Schafe“ gebe.
Wenn Bettler Menschen fordernd ansprechen, sie festhalten, sich aktiv in den Weg stellen, ans Fahrzeug herantreten, wenn die Ampel rot ist, und um Geld bitten, deute das auf organisiertes Betteln hin.
Bürgern rät die Polizei: Konfrontation vermeiden, die Personen ignorieren, nicht diskutieren, kein Geld aus dem Portemonnaie holen und auch nicht in den Geldbeutel blicken lassen. „Zögern Sie nicht, andere Passanten um Hilfe zu bitten und rufen Sie die Polizei“, sagt Meier.