Täter kamen noch einmal zurück: Waldkindergarten in Mitterkreith gleich zwei Mal verwüstet

Diese blinde Zerstörungswut sorgt allerorten im Stadtgebiet derzeit für Kopfschütteln: Von Freitag auf Samstag und dann noch einmal von Samstag auf Montag wurde der Spielplatz des Waldkindergartens „Glückszwerge“ in Mitterkreith (Landkreis Cham) mehr oder weniger dem Erdboden gleichgemacht.
Nachdem es sich um einen Kindergarten und Spielplatz für die Kinder handelt, genießt der Fall bei der Rodinger Polizeiinspektion Priorität. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion, Polizeihauptkommissar Wolfgang Straka, wird im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich: „Das ist sehr ärgerlich. Der Fall genießt höchste Priorität bei uns.“ Im gleichen Atemzug betont der Vizechef der Rodinger Polizei, dass man in diesem speziellen Fall auch auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen ist, denn der Waldkindergarten liegt am Waldesrand und etwas abseits.
Zeugen gesucht
Doch Straka hat eine Hoffnung: „Hier ist auch ein Naherholungsgebiet und es sind viele Spaziergänger unterwegs.“ Der Appell, den Straka an die Bevölkerung richtet, ist eindringlich: „Jeder, der etwas gesehen oder gedacht hat, etwas bemerkt zu haben, sei es Gruppen von Jugendlichen oder sonstige Personen, soll sich bei der Polizei melden.“ Jedem Hinweis, gerade in diesem speziellen Fall, werde nachgegangen.
Was sowohl BRK als Träger, die Stadt Roding und die Polizei maßlos ärgern, umschreibt Straka so: „Das ist schon ein sehr dreister Fall von Sachbeschädigung.“ Denn der oder die Unbekannten kamen gleich zwei Mal zurück und vollendeten bei der zweiten Tat ihr Werk. Was den ersten Angriff überstanden hatte, wurde beim zweiten Mal endgültig dem Erdboden gleichgemacht „Es ist nicht der erste Fall von Sachbeschädigung, den wir im Waldkindergarten haben, aber das sie noch einmal zurück kommen, sucht seinesgleichen“, bringt es Straka auf den Punkt.
Seit der Kindergarten 2021 den Betrieb aufgenommen hatte, war dies mittlerweile der sechste Fall von Vandalismus. Und dann wird der Vize-Chef noch einmal deutlich in Richtung der Täter und macht klar, dass man vonseiten der Polizei alles unternehmen wird, um zum Erfolg zu kommen: „Dieser Fall liegt uns sehr am Herzen, gerade nach dieser blinden Zerstörungswut.“
„Das darf nicht wahr sein“
Zerstört wurden diverse Spielmöglichkeiten und auch die Sitzgelegenheiten. Vom BRK machte sich Referatsleiter Stefan Raab am Samstag ein Bild von der Zerstörung. In einem Statement berichtet er davon, fassungslos gewesen zu sein, als er zusammen mit Kindergarten-Leiterin Elisabeth Menath vor Ort war. Fragt man Raab nach seinen ersten Gedanken, sagt er sichtlich verärgert: „Ich hab mir einfach nur gedacht, das darf nicht wahr sein.“ Doch für alle Beteiligten kam es noch schlimmer, als wäre die Zerstörung, die, wie die Polizei schätzt, von Freitagnachmittag bis Samstagmittag angerichtet wurde, noch nicht schlimm genug, vollendeten die Täter von Samstag bis Montag in der früh ihr Werk und rissen auch noch das „Tippie“, welchen den ersten Angriff überstanden hatte, ein. Zusammenfassend schätzen die Beteiligten, dass etwa 90 Prozent der Waldplätze zerstört wurden.
„Das ist eine Situation, die ich nicht verstehe, so eine Zerstörung ärgert mich“, sagt Bürgermeisterin Alexandra Riedl, Sie machte deutlich, dass sie diese blinde Zerstörungswut, wie es auch die Polizei formulierte, als kompletten Irrsinn betrachtet.
Riedl „traurig und sauer“
Sie wieß noch einmal darauf hin, dass dies ein selbst gebauter Kinderspielplatz ist, den Eltern, Kinder und Erzieher der Einrichtung gebaut hatten. „Das macht mich h traurig und sauer“, so die Rathaus-Chefin. Sie fragt sich, wie man überhaupt auf so eine Idee kommen kann, zumal die Aktion offensichtlich geplant war. „Die hatten Werkzeug dabei und dann kommen sie auch noch zurück und machen den Rest kaputt“, ist Riedl fassungslos.
Die Stadt, insbesondere das Bauhofpersonal war am Montag und Dienstag damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen. Der Kindergartenbetrieb war nicht beeinträchtigt, allerdings wird es bei allen Beteiligten sicher eine Weile dauern, bis die Geschehnisse verarbeitet worden sind.
Schaden und Geschichte
Schäden: Nach Schätzungen der Polizei und des Bayerischen Roten Kreuzes als Träger sind rund 90 Prozent der Waldplätze beschädigt worden.
Täter kamen zurück: Besonders schwer wiegt der Fall deshalb auch, da die Täter gleich zwei Mal an den Tatort zurückgekommen sind, um ihr Werk zu vollenden. Eine Aussage zur aktuellen Schadenshöhe kann derzeit noch nicht getätigt werden.
Geschichte: Im September 2021 nahm der Waldkindergarten in Mitterkreith unter Trägerschaft des BRK mit dem Namen „Glückszwerge“ seinen Betrieb auf, zunächst nur mit einer Gruppe, doch der Erfolg sprach schnell herum, so dass zu Beginn des Kindergartenjahres 2023 eine zweite Gruppe mit hinzukam. So werden hier bis zu 40 Kinder betreut.

