Verwüstung im Waldkindergarten Mitterkreith: „Die Kinder waren ganz entsetzt“

Umgeworfene Bänke, ein zerstörter Holzstoß, zerschnittene Schnüre, Müll auf dem Boden – kein schöner Anblick bot sich am Mittwochmorgen am Spielplatz desWaldkindergartens in Mitterkreith. Leider kein Einzelfall, berichtet Leiterin Rosi Meier.
„Besonders nach dem Wochenende oder etwa nach dem Fasching jetzt kommt so etwas immer wieder vor“, hat sie festgestellt. Für sie und ihre Mitarbeiterinnen bedeutet das viel Arbeit – und für die Kinder eine Gefahr.
Nichts darf liegenbleiben
„Wir können überhaupt nichts im Wald liegen lassen, was von Wert ist“, erzählt Meier, so würden Spielsachen und andere Utensilien täglich vom Funktionsgebäude in den Wald und zurückgebracht. Eine Arbeit, die mühevoll, aber nötig ist, denn: „Alles, was wir nicht mitnehmen würden, würde dann entweder mitgenommen oder kaputtgemacht“, hat die Leiterin feststellen müssen.
Jeden Morgen gehen sie und die Mitarbeiterinnen den Platz ab und suchen nach potenziellen Gefahrenstellen, wenn etwa Glasscherben herumliegen oder auch Schnapsflaschen. Besonders nach dem Wochenende sei das Bild oft kein schönes, berichtet Meier, etwa seien auch schon die Tipis zusammengebrochen, weil Holzbalken entfernt wurden. Zur zusätzlichen Arbeit komme auch, dass es für die Kinder jedes Mal eine riesige Enttäuschung sei, wenn das, was sie gebastelt haben, sinnlos wieder zerstört wurde.
Verschlimmert habe sich die Situation, seit in unmittelbarer Nähe für das neue Industriegebiet abgeholzt wurde und der Waldspielplatz dadurch „sichtbarer“ geworden ist, hat die Leiterin festgestellt.
Am Funktionsgebäude und dem Garten sei es etwas besser geworden, seit ein Zaun da ist. Gegenmaßnahmen zu ergreifen gestalte sich im Wald aber als sehr schwierig, sagt Meier.
Appell an die Vernunft
Weder sind ein Zaun noch eine Kamera möglich. „Uns bleibt eigentlich nur, an die Vernunft der Menschen zu appellieren“, so Meier, die auch hofft, dass „normale“ Spaziergänger etwas sagen, falls ihnen etwas auffällt.
Was ihr wichtig ist: Jeder darf den Spielplatz benutzen und auch einmal etwa Pause auf der Bank machen, „dafür ist er ja da.“ Besonders an den Wochenenden stehe der Spielplatz allen offen, betont sie, „auch unsere Kinder kommen da sehr gerne mit ihren Eltern“. Nur sollte dann der anfallende Müll auch wieder mitgenommen und nichts zerstört werden, appelliert sie.
„Es soll ein einladender Platz für alle sein“, hofft sie auf künftig mehr Einsicht, „wobei man ja sowieso nicht verstehen kann, warum man so etwas macht“.
Erweiterung auf zweite Gruppe
Zweite Gruppe kommt:Der Rodinger Stadtrathat beschlossen, dass es ab September dieses Jahres eine zweite Gruppe im Waldkindergarten in Mitterkreith geben soll.
Bedarf ist da:Der Bedarf dafür ist in jedem Fall gegeben, derzeit gebe es eine lange Warteliste, berichtet Leiterin Rosi Meier.
Planung:Der Planungsauftrag für die Erweiterung wurde vom Stadtrat an das Architekturbüro quadrat 45° vergeben.
Träger: Mit dem Träger des Waldkindergartens, dem Bayerischen Roten Kreuz, sind die Planungen abgestimmt.
