Zuversicht und kritische Töne: So läuft der Wahlkampf der Regensburger Bundestagsabgeordneten

Vier Bundestagsabgeordnete hat Regensburg in der vorzeitig endenden Legislaturperiode. Alle vier kämpfen um den Wiedereinzug ins Parlament, so geht es ihnen dabei.
Ein Winter-Wahlkampf ist nichts für Verfrorene. Am Samstagvormittag war die Fußgängerfrequenz in der Stadt zwar überschaubar, doch die vier amtierenden Regensburger Bundestagsabgeordneten waren bereits auf den Beinen und warben um Stimmen. Denn was ist schon ein bisschen Frieren gegen die politische Ausrichtung des Landes und die eigene berufliche Zukunft?
Fünf Wochen vor dem Urnengang am 23. Februar geben Peter Aumer (CSU), Carolin Wagner (SPD), Ulrich Lechte (FDP) und Stefan Schmidt (Grüne) einen Einblick, wie der Wahlkampf bislang läuft und was in den kommenden Wochen geplant ist.
Peter Aumer hört viel von Dingen, die nicht laufen
„Man merkt, dass die Bürger auf einen Politikwechsel warten und diesen mit CDU und CSU verbinden“, sagt Peter Aumer. Bei seinem Kampf um die Verteidigung des Direktmandats erhält er reichlich prominente Unterstützung. Ministerpräsident Markus Söder kommt am 2. Februar nach Regensburg, weitere Termine absolviert Aumer mit Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in Regenstauf (25. Januar), dem EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber in Laaber (1. Februar) sowie mit dem Bauernverbandspräsidenten Günther Felßner in Hemau (17. Februar).
Die bisherigen Rückmeldungen an Info-Ständen und im Haustürwahlkampf beschreibt Aumer als „durchweg positiv“. Er betont aber auch: „Ich bekomme in jedem Gespräch Beispiele für das, was gerade in unserem Land nicht richtig läuft. Die größten Sorgen gibt es bei den Themen Wirtschaft und Migration – hier erwarten die Menschen, dass sich schnell etwas ändert.“
Carolin Wagner verspürt Stimmungsaufschwung
Was den Bekanntheitsgrad ihrer auswärtigen Gäste angeht, ist der Wahlkampf von Carolin Wagner ein Steigerungslauf: Nach dem Besuch des Außenpolitikers Ralf Stegner am morgigen Dienstag geht es am Donnerstag mit einem Termin mit Fraktionschef Rolf Mützenich bei Retex weiter. Zentrale Veranstaltung der Regensburger SPD ist dann am 31. Januar das „Townhall-Gespräch“ mit Kanzler Olaf Scholz im Marinaforum.
Quasi ständig stehen politische Frühschoppen, Infostände und Hausbesuche auf dem Programm. „Die meisten Leute sind freundlich und offen und da merke ich schon, dass die Stimmung besser ist als noch bei der letzten Europa- und Landtagswahl“, schildert Wagner ihre Eindrücke. Auch auf den Bruch der Ampel-Koalition werde sie angesprochen. „Manchmal heißt es da: ,Ihr von der SPD seid schon richtig. Seid’s froh, dass ihr die Grünen und die FDP los seid.‘“
Stefan Schmidt sieht keine Anti-Grünen-Haltung
„Die Stimmung ist hervorragend. Wir haben in den letzten Wochen sehr viele Neumitglieder bekommen, die sich auch gleich aktiv in den Wahlkampf einbringen“, berichtet Stefan Schmidt. Während die politische Konkurrenz die Grünen gern als Verbots- und Bevormundungspartei darstellt, empfindet der Regensburger Abgeordnete das Feedback an den Infoständen und Haustüren als freundlich. „Das lässt uns zuversichtlich der Wahl entgegenblicken und motiviert alle, ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen“, so Schmidt.
Nach einem Termin mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth am vergangenen Freitag in der Ostdeutschen Galerie empfängt er am Freitag die bayerische Spitzenkandidatin Jamila Schäfer zu einer Podiumsdiskusssion im Leeren Beutel und tauscht sich am 12. Februar zusammen mit Landtagsfraktionschefin Katha Schulze mit regionalen Firmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien aus. Die Abstimmung zu Veranstaltungen mit Spitzenkandidaten und Parteivorsitzenden laufe noch.
Ulrich Lechte schlägt nachdenkliche Töne an
Den öffentlichkeitswirksamsten Termin, den Besuch des Bundesvorsitzenden Christian Lindner am vergangenen Freitag, hat Ulrich Lechte bereits hinter sich. Am 5. Februar wird er mit Landesgeneralsekretär Christoph Skutella das Wahlprogramm der FDP vorstellen, ansonsten bilden Infostände an jedem Freitag und Samstag das Rückgrat seines Wahlkampfs.
Dessen Verlauf nimmt er so wahr, dass „vor allem auf den sozialen Medien viel gestänkert“ werde. „Zukunftsorientierte Lösungen, Konzepte für die Wirtschaft, Probleme in der Außen- und Sicherheitspolitik spielen eine untergeordnete Rolle, Vorwürfe und Hetze sind leider im Zentrum der Auseinandersetzung“, bedauert Lechte, den darüber hinaus die „künstliche Lagerbildung“ in rechts oder links sowie „Stimmungsmache wie bei der Diskussion um den Kaufhof am Neupfarrplatz“ stören. „Ein Graus für Politiker, die das Land voranbringen wollen, so also auch für mich.“


