Mysteriöser Tod in der Donau bei Regensburg: Was ist zuvor passiert?

Von Jürgen Scharf · 19. Januar 2025 um 19:00

Es ist der bislang einzige Anhaltspunkt: Am Samstag vor einer Woche soll ein 30-jähriger Mann aus dem Landkreis Schwandorf noch lebend in Regensburg gesehen worden sein. Einen Tag später wird er tot aus der Donau geborgen. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Am späten Sonntagnachmittag vergangene Woche verbreitet sich die Nachricht in Windeseile. In der Donau wurde bei Schwabelweis ein Leichnam gefunden. Zeugen hatten zuvor gemeldet, dass ein lebloser Körper im Wasser treibt. Dieser wird geborgen, der herbeigerufene Arzt kann aber nur noch den Tod bestätigen. Umgehend beginnt die Regensburger Kriminalpolizei mit den Ermittlungen. Eine Woche später scheint sie aber noch weitestgehend im Dunkeln zu tappen.

Identität schnell geklärt

Bereits am Montag nach dem Unglück kann die Polizei aber zumindest einige mögliche Ursachen vorerst hintenanstellen. Die ersten Untersuchungen hätten ergeben, dass es keine Hinweise auf Fremd- oder Gewalteinwirkung oder einen Suizid gibt, teilt Melanie Bäumler vom Polizeipräsidium Oberpfalz mit. Auch die Identität des Mannes konnte da bereits geklärt werden. Es ist ein 30-jähriger Mann aus der nördlichen Oberpfalz. Nach MZ-Informationen war dieser den Behörden bereits bekannt, unter anderem wegen Betäubungsmittel- und Gewaltdelikten.

Haben die Kontakte des Mannes in die Rauschgift-Szene vielleicht auch etwas mit seinem Tod zu tun? Bäumler zufolge sei dies nun unter anderem Gegenstand der Ermittlungen. Die Arbeit der zuständigen Beamten würde derzeit ohnehin in „alle Richtungen“ gehen.

Mitte der vergangenen Woche wurde das Ergebnis der Obduktion bekannt. Hier wurde Tod durch Ertrinken festgestellt. Ein wichtiger Faktor dürfte für die Ermittler auch sein, ob der Mann zum Zeitpunkt des Unglücks Betäubungsmittel oder Alkohol im Blut hatte. Und wenn ja, in welcher Konzentration. Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung liegt der Polizei aber noch nicht vor. Bäumler zufolge werde das auch noch etwa zwei Wochen dauern.

Nachts verliert sich die Spur

Sehr wahrscheinlich scheint, dass der Mann irgendwo in Regensburg ins Wasser gefallen ist. Schließlich wurde er am Samstag hier noch gesehen, wie ein Zeuge bei der Polizei aussagte. Dieser berichtete, dass beide in der Regensburger Innenstadt gefeiert hätten. Zu später Stunde hätten sich die Wege dann getrennt. Und ab da verliert sich Bäumler zufolge bislang die Spur.

Nun stehen die Ermittler vor der schwierigen Aufgabe, das Puzzle des mysteriösen Todes irgendwie zusammenzusetzen. „Es spricht derzeit einiges dafür, dass es ein Unfall gewesen sein könnte“, sagt Bäumler. Die Polizei wolle nun in Erfahrung bringen, ob es wirklich einer war und wenn ja, wie es zu diesem kam: „Ob es wirklich möglich ist, alles aufzuklären, wird man sehen.“

Lange Suche nach Malina K.

Wie schwierig es manchmal ist, Unglücksfälle zu rekonstruieren, zeigte unter anderem der Fall von Malina K., einer damals 20-jährigen Studentin. Die verschwand am Morgen des 19. März 2017 spurlos. Gegen 5 Uhr hatte sie sich nach einer Feier auf den Weg in ihre Wohngemeinschaft am Unteren Wöhrd gemacht. Drei Wochen lang suchte die Polizei nach der Studentin. Auch Freiwillige boten sich an, um die Familie zu unterstützen. Dann wurde aber Malinas Leiche bei Donaustauf in der Donau gefunden. Gewalteinwirkung oder Fremdverschulden wurde damals ebenfalls ausgeschlossen. Mitte Dezember 2017 schrieb die Polizei in ihrem Schlussbericht, dass es ein Unglücksfall gewesen sein dürfte: Die junge Frau hatte wohl die Orientierung verloren und dürfte dann von der Böschung in den Fluss gestolpert sein – und war dort ertrunken.

Ebenfalls 2017 kam es zu einem anderen tragischen Unglücksfall. Ein 17-jähriger Mann war dabei – wohl infolge von Unachtsamkeit – auf Höhe der Historischen Wurstkuchl in die Donau gestürzt. In der Folge wurde mit Polizeibooten und Hubschraubern nach ihm gesucht. Letztlich ohne Erfolg: Auch hier wurde die Leiche gut eine Woche später bei Donaustauf angespült.