Der Regensburger Fischmarkt wird noch asiatischer: Jetzt kommt ein China-Restaurant

Von Rainer Wendl · 15. Januar 2025 um 15:02

Der Fischmarkt in Regensburg wird zur asiatischen Ecke. Vor zwei Monaten erst wurde die Alte Münz zum Restaurant Yakumi, jetzt expandiert dessen Team in der ehemaligen Metzgerei Kain.

Ende März wird es genau drei Jahre her sein, dass die Metzgerei Kain am Fischmarkt geschlossen hat. Der seither bestehende Leerstand wird bis dahin der Vergangenheit angehören. „Es gibt einen Mieter, die Fläche im Erdgeschoss ist übergeben“, sagt Michael Krebs, Geschäftsführer der Danubia Grundbesitz Gruppe. Im Eigentum dieses Unternehmens befindet sich nicht nur der frühere Laden, sondern das gesamte Haus.

Während die Wohnungen in den oberen Geschossen längst wieder bezogen sind, tat sich unten lange Zeit nichts. Das änderte sich erst im vergangenen Frühjahr, als die Fenster der ehemaligen Metzgerei mit Folie verhangen wurden und eine Bautafel von Sanierungsarbeiten kündete. Krebs hatte aber schon damals die Vermutung, dass es bis zur endgültigen Wiederbelebung noch etwas dauern könnte. Weil er nach eigener Aussage „keine Lust auf den 3000. Döner-Laden in der Stadt“ hatte, wollte er sich Zeit für die Wahl des neuen Mieters nehmen.

Ein Platz, zwei Restaurants

Nun steht fest: Wo jahrzehntelang Fleisch- und Wurstspezialitäten über die Theke gingen, wird künftig chinesische Küche kredenzt. Das Team des Restaurants Yakumi, das erst im November direkt gegenüber in der Alten Münz eröffnet hat, macht einen zweiten Standort auf.

Spätestens Anfang Februar soll es so weit sein. „Eigentlich wollten wir schon früher starten, aber wegen Weihnachten ist es zu Verzögerungen gekommen“, erklärt Yakumi-Chefin Yunli Liu. In vergangenen Woche wurden die längst bestellten Küchengeräte geliefert. Jetzt muss noch an der Elektroinstallation nachjustiert werden, und dann kann’s losgehen.

Gäste erwarten hauptsächlich Reisgerichte

Was erwartet die Besucher dann künftig am Fischmarkt? „Echte chinesische Küche. Die ist in der Altstadt schon seit Jahren nicht mehr vertreten“, sagt Liu und beschreibt den hauptsächlichen Unterschied zum Yakumi lachend wie folgt: „Da gibt’s hauptsächlich Nudeln, gegenüber wird es hauptsächlich Reis sein.“

Vermieter Krebs ist einerseits guten Mutes, nach langer Suche endlich einen zuverlässigen Mieter gefunden zu haben. Andererseits gibt er sich auch nachdenklich. Er macht nämlich kein Geheminis daraus, sich als Nachfolgenutzung für die traditionsreiche Metzgerei etwas Bodenständiges gewünscht zu haben – beispielsweise in der Art von Karls Leberkas, dem Landshuter Kult-Imbiss, der demnächst mit einer Niederlassung auf den Regensburger Bismarckplatz kommt.

Schnitzel ist gescheitert

„Doch offenbar sind in Deutschland immer weniger Einheimische gewillt zu arbeiten“, grübelt Krebs. Er erzählt in diesem Zusammenhang von einem Interessenten, der ein Schnitzel-Restaurant am Fischmarkt eröffnen hätte wollen.Das Vorhaben sei letztlich daran gescheitert, dass der Brauerei des Bewerbers der Transport der Biervorräte in den Keller zu aufwendig gewesen sei. „Asiaten ist so etwas wurscht, die machen einfach. Diese Einstellung fehlt mir bei uns immer mehr. So geraten wir ins Hintertreffen.“

Die Tatkraft, die Krebs bei seinen Landsleuten vermisst, strahlt Liu umso mehr aus – sogar mit Blick auf das städtebauliche Umfeld: „Wir freuen uns, dass wir jetzt bald loslegen können, dass endlich wieder Leben auf den Fischmarkt kommt und dass wir mit einer asiatischen Ecke dazu beitragen. Das ist so ein schöner Platz – da ist es schade, wenn so viel leer steht.“

Tatsächlich steht ein weiterer Leerstand am Fischmarkt vor der Wiederbelebung: Für den seit August geschlossenen Lottoladen und Paketshop hat der Stadtrat kürzlich die Nutzungsänderung in ein Tagescafé durchgewunken.