Spezialisiert auf die japanische Nudelsuppe: Drittes Ramen-Restaurant für Regensburg

Von Friederike Klett · 6. Dezember 2024 um 09:00

Ein neuer Gastrotrend erobert Regensburg. Ramen – eine japanische Nudelsuppe – wird in ganz Europa immer beliebter. Heuer haben zwei Restaurants eröffnet, die auf Ramen spezialisiert sind, im Januar folgt die dritte Adresse. In der ostasiatischen Küche ist die Suppe schon lang ein wichtiger Grundpfeiler.

„Ramen spielt in Japan eine große Rolle“, sagt Yunli Liu, die ihr Restaurant Yakumi Mitte November eröffnet hat. „In Europa mögen fast alle Menschen Nudeln. Auch meine Kinder könnten jeden Tag zwei Mal Nudeln essen.“ Sie vergleicht die speziell hergestellten Ramen mit bayerischen Brezen. Denn die Nudeln, die der Suppe ihren Namen geben, werden mit einer alkalischen Lösung aus Kansui hergestellt. Das reguliert den Säuregehalt des Teigs und sorgt dafür, dass sie später in der Brühe nicht zu weich werden und zerfallen. „Das unterscheidet die Ramen von der herkömmlichen Pasta aus Hartweizengrieß“, erklärt Kin Ming Chan.

Eröffnung wieder verzögert

Chan ist Marketingleiter der Franchisekette Ramencado aus Nürnberg. Im Januar soll ein Restaurant der Kette am Viereimerbrunnen eröffnen. Ursprünglich war der Plan, bereits heuer im April zu öffnen. „Aber dann ist es September geworden, dann Oktober, dann Dezember. Wir werden nun im Januar die Türen öffnen“, ist sich Chan sicher.

Dabei wird der Laden in Regensburg kein klassisches Franchise sein. Denn der Hauseigentümer und der Ramencado-Gründer Binh Minh Vu sind beide auch Eigentümer des entstehenden Restaurants. „Der Hauseigentümer ist ein großer Suppenliebhaber und deshalb auf uns zugekommen“, sagt Chan. Er habe die traditionelle japanische Nudelsuppe in dem Nürnberger Ramencado kennengelernt und wollte deshalb, dass in seiner Immobilie eine Regensburger Filiale eröffnet.

Vorher war in der Simadergasse 3 ein Geschäft für Berufskleidung. Und das ist laut Chan auch der Grund dafür, dass sich die Eröffnung so lang hinzieht. Denn das Team müsse viele Umbauten vornehmen. Ob Toiletten, Küche oder Fettabschneider – und alles müsse mit dem Denkmalschutz abgeklärt werden. „In Erlangen haben wir auch eine Filiale in einem denkmalgeschützten Haus eröffnet. Da haben wir nur vier Wochen für alles gebraucht.“ Denn dort sei bereits alles fertig gewesen – 30 Jahre lang war ein Italiener an dem Standort.

Brühe wird fünf bis acht Stunden gekocht

Yunli Liu habe im Yakumi bereits die ersten Stammkunden. „Die ersten zwei Wochen war noch nicht viel los“, sagt die Japanerin. „Ich hatte noch nicht wirklich Werbung gemacht. Aber mittlerweile kommen viele Menschen zu uns.“

Das wichtigste für eine Ramensuppe ist laut der Köchin die Brühe, die fünf bis acht Stunden aus Schweine- oder Rinderknochen gekocht werden muss. „Dadurch entsteht die helle Farbe. Manche Restaurants verwenden dafür Sahne, aber eigentlich sollte die Farbe nur durch das Kochen zu Stande kommen.“ Auch im Ramencado wird selbstgekochte Brühe verwendet. Durch die Franchise-Struktur werde die aber zentral gefertigt und täglich an die Restaurants geliefert. „Das ist wirtschaftlicher, da das Kochen der Brühe sehr viel Energie benötigt.“ Außerdem könnten sie so auch kleinere Lokale wählen, ohne dass der Geruch im Gastraum zu stark werde.

Die zweite zentrale Zutat sind die Nudeln. Liu hat für das nächste Jahr vor, mehr Auswahl zu bieten. „Wir wollen selbst Nudeln mit Spinat und Karotten herstellen“, erzählt sie. Vorher müssten sie aber noch das neue Lager gegenübergestellt werden. Ramencado hat sogar ein Schwesterunternehmen, das die Nudeln herstellt.

„Ramen passen zu Europa“

Auch Ramencado setzt auf eigene Herstellung. „Mit der Ramenfaktur beliefern wir auch den Bayerischen Hof“, erzählt Chan, der das Schwesterunternehmen mitbegründet hat. Wie die Brühe werden auch die Nudeln täglich an die Standorte ausgeliefert. Liu ist überzeugt, dass die japanische Suppe nicht nur geschmacklich nach Europa passt, sondern auch durch den Lebensstil, den sie verkörpert.

„Man kann Ramen schnell essen gehen“, erklärt sie. Die Zutaten seien sowieso vorgekocht. „Und man kann sich aussuchen was in die Suppe reinkommt“ Denn im Yakumi gibt es auch die Möglichkeit, an einer Theke alle Zutaten selbst zu wählen. Welches Gemüse oder Fleisch, lieber Garnelen oder Tofu, welche Brühe kann jeder selbst entscheiden.

Im Moment laufen im Ramencado noch Renovierungsarbeiten. Foto: Kin Ming Chan
Im Moment laufen im Ramencado noch Renovierungsarbeiten. Foto: Kin Ming Chan