Die beliebteste Mittagspause: Regensburger genießen kulinarische Vielfalt auf Weihnachtsmärkten

„Das ist Tradition für uns“, sagt Peter Kronschnabl und beißt in die Knacker mit allem. Das Schmankerl gehört für ihn, seine Frau Petra und Tochter Lena zum Advent. So geht es vielen Regensburgern.
Gleich daneben verzehren drei Sozialpädagoginnen Knackersemmeln und halbmeterlange Bratwürste. „Natürlich muss es die Regensburger Knacker sein“, sagt die 34-jährige Jessica. Kollegin Lena (26) versucht, ihrer Riesenwurst Herr zu werden. „Die taugt mir.“ Anne (43) nippt am alkoholfreien Glühwein. Ihre Nachnamen wollen sie nicht in der Zeitung lesen. Im Advent zieht es die Städter mittags auf die Christkindlmärkte. Schließlich sind das für viele die geselligsten Mittagspausen des Jahres.
Hier finden Sie eine Übersicht über die Weihnachtsmärkte in der Region: Interaktive Tabelle: Die Christkindlmärkte in der Oberpfalz und Umgebung auf einen Blick
Auf dem Neupfarrplatz bleibt die Knackersemmel der Renner. Doch auch die vegetarischen und veganen Varianten werden immer lebhafter nachgefragt. An der Grillhütte von Andy Bergmann holt sich die Mehrheit eine Feuerwurst mit Chili oder eben die Traditionssemmel. Im vorigen Jahr hat er die vegane Bratwurst eingeführt und einen Volltreffer gelandet. „Die Nachfrage hat sich wahnsinnig gesteigert. Hätte ich nicht gedacht“, sagt er.
Apfelküchel wie von Oma
Markmeister Reinhard Kellner von der Stadt entwickelt das Angebot laufend weiter. „Wir haben für jeden Gusto die passende Wurst. Mit Bärlauch, bio, vegetarisch, glutenfrei“, zählt er auf. Aber auch vegane Kartoffel- und Kürbissuppe oder Weißfisch aus der Donau werden serviert. „Wir sind der bestbesuchte Markt“, freut sich Kellner.
Thomas Welter bäckt an seinem Stand Apfelküchel, Quarkbällchen und Dampfnudeln. Der 37-Jährige stellt fest, dass die Leute die traditionellen Gerichte schätzen. „So hat es die Oma gemacht“, hört er oft.
Dagmar H. genießt am Stehtisch einen Kaiserschmarrn. „Die kulinarische Auswahl ist gut, mir fehlt nichts“, sagt die 57-jährige Reinigungskraft. Die Preise seien noch human.
Exotischer wirkt das Angebot beim Lucrezia-Markt. Christina Bergmann isst eine Raclettesemmel mit Pflaumen-Chutney. „Die ist super“, lobt sie. So eine Mittagspause am Weihnachtsmarkt zu machen, sei schon eine schöne Alternative. Die 55-Jährige mag vor allem den Lucrezia-Markt und den Adventsmarkt im Katharinenspital. Das Angebot am Neupfarrplatz habe aber auch seine Berechtigung, weil viele Leute das Traditionelle schätzten. Gerade trinkt Bergmann ein alkoholfreies Lammsbräu-Pils, weil sie wieder ins Büro zurückkehren wird. Ansonsten zieht sie weißen oder Rosé-Glühwein vor.
Auch am Lucrezia-Markt herrscht mittags geschäftiges Treiben. Zwei Frauen holen sich Sengzelten. Anja (31) hat sich für Rahm, Lauch und Speck entschieden, Sabrina (36) für Schnittlauch. Dazu gibt es Apfelpunsch. Das kulinarische Angebot kommentiert sie mit den Worten: „Hier ist es schon vielfältig, weil es auch Vegetarisches und Veganes gibt.“
Der Spitalmarkt an der Donau mit seinem außergewöhnlichen Charme öffnet unter der Woche erst um 16 Uhr, aber an den Wochenenden kann man auch mittags dort essen und bummeln.
Genuss in Stadtamhof
Geschäftsführerin Christine Vogel vom Veranstalter Stadtmaus lobt das Linsencurry als veganes Highlight auf dem Christkindlmarkt. Die fleischlose Champignonpfanne komme auch gut an. Die Backschinkensemmel ersetzt in Stadtamhof die Regensburger Knacker. Zahlreiche Besucher nähmen sich frischgebrannte Mandeln mit, sagt Vogel.
Auch bei den Getränken gibt es Favoriten: Heißer Saft aus alten Apfelsorten von der Streuobstwiese, mit oder ohne Calvados, wird dort gerne geordert.


