Heiteres Spektakel mit Weltrekord: Die Dackelparade in Regensburg ging durch die Decke

Von Rainer Wendl · 30. Dezember 2024 um 11:00

2022 nahmen sie Tuchfühlung zu Regensburg auf, 2023 siedelten sie sich hier an, 2024 versetzten sie die Stadt für ein Wochenende in einen selten erlebten Ausnahmezustand.

Die Rede ist von Seppi Küblbeck und Oliver Storz, den beiden Gründern des Dackelmuseums. Die im September von ihnen organisierte Dackelparade war ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Ereignis.

Geschätzt 30.000 Zuschauer verfolgten an diesem herrlichen Spätsommer-Sonntag entlang der Strecke den Marsch, an dem offiziell 1175 Hunde und zweibeinige Begleiter in gut doppelt so hoher Zahl teilgenommen hatten. Dies sicherte dem Dackelmuseum einen Eintrag im berühmten Guinness-Buch der Rekorde und bescherte den hiesigen Hotels volle Häuser und Einzelhändlern sowie Gastronomen prächtige Umsätze.

„Dackel ist nicht politisch“

Drei Monate später sagt Küblbeck angesichts der zahllosen Besucher aus Nah und Fern und einer internationalen Medienpräsenz: „Für Regensburg war das eine unbezahlbare Werbung.“ „Und das auf eine sympathische, humorvolle Art. Man hat gesehen, dass sich die Menschen in dieser schwierigen Zeit nach Unbeschwertheit sehnen“, ergänzt Storz. Tatsächlich gelingt es den Museumsmachern, mit ihrer Devise „Der Dackel ist nicht politisch“ das Einende über das heute allzu oft dominierende Trennende zu stellen.

Weil dies den Leuten offenbar gut tut, wird das Duo nahezu täglich nach den Aussichten für eine Neuauflage gefragt. Doch bereits im November haben Küblbeck, Storz und ihr Kompagnon Moritz Hickl erklärt, in Sachen Dackelparade erst einmal Pause zu machen.

Zum einen, weil die Großveranstaltung etwas Besonderes bleiben soll. „Wenn man so etwas jedes Jahr macht, verläuft es sich. Die Veranstaltung würde beliebiger werden und in der Folge auch an Strahlkraft verlieren“, erklärt Küblbeck. Und weil er um große Vergleiche nie verlegen ist, sagt er: „Die Landshuter Hochzeit oder die Oberammergauer Passionsspiele finden ja auch nicht jedes Jahr statt.“

Einblick in die Planungen für 2025

Darüber hinaus ist der finanzielle und zeitliche Aufwand für Planung und Durchführung der Parade nicht jedes zu stemmen. Rund 40 000 Euro aus eigener Tasche haben die Macher des Dackelmuseums nach eigener Aussage investiert, etliche Nerven hat das Projekt ebenfalls gekostet: „Wir haben ein halbes Jahr lang 24 Stunden am Tag an nichts anderes mehr gedacht. Diesen Stress wollen wir uns und unserem Team 2025 ersparen.“

Bedeutet das nun Stillstand und dass man im neuen Jahr nichts vom Dackelmuseum hören wird? Natürlich nicht! Noch bevor sich Küblbeck und Storz am 22. Dezember mit den Dackeln Klein-Seppi, Moni und Blümchen ins Wohnmobil setzten und zu ihrer großen, bis Ende Februar dauernden Winterauszeit-Reise – Heiligabend wurde in der Schweiz gefeiert, Silvester am Meer, danach geht’s in Richtung Spanien und Portugal – aufbrachen, gaben sie einen Einblick in ihre Planungen für 2025.

Diese sehen erneut im September eine besondere Veranstaltung vor. Der Projekttitel lautet „Dackel, Dog, Deluxe“, wobei „Dog“ sowohl für das englische „Hund“ als auch für das bairische „Tag“ steht. An diesem Spätsommertag soll sich in Regensburg alles um den Dackel drehen, mögliche Komponenten sind eine Hot-Dog-Rallye durch die Stadt, Modenschauen, die Einbeziehung der örtlichen Museen und möglicherweise auch die Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag.

Neue Ideen im Urlaub

Im Urlaub wollen Küblbeck und Storz diese ersten Ideen weiter entwickeln und neue sammeln. Dass ihre Antennen sowieso immer auf Empfang gestellt sind, bewiesen sie letztes Jahr in Malaga: Da besuchten sie das berühmte Picasso-Museum, und wenig später hatten sie die Vereinbarung im Kasten, mit der ikonischen Dackel-Zeichnung des Jahrhundert-Künstlers für die Dackelparade werben zu dürfen.

In diesem Sinne darf sich Regensburg sicher sein: 2025 wird es zwar keine Parade geben. Klein und unspektakulär wird aber auch die Ersatzveranstaltung nicht werden.

Die Organisatoren Seppi Küblbeck und Oliver StorzF.: Wagner